Musikalische »Experimentalität«

Mixpraxis: Sky Adams produziert Kylie Minogues Golden

Kylie Minogues 14. Studioalbum war bei der Kritik ebenso erfolgreich wie bei den Käufern. Veröffentlicht im selben Jahr, in dem sie ihren 50. Geburtstag feierte, erreichte Golden die Nummer 1 der Charts im UK und in Australien, schaffte die Top 10 in vielen anderen Ländern und wurde wegen Minogues ehrlicher Texte für seine »Authentizität« ebenso wie für seine musikalische »Experimentalität« gepriesen. Letztere war der großen Leitidee des Albums geschuldet, nämlich Dance, Disco und Synthiepop − jene Genres, in denen Kylie Minogue heimisch ist − mit Country zu fusionieren.

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Wenn ein erfahrener Popstar nach mehr als drei Dekaden Karriere also zum ersten Mal im Leben Country erkunden möchte, an wen wird sie sich wenden? In Minogues Fall an einen Producer nigerianisch-deutscher Abstammung, der in London lebt und auf urbane Dance-Grooves spezialisiert ist. Ist ja logisch, an wen auch sonst! Minogue hat aber tatsächlich viel Zeit in Nashville verbracht, wo sie mit etablierten Songwritern und Produzenten gearbeitet hat, die für ihre Country-Einflüsse bekannt sind, wie etwa Nathan Chapman, Liz Rose und Steve McEwan.

Unter den rund 20 Songschreibern und Produzenten jedenfalls, die in den Album-Credits gelistet werden − darunter bekannte Namen wie Richard Stannard, Ash Howes, Eg White und Mark Taylor − sticht der Name von Sky Adams heraus. Er hat acht der 16 Stücke produziert, die auf der Deluxe-Edition des Albums enthalten sind, und sieben davon mitkomponiert − der eine, den er nicht mitkomponiert hat, ist die erste Single Dancing, die Minogue mit Chapman und McEwan geschrieben hatte. Adams hat mehr Produktions- und Kompositions-Credits als irgendjemand der übrigen Kollaborateure auf dem Album, und wenn man bedenkt, dass er zumindest auf den ersten Blick so wenig für Country steht wie überhaupt nur möglich, wird klar, dass bei der Arbeit an Golden irgendetwas Ungewöhnliches ablief.

Erstkontakt

Was also ging dort vor sich? Sky Adams berichtete uns via Skype aus seinem neuen Studio im Londoner Queens Park von seiner ungewöhnlichen Kollaboration mit Kylie Minogue. Einer Pressemitteilung zufolge war die »Country meets Dance«-Ausrichtung von Golden die Idee von Minogues langjährigem A&R-Manager Jamie Nelson. Den ersten Kontakt zwischen Minogues Team und Adams hatte Nelson über Will Blake vom Sound Collective hergestellt, einer Londoner Management-Company für Künstler, Produzenten und Songschreiber, bei der auch Adams unter Vertrag ist.

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Dancing: 
Die 27 Vocal-Spuren in der Dancing-Session lassen sich aufteilen in zwei Leadvocal-Spuren, davon eine für die Strophen und eine für die Refrains, sowie 25 Backingvocal-Spuren, davon wiederum acht »Ah«-Spuren, zwölf »Ah«-Harmonie-Spuren, vier Spuren mit Atem und eine mit der Zeile »I wanna go out«. Die Instrumental-Spuren beginnen mit einer EDM-Riser-Spur, gefolgt von einer Handvoll Spuren mit Crash-Becken, der Spur »Kylie Vocal-Chop«, einer Padding-Synth-Spur, fünf Spuren mit dem Baby Grand Piano, ein paar Sample-Gitarren-Spuren, vier Akustikgitarren-Spuren inklusive Mike Stockwells Gitarren-Spuren für Strophen und Refains, gedoppelt mit einer Sample-Gitarren-Spur mit Low-Pass. Darunter liegen eine Kalimba-Spur, zwei weitere Synth-Spuren mit BassSynths, eine KSHMR-Snap-Spur, eine Drum-Loop-Spur, eine Kickdrum-Spur und zwei Subbass-Spuren.

Dancing

minogue_dancing
Artist: Kylie Minogue
Komponisten: Kylie Minogue, Nathan Chapman, Steve McEwan
Producer: Sky Adams; gemixt von Adams

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