In der neue Ausgabe:

Interview mit Yello über ihr neues Album Point

(Bild: Dirk Heilmann)

Auch auf ihrem 14. Album Point bewegt sich das Duo Yello stilistisch unverändert stilsicher zwischen Pop, Elektronik und Soundtrack. Musikalische Kompetenz, ein kindlicher Wille zu Klangexperimenten und Exzentrik sowie tontechnische Genialität verbinden sich zu einer Melange, die seit nunmehr mehr als 40 Jahre lang einzigartig und unmittelbar wiedererkennbar ist. Dieter Meiers markante Stimme sowie die Klanggemälde und Beats von Boris Blank gibt es schlichtweg weltweit nur einmal – aus Zürich. Boris Blank nahm sich die Zeit für ein Gespräch.

Der typische Sound von Yello ist auf Point stets unmittelbar erkennbar. Gleichwohl steht die Welt bei Blank und Meier nicht still, sondern entwickelt sich stetig weiter und wird zudem heute gänzlich anders als früher erzeugt. Geblieben sind ein ausgesuchtes Instrumentarium, markante Samples und Dieter Meiers Sprechgesang, der keinesfalls immer typischen lyrischen Konzepten folgt. Point orientiert sich stilistisch eher an den Werken der großen Yello-Erfolge als an einigen Alben der Neunziger. Die zwölf Titel bieten ausgeprägte Grooves, oft mit lateinamerikanischen Einflüssen, sowie die gewohnt großartige Mischung aus akustischen Sounds und Elektronik in famoser Klangqualität. Auch Fifi Rong ist wieder auf einem Titel zu hören. Yello mögen sich mit Point nicht neu erfinden, ruhen sich aber auch keinesfalls auf dem Status der Elektronik-Legende aus. Sie liefern genau das ab, was man an ihnen schätzt. Hier klingt nichts angestaubt, sondern auf den »Punkt«.

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Elektronische Klänge seit mehr als 40 Jahren (Bild: BENJAMIN STAFFE)

Point bietet viele typische »Yello-Sounds«. Greifst du regelmäßig auf dein altes Samplearchiv zurück?

Ich bin ein Jäger und Sammler und suche Sachen, die ich noch nicht habe. So wird der Yello-Sound eben auch ständig erneuert. Natürlich habe ich aber viele Libraries, selbst vom Fairlight, Kurzweil-Instrumenten oder dem E-mu E-6400/E-IV. Nutzen tue ich seit Jahren den EXS-24 in Logic Pro. Es gibt dabei Sounds, die ich über die Jahre mitgenommen habe, etwa einige Bläser. Andere Teile meines Archivs muss ich mir erst wieder vollständig zugänglich machen, was insbesondere für den Fairlight ein Problem ist. Längst ergänze ich meine Sounds aber auch mit modernen Instrumenten, etwa von Native Instruments oder Vir2, teils beigemischt, teils verfremdet.

Ich bin übrigens auch ein Eichhörnchen. Ich habe jede Menge Ordner auf dem Rechner, in denen sich Sounds verstecken und die ich dann vor ihrem »Ablaufdatum « hervorhole. Dabei kommt mir zugute, dass ich ein nahezu fotografisches Gedächtnis habe, sodass ich archivierte Sounds und Versatzstücke im richtigen Moment auch zu finden weiß und erkenne, wie ich dieses Fragment in den aktuellen Track einbauen kann. Das kann beispielsweise über Stretching oder Slices erfolgen, wie ein Patchwork. Tatsächlich habe ich nur selten ein Ziel vor Augen, weiß also nicht, wohin mich es führt. Ich beginne mit einer weißen Leinwand und experimentiere, bis eine Kontur entsteht, aus der später der Titel erwächst.

Wenn du keine Vision vom Ergebnis hast, was stellt dann erste Motivation dar?

Das komplette Interview findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 06/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Im Studio verlässt sich Boris Blank bisher vor allem auf seine PSI Audio A21-M, die demnächst auf die Dreiweg-Variante A 23-M umgerüstet wird.

 

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