Die Besiedelung der Nische

Interview mit Christoph Diekmann: Wie man mit Musik Geld verdient

(Bild: Dirk Heilmann)

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Mit Streaming verdienen unbekanntere Künstler kaum Geld. CD- und Vinyl sind für sich genommen ebenfalls begrenzte finanzielle Zugpferde. Christoph Diekmann von addvalue Consulting plädiert dafür, passende Nischenmärkte im Blick zu behalten – und jeweils zum richtigen Zeitpunkt zu bedienen. Dabei wirbt er auch für immersive Produktionen auf Blu-ray: Der vorhandene Content sei bislang überschaubar, das ermögliche mit einer gut gemachten Produktion solide Verkäufe.

Christoph Diekmann hat als Musiker begonnen, wie er erzählt; er studierte ursprünglich klassische Gitarre. Später arbeitete er auf der Vertriebsseite der Musikbranche, im Label- und Verlagsbereich. Er begleitete rund 200 Veröffentlichungen in beratender Funktion, darunter etwa Astor Piazzolla, R&B-Musiker Georgie Fame oder den ehemalige James-Brown-Drummer Clyde Stubblefield. Schließlich wechselte er als Consultant in einem Replikationsunternehmen für optische Speichermedien zu Sony. Insgesamt summiert sich das auf mehr als 30 Jahre Erfahrung, so Diekmann.

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Mit seiner Firma addvalue Consulting berät er Kunden aus der Musikindustrie und bietet für Künstler und Produzenten Seminare und Workshops an. Darüber hinaus betreut er ein eigenes Label. Ein Gespräch darüber, wie heute eine optimierte Veröffentlichungspolitik aussehen kann, und welche Formate sich für wen lohnen können.

Angenommen, ich gebe Geld für Marketing – beispielsweise auf Spotify und YouTube – aus. Wie kann ich das wieder einnehmen?

Musik wird heute meist hochauflösend aufgenommen. Meine Empfehlung ist mindestens 24 Bit/96 kHz. Videos oder »Making Offs« sollten direkt mitproduziert werden. Die technischen Möglichkeiten und Qualitäten haben sich hervorragend entwickelt. Wenn dann bei Produktion oder Mischung noch immersiv gedacht wird, umso besser. Dann bietet sich eine Klaviatur an Auswertungsmöglichkeiten an, um Marketinginvestitionen wieder einzuspielen. Die Einschätzung, welches Medium bediene ich als Künstler zu welchem Zeitpunkt und in welchem Vertriebskanal, ist relevant. Mit hochauflösendem, audiovisuellem Material und immersiver Mischung bieten sich mir alle physischen und digitalen Produktvarianten an, um in einer Mischkalkulation Investitionen wieder einzuspielen.

Das komplette Interview findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 3/2022. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

 

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