Produkt: Sound & Recording 07-08/2019 Digital
Sound & Recording 07-08/2019 Digital
STUDIOSZENE: Bauer Studios, Ludwigsburg +++ MIXPRAXIS: Manon Grandjean / Santan Dave +++ TONI LOITSCH – Studiobau und Verkabelung des Nautilus Studios +++ EVENTIDE H9000 – Next Generation Harmonizer +++ HITS NACHGEBAUT: Henning Wehland de/constructed
Mixpraxis

Haim – Woman in Music Pt. III – Co-Produziert von Rostam Batmangij und Ariel Rechtshaid

Rostam Batmangij und Danielle Haim im VoxStudio, L.A.

Die kalifornische Band Haim erreichte mit ihrem dritten und aktuellen Album Woman in Music Pt. III in England die Nummer-1-Position, in Deutschland immerhin Platz 27.

Auch von der Kritik wurde das Album sehr gut angenommen und erhielt zahlreiche Fünf-Sterne-Reviews. Dabei wurde neben dem experimentellen und vielschichtigen Ansatz vor allem die mutige Entscheidung der Band gelobt, die sicheren Pfade des sonnigen California-Pop/Rock der ersten beiden Alben zu verlassen. Einige Kritiker hoben zudem die »explosive Produktion« und deren »frischen Sound« hervor.

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Produziert wurde Woman in Music Pt. III von Sängerin, Gitarristin und Drummerin Danielle Haim sowie ihrem Partner Ariel Rechtshaid und dem Produzenten Rostam Batmangij. Via Skype erklären uns Ariel Rechtshaid und Rostam Batmangij einige der Geheimnisse hinter dem »frischen Sound« des Albums – nämlich, kurzgefasst, die Idee, echte Instrumente aufzunehmen, sie zunächst »alt« klingen zu lassen, zu sampeln und wieder »modern« zu machen. Aha …!?

Ariel Rechtshaid in seinem ›Heavy-Duty‹-Studio

»Ja, so ungefähr haben wir das tatsächlich gemacht «, bestätigt Rostam unter anhaltendem Gelächter. »Zuerst haben wir ganz traditionell aufgenommen. Dann wurde den Aufnahmen der körnige Sound von alten Samples verpasst, und sie wurden schließlich wieder klanglich aufgeblasen. Wir wollten uns dabei an alten Recording-Techniken orientieren, deren Sound jedoch verfremden und sampeln. Da wir dabei meist aus dem Bauch heraus arbeiteten, war das eine anspruchsvolle, aber unglaublich spannende Aufgabe.«

»Wir haben nicht wirklich beschlossen, die Aufnahmen zuerst alt und dann wieder modern klingen zu lassen«, ergänzt Ariel. »Das ist eher unbewusst so passiert. Einerseits interessiere ich mich sehr für die Geschichte der Musikproduktion, andererseits bin ich ein großer Software-Fan. Diese beiden Ansätze haben wir für das Album kombiniert.«

History

Ariel besitzt einen ungewöhnlich vielseitigen musikalischen Background. Als Multi-Instrumentalist, Songschreiber, Engineer und Produzent arbeitete er mit Adele, Diplo, Vampire Weekend, Madonna und vielen mehr. Haim unterstützt er seit deren Debütalbum Days Are Gone von 2013.

Bei Rostam zählen neben seinen zahlreichen Studiojobs vor allem sein kultureller Background, geprägt durch die iranisch-persischen Eltern, und seine Jugend in Washington D.C. » Zu Hause wurde viel persische Musik gehört, es gab zudem afrikanische Musik, Folk, die Rolling Stones. Ich glaube, ohne diese vielfältigen Einflüsse würde sich auch Haims Album anders anhören.«

Die Scully 280 16-Spur/2-Zoll-Bandmaschine von Ariel Rechtshaid
Der Aufnahmeraum in Ariels Studio; man beachte an den Drums das Vintage-gerecht per Geschirrhandtuch gedämpfte große Floor- Tom!
Eine Hammond B3 inkl. Leslie in Ariels Aufnahmeraum
Plug-ins für die Main-Vocals in der Bridge: Waves Q10, CLA76 und UAD EP-34 Tape-Echo

Die Arbeiten zu Woman in Music Pt. III begannen in der ersten Jahreshälfte 2019. Ariel erinnert sich: »Seit etwa einem Jahr war Danielle von dem stetigen Wechsel zwischen Album und anschließender Tour ziemlich frustriert und wollte zunächst nur einen einzigen neuen Song veröffentlichen. Das Ergebnis war Summer Girl. Wir machten ein paar weitere Songs und dachten dabei noch immer ausschließlich an Singles. Schließlich fragte uns die Plattenfirma, wie wir über ein Album denken würden, und der Fokus wandelte sich dahingehend.«

Summer Girl wurde am 31. Juli 2019 veröffentlicht, einige Monate später gefolgt von den Singles Now I’m in it und Hallelujah. Das erste Demo zu Summer Girl entstand mit Garageband auf Danielle Haims Smartphone. Etwa die Hälfte der Albumsongs wurde auf diese Weise begonnen, die andere Hälfte wurde vollständig im Studio geschrieben – die von Rostam eindeutig bevorzugte Arbeitsweise: »Für mich gehören Songwriting und Produktion zusammen. Ich liebe es, alleine Musik zu machen, aber ebenso schätze ich die Arbeit als Produzent und das Gefühl, Teil eines Projekts mit anderen Beteiligten zu sein.«

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording Studioszene-Ausgabe. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Produkt: Sound & Recording 11/2019 Digital
Sound & Recording 11/2019 Digital
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