Energieumwandlung

Good Vibrations im Studio Wong, Berlin

Das Berliner Studio Wong ist der perfekte Ort für Musiker, die ihre Live-Energie ungebändigt einfangen und in leckere Tonkonserven verwandeln wollen. Dazu betreut der Kreuzberger Recording-Tempel sämtliche Produktionsphasen unter einem Dach, von der Session bis zum Mastering.

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Wir sind mitten in Berlin Kreuzberg: unzählige Cafés und Kneipen, ein backsteinernes Fabrikgebäude im verwinkelten Hinterhof, mit dem Lastenaufzug hoch ins Fabrikloft – willkommen im Studio Wong! Hier ist einer dieser fast magisch wirkenden Orte, die Berlins Kreativszene so besonders machen. 2004 von den Wahlberlinern und damaligen Bandmusikern Olli Wong und Andi Bukelini mit viel Leidenschaft und Eigeninitiative ins Leben gerufen, ist das Studio Wong seit Jahren eine feste Größe in der Berliner Musiklandschaft. 2007 komplettiert Mastering-Spezialist Dennis Kern das Betreibertrio.

Analoge Musikproduktion im Tonstudio – Studio Wong – Wochenrückblick #71

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»Wir sind musikalisch breit aufgestellt«, erklärt Olli, »unsere große Liebe gilt jedoch zweifellos der live gespielten Musik – ganz besonders klassische Rockmusik nahezu jeder Couleur. Deren einzigartige Kraft wollen wir so authentisch und direkt wie möglich einfangen.« Dazu kann das Studio Wong alle notwendigen Mittel anbieten: Neben dem Vibe der Räumlichkeiten stehen hier an erster Stelle das Know-how und die langjährige Erfahrung von Olli, Andi und Dennis. Selbst lange Zeit als Instrumentalisten und Techniker unterwegs – u. a mit der Blue Man Group – wissen die drei um die Bedürfnisse ihrer Studiokunden.

Die Band King Khan lässt es im großen Aufnahmeraum krachen. (Bild: Ralf Maier)

Wichtiger Garant für guten Sound ist natürlich auch die technische Ausstattung. Hier bietet das Studio Wong eine ebenso klassische wie zeitgemäße Produktionsumgebung mit Pro-Tools-System, einer vielfältigen Mikrofonauswahl, großer und bestens gewarteter Neve-Konsole und sogar einer 24-Spur Bandmaschine. Selbst bei begrenztem Budget lassen sich hier Analogproduktionen verwirklichen, versichert Olli. Ein Spezialgebiet der »Wongs« sind Drum-Aufnahmen. Andi: »Unsere beiden benachbarten Recording-Räume haben eine sehr unterschiedliche Akustik und eignen sich perfekt für Drums. Wenn wir einen der Räume als Hallkammer verwenden, wird der Live-Sound besonders gut eingefangen.«

Seit 2018 besitzt das Studio auch eine eigene Mastering-Suite mit erstklassiger Hardware und einem weiteren Pro-Tools-System. Wenn vom Kunden gewünscht, ist die gesamte Produktion unter einem Dach machbar. Die Produktionsphilosophie des Trios beschreibt Olli so: »Der Vibe einer Aufnahme muss schon beim Einspielen entstehen. Deshalb bieten wir den Musikern eine Umgebung, in der sie sich entsprechend ihrer Bedürfnisse vollkommen fallen lassen können. Auch der Sound entsteht im Wesentlichen schon bei der Aufnahme. Der Mix ist im Idealfall nur noch eine überschaubare Korrektur, die vom hervorragenden Sound unseres Vintage-Analogpultes profitiert. « Dennis sieht den Stellenwert des Masterings ähnlich: »Zumindest bei Produktionen, die hier bei uns entstehen, gilt es vor allem, den Mix hinsichtlich der verschiedenen Verwendungen zu optimieren – CD, Vinyl sowie diverse Streaming-Formate für iTunes, Spotify etc.«

Die »Wongs« (v.l.n.r.): Olli, Dennis, Andi

Radio Sessions

Hochinteressant ist auch die Zusammenarbeit mit dem Berliner Radiosender und Konzertveranstalter Radioeins. Der schickt regelmäßig Künstler auf der Durchreise ins Studio Wong. Zusammen mit Produzent Max Power und Beatsteaks-Drummer Thomas Götz werden dort Live-Sessions aufgenommen, am selben Tag produziert und schließlich als »Radioeins Sessions« im Web und auf Vinyl veröffentlicht – nicht unähnlich den legendären John Peel Sessions der BBC. Bisherige Teilnehmer waren u. a. The Idles, Biffy Clyro und Stereo Total. Olli: »Für uns ist das ein großer Spaß und auch eine ordentliche Herausforderung, denn die Sessions passieren sehr schnell. Alles muss sofort auf den Punkt kommen, wie eigenwillig der Workflow einer Band auch sein mag.«

In den vergangenen Jahren haben zahllose Künstler aus unterschiedlichsten musikalischen Bereichen im Studio Wong gearbeitet. Leider geht die momentane Krise auch an den Kreuzbergern nicht spurlos vorbei. Andi: »Glücklicherweise ist der Mastering-Bereich weniger betroffen. Deshalb sind wir sehr froh, uns auch dort platziert zu haben.«

Die Regie des Studio Wong. Hier befindet sich das sorgfältig recappte Neve V3-Pult mit 36 Kanälen, eine Otari MX80 24-Spur Bandmaschine, das Pro-Tools-System sowie ein üppig ausgestattetes Outboard- Rack. Da die Kanalzüge des Pultes über erstklassige Preamps und EQs verfügen, liegt der Schwerpunkt des Outboards in der Dynamikbearbeitung.
Eine Drum-Mikrofonierung im großen Recording-Raum: Gut sichtbar die U67-Overheads. Unter den etwa 60 zur Verfügung stehenden Mikros finden sich u. a. die »Neumänner« U67, KM85 und UM57, Earthworks TC40, Coles 4038, Beyer M201, Shure SM81 und Sony C48.

Workshops

Workshops sind ein weiteres Betätigungsfeld, welches gerade Formen annimmt. »Aus der Praxis für die Praxis«, wie Andi treffend bemerkt. Sie vermitteln an einem Wochenende komprimiertes Know-how und eignen sich bestens, um vorhandenes Wissen zu optimieren oder auch Einsteigern eine Vorstellung von Studioarbeit zu vermitteln. »Wir hatten hier schon Kids, die einfach mal wissen wollten, was in einem Studio so passiert – aber auch ›gestandene Mucker‹, die ihre Recording-Skills auffrischen wollten«, berichtet Olli. Während die bisherigen Workshops sich mit allgemeineren Themen beschäftigten, sollen zukünftige Veranstaltungen auch speziellere Aspekte vermitteln. Selbstverständlich werden die aktuell gebotenen Sicherheitsempfehlungen ausnahmslos berücksichtigt.

Hier lässt sich mehr erfahren:
studiowong.de
www.facebook.com/StudioWongBerlin
www.facebook.com/StudioWongWorkshop

Die Mastering-Suite ist Dennis’ Reich. Herzstück ist die modulare Mastering-Konsole Crookwood M1, bestückt mit diversen Optionen und erweitert um einen Crane Song Hedd Wandler. Darüber hinaus nutzt Dennis reichlich analoges Outboard. Im rechts gelegenen Rack finden sich Tools für breitbandige Färbungen (Manley Massive Passive, Vari Mu, Elysia Nvelope), links das Equipment für präzisere Eingriffe (API 5500, Valvotronics Gain Ryder, Shadow Hills Optograph). Zum Abhören dienen Kirsch SQ6 mit Focal Subwoofer.
Echte Exoten in der Mastering-Suite hinsichtlich Sound und Funktionsweise sind die Klein&Hummel UE-1000 EQs aus den frühen 1970ern. Während Dennis die Hardware meist für Einfärbungen eines Mixes verwendet, erfolgt das Aufräumen mithilfe von Plugins. Hier zählen die FabFilter-Produkte zu seinen Favoriten.

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