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Zoom Q3 HD Portabler Audio/Video-Recorder im Test

Vor rund zwei Jahren brachte Zoom mit dem Q3 ihren ersten Mobilrecorder für Audio und Video auf den Markt. Obwohl das Multifunktionswerkzeug für Audio-/Videoblogger und Youtube-Filmer auch heute noch im Programm ist, steht mit dem Q3 HD mittlerweile eine Version mit deutlich besserer Videoqualität zur Wahl.

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(Bild: Archiv)

Mit dem Q3 (Test in S&R 4.2010) hatte Zoom die richtige Vision, aber der Zeitpunkt der Markteinführung hinkte dem Trend etwas hinterher. Natürlich waren High-End-Filmer nicht die avisierte Zielgruppe, aber dennoch wurde die Videoauflösung des Q3 schon von manchen Billig-Digitalkameras übertroffen. Hinzu kam, dass YouTube − wohl die wichtigste Plattform für Q3- Videos − fast zeitgleich erstmals auch höher auflösende Videoformate wie 720p/1080p HD erlaubte. Der Q3 HD kann solche HD-Videos liefern − und unterscheidet sich auch in einigen anderen Punkten von seinem Bruder Q3.

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(Bild: Archiv)

Erster Eindruck

Neben dem glitterblauen Original gibt es den Q3 inzwischen auch in Weiß und Schwarz. Dennoch wirkt der schlankere Q3 HD mit seinem silbernen Kunststoffgehäuse noch etwas schlüssiger und dezenter.

Q3-Tugenden wie Stereomikro (2 Kapseln in XY-Anordnung), Buchse fürs optionale Netzteil, Stativgewinde, Kopfhörer/Line- und TV-Ausgang, integriertes USB-Kabel(chen) zum Rechneranschluss und die Aufzeichnung auf SD(HC)-Cards hat der HD übernommen.

Bedienen lässt sich der HD noch einfacher als sein Bruder Q3: Seitlich gibt es nur einen Schieber für die Mikrofon-Empfindlichkeit (Auto/Low/ High). Alle übrigen Einstellungen erledigt man an der Rückseite über Menü-, Enter- und vier Cursor-Tasten mithilfe übersichtlicher Icons im Display.

Einziger Wermutstropfen: Während das mitgelieferte Zubehör beim Q3 auch Mikro-Windschutz, Transportbeutel und TV-Kabel umfasst, findet man in der Q3-HD-Packung nur noch Batterien und eine 2-GB-SD-Card.

Audio

»Sound makes the movie« war und ist das Motto der Q3-Familie. Wie bereits beim Q3 steht auch die Audioqualität des Q3 HD Zooms Field-Recordern wie etwa H4n nicht nach und ist somit wohl der größte Pluspunkt gegenüber vielen Mitbewerbern. Die maximale Sample-Rate ist mit 48 kHz (Videoton) bzw. 96 kHz (Audioaufzeichnung ohne Video) unverändert. Während der Q3 Audio auch mit MP3-Kodierung aufzeichnen kann, bietet der Q3 HD als datenreduzierende Alternative zu PCM/WAV nur AAC (Advanced Audio Coding) an, das bei identischer Datenrate zwar etwas besser klingende Ergebnisse ermöglicht, aber immer noch nicht so verbreitet ist wie MP3.

Ein Vorteil des Q3 HD gegenüber dem Q3 ist der integrierte Stereo-Line-Eingang (Miniklinke), über den man beispielsweise im Proberaum auch mal ein Stereosignal direkt vom Pult abnehmen kann. Sobald dort ein Kabel eingesteckt wird, sind die internen Mikros nicht mehr aktiv. Der seitliche »Mic Gain«-Schiebeschalter (Auto/L/H) wirkt − wie der Name sagt − nur auf das interne StereoMikro. Die Empfindlichkeit des Stereo-Line-Eingangs lässt sich im Q3 HD auch ansonsten leider nicht beeinflussen.

Video

Mit 640 x 460 Pixeln ist die Video-Auflösung des Q3 heute nicht mehr zeitgemäß. Das resultierende Seitenverhältnis von 4:3 wirkt oft etwas antiquiert − und auch Lichtstärke und Tiefenrauschen des Q3 sind mittelmäßig. Der Q3 HD liefert hingegen Videoformate bis zu Full HD 1080p. Diese 1.920 x 1.080 Pixel entsprechen nicht nur der siebenfachen Auflösung des Q3, sondern das Bild hat auch ein Seitenformat von 16:9, das etwas näher am »Kino-Feel« (Cinemascope: 21:9) ist. Zudem sorgt die Kombi aus lichtstärkerem Objektiv (f: 2.8) und besserer Elektronik (Sensor/ interne Aufbeitung) dafür, dass der Q3 HD auch bei schwächerer Ausleuchtung Videos mit weniger Bildrauschen produziert.

Weitere exklusive Stärken des Q3 HD sind vierfach Digitalzoom (Q3: zweifach), drei Bildmodi (Auto, Bühnenlicht, Nacht), die Möglichkeit, Videos intern zu beschneiden oder zu zerteilen, sowie ein HDMI-Ausgang zur digitalen (= verlustfreien) Ausgabe von Video und Sound auf entsprechenden Fernsehern, Beamern etc.

Softwareunterstützung

Sobald man das USB-Kabel des Q3 HD an einen PC oder Mac stöpselt, erscheint der Inhalt der Speicherkarte dort als Laufwerk. Man kann nun Betriebssystem-Updates für den Q3 HD auf die Karte aufspielen sowie dort aufgezeichnete Dateien auf den Rechner kopieren oder im mitgelieferten Programm HandyShare bearbeiten. Neben dem Beschneiden von Videos beherrscht das Programm auch Audiobearbeitungen wie Verhallen, Normalisieren und Maximieren sowie das direkte Hochladen auf YouTube.

Praxis

Im Test gab sich der Q3 HD keine Blöße. Die Icon-basierte Bedienung erinnert an ein gutes Mobiltelefon, was keinesfalls negativ ist: schnell, einfach, übersichtlich.

Die Audioqualität konnte bereits beim Q3 überzeugen, und so gibt es hier kaum Unterschiede − mit Ausnahme des AAC-Formates und des neuen Line-Eingangs.

Einen großen Schritt weiter geht es hingegen bei der Videoqualität. Natürlich sollte man auch vom Q3 HD nicht ähnlich scharfe und atmosphärische (geringe Tiefenschärfe) Bilder erwarten wie von einer angesagten HD-Kamera mit gutem Objektiv. Solch eine Kombi − beispielsweise Canon 5D MkII + LObjektiv − kostet aber auch mehr als das Zehnfache.

Nicht viel getan hat sich im Vergleich zum Q3 bei der Batterielaufzeit: Bei Audioaufnahme hält ein Satz etwa vier Stunden lang durch, bei Videoaufnahme nur zwei.

Fazit

Mit dem Q3 HD führt Zoom das Konzept des erfolgreichen Q3 fort und bringt auch die Videoqualität auf die Höhe der Zeit. Full-HD-Videoauflösung, Stereo-Line-Eingang und HDMI-Ausgang sind nur einige der gelungenen Neuerungen.

Gemeinsam mit der nach wie vor sehr guten Audioqualität ist der Q3 HD somit ein solider Immer-dabei-Recorder für alle, die schnell und einfach Band-, Produkt- und Doku- Videos für YouTube & Co. einfangen wollen.

Übrigens: Wer noch einen guten AudioMobil-Recorder für kleines Geld sucht und keinen großen Wert auf Line-in und Video-Recording legt, sollte auch den Q3 in Betracht ziehen, den man zurzeit im Handel oft für weniger als 100 EUR findet.

Hersteller/Vertrieb

Zoom / Sound Service

UvP/Straßenpreis

296,− Euro / ca. 230,− Euro

+++ Full-HD-Video-Auflösung

+++ sehr gute Audioqualität

+++ gutes Preis/Leistungs-Verhältnis

−−− keine Audioaufzeichnung in MP3

−−− keine Line-In-Gain-Regelung

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