Produkt: Sound & Recording 05/2020
Sound & Recording 05/2020
IM TEST: Synth-Werk SW-3P-2020 - Modularsystem, Zoom H8 – Mehrspur-Mobilrekorder & Super 6 – Polyfoner Hybridsynthesizer +++ STORY: Henry and the Waiter – Produziert und vermarktet in Eigenregie +++ PRAXIS: Mixing-Tutorial – Master-Bus-EQ +++
Klangvergleich

Zoom H8 – Mehrspur-Mobilrekorder im Test

Zooms Mobilrekorder-Flotte kennt zwei Haupt-Produktlinien, die »Handy Recorder« für Musiker/Privat anwender und die »Field Recorder« für Tontechniker. Nun schließt der japanische Marktführer die Lücke zwischen beiden Geräte gattungen: Der Zoom H8 ist ein Allrounder, der alle Anforderungen abdeckt, die ambitionierte Musiker, Podcaster und Sounddesigner an einen Mobilrekorder stellen könnten. Damit diese Funktionsvielfalt beherrschbar bleibt, hat der H8 ein ganz neues Bedienkonzept bekommen: App-Steuerung via Touchscreen!

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Bei Zooms Vorankündigung letzten Sommer konnte m an förmlich hören, wie weltweit die Kinnladen runterklappten: Die Optik des H8 machte erstmal sprachlos. Schön, im eigentlichen Sinn, ist er sicher nicht; ein bisschen erinnert mich das Design an diese verbauten Sternenkreuzer aus Star Wars. Der luftleere Raum braucht halt keine aerodynamischen Formen. Und genauso kompromisslos funktional ist das Design des Zoom H8!

Als Aufnahmemedium dienen SD- bzw. SDXC-Karten. Zusätzlich zum Kopfhörerausgang auf der rechten Seite gibt es links einen separat regelbaren Line-Out.
An beiden Flanken befinden sich je drei XLR-Anschlüsse, von denen der mittlere auch Klinkenstecker entgegennimmt und als Hi-Z-Eingang nutzbar ist.
In einem Schacht am unteren Ende lässt sich ein optionales Bluetooth- Modul einsetzen, um den H8 per iPhone oder iPad fernzusteuern. Über den Micro-USB-Anschluss kann der H8 an Mac, PC und iPad als Audio-Interface genutzt werden. Auch ein (optionales) Netzteil lässt sich hier anschließen.
Gesteuert wird der H8 weitestgehend über einen Touchscreen. Nur für Play/Pause, Record und Stop gibt es eigene Tasten; Letztere dient gleichzeitig als Home-Button für den Touchscreen.
Am oberen Ende befindet sich ein proprietärer Anschluss für Zooms Mikrofonmodule. Ein XYStereoaufsatz gehört zum Lieferumfang.
Die eigenartige Form bietet Platz für viele Anschlüsse, ohne dass sich die Stecker in die Quere kommen.

Habt Acht! Das nachtschwarze Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff, wirkt aber ausreichend robust. Einschließlich des mitgelieferten XY-Mikrofonmoduls misst der H8 stolze 214 × 116 × 49 mm und bringt 484 g auf die Waage. Der eigentliche Rekorder gliedert sich in zwei achteckige Einheiten, die fest miteinander verbunden sind. Der obere Teil hat sechs XLR-Eingänge, die jeweils mit einem eigenen Gain-Regler ausgestattet sind. Die oberen und unteren Buchsenpaare verfügen pro Input über einen Pad-Schalter (–20 dB), während sich die beiden mittleren Eingänge wahlweise in den Hi-Z-Modus umschalten lassen. Diese Eingänge sind deshalb als Combobuchsen ausgeführt, sodass man Gitarren oder Bässe mittels Klinkenkabel direkt einstöpseln kann. Um Verwechslungen zu vermeiden, sind die reinen Mikrofoneingänge von 1 bis 4 durchnummeriert, während die Combo-Inputs in der Mitte mit A und B bezeichnet werden.

 

Bei einer Abtastrate von 44,1 kHz bleibt der Frequenzgang über den menschlichen Hörbereich linear; erst in der obersten Oktave fällt die Kurve – um gerade einmal 0,5 dB.
Wählt man die höchste Abtastrate von 96 kHz, arbeitet das Ausgangsfilter etwas weicher, dennoch reicht der Übertragungsbereich bis über 40 kHz.
Das Klirrspektrum der AD-Wandler wirkt sauber; nur die klanglich unproblematischen Komponenten K2 und K3 ragen nennenswert aus dem Grundrauschen – das freilich ein wenig höher liegt als bei professionellen Studiowandlern.
Auf Achse gemessen, zeigen die Kapseln des XY-Mikrofonaufsatzes eine ausgewogene Frequenzdarstellung mit einer moderaten Betonung der oberen Frequenzen. Außer in den tiefen Frequenzen ist die Paargleichheit sehr gut.
Frontal auf den Rekorder gerichtet, werden die Kapseln in einem Winkel von 45° beschallt. Die Frequenzdarstellung bleibt auch offaxis recht ausgewogen.

Hersteller/Vertrieb: Zoom / Sound Service, Berlin
UvP/Straßenpreis: 520,84 Euro / ca. 399,– Euro

Internet: www.zoom.co.jp

Unsere Meinung:
+++ umfassende Anschlussmöglichkeiten
+++ enormer Funktionsumfang
++ Touchscreen-Bedienung
++ gute Audioqualität
– Effekte nur bei 44,1 kHz

Produkt: Sound & Recording 05/2020
Sound & Recording 05/2020
IM TEST: Synth-Werk SW-3P-2020 - Modularsystem, Zoom H8 – Mehrspur-Mobilrekorder & Super 6 – Polyfoner Hybridsynthesizer +++ STORY: Henry and the Waiter – Produziert und vermarktet in Eigenregie +++ PRAXIS: Mixing-Tutorial – Master-Bus-EQ +++

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