Desktop Reloaded

Universal Audio Apollo X4 Audio-Interface im Test

Mit einem mehrstündigen Streaming-Event hat Universal Audio jüngst zwei neue Desktop-Interfaces vorgestellt. Während das Apollo Twin X vor allem mit (nochmals) verbesserten Audiowerten glänzt, schließt das Apollo X4 mit einem Mehr an Anschlüssen die Lücke zu den professionellen Studio-Interfaces im 19-Zoll-Format. Endlich eine Zwischengröße für kreative Duos und kleinere Bands!

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Die offensichtlichste Neuerung der »Generation X« ist der Wechsel zur zeitgemäßen Thunderbolt-3-Schnittstelle, die Universal Audio ja schon mit dem Einstiegsmodell Arrow und den Apollo-X-Rack-Interfaces eingeführt hat. Optisch bleiben die neuen Desktop-Apollos dem Look der Vorgängergeneration treu: Das formschöne Pultgehäuse hat eine metallic-graue Oberfläche, die perfekt zu Apples neuer Standardfarbe »Space Gray« passt. Der direkte Nachfolger des Apollo Twin MK II ist das Apollo Twin X im gewohnten, fast quadratischen Format. Das Bedienkonzept ist gleichgeblieben: Nach wie vor gibt es einen großen Endlos-Drehregler mit Tastern links und rechts zur Umschaltung des Bedienmodus zwischen Preamp und Monitor. Die jeweilige Funktion der sieben weiteren Taster wird über ein separates kleines Display angezeigt.

Im Monitor-Modus regelt das große Einstellrad die Lautstärke der angeschlossenen Boxen bzw. der Kopfhörer. Die Funktion der Taster wird im Display angezeigt: Talkback (ein Mikro ist eingebaut), Dim, Mono und Mute.
Das Apollo X4 bietet vier Mic/Line-Eingänge, einen Monitor-Out und vier weitere Line-Ausgänge. Externe Wandler lassen sich über optische Anschlüsse (ADAT oder S/PDIF) anschließen. Mit dem Mac oder PC kommuniziert das Apollo X4 über Thunderbolt 3.
Der Console-Mischer erlaubt die Verwendung von UAD-2 Plug-ins, wahlweise nur fürs Monitoring oder um diese direkt mit aufzunehmen.
Zum Lieferumfang des Apollo X4 gehört das Plug-in-Bundle »Realtime Analog Classics«, das den Grundbedarf bereits recht gut abdeckt.

Unser Testgerät Apollo X4 ist bei ansonsten identischen Maßen etwa anderthalb Mal so breit (233 x 157 x 66 mm). Die Anzahl der Bedienelemente ist gleichgeblieben; sie sind jedoch etwas anders angeordnet. Die siebenteilige Tastenreihe liegt nicht unter dem Drehregler, sondern links daneben. Ein separates Display benötigen sie nicht, stattdessen gibt es ein neu gestaltetes, größeres Anzeigenfeld, das im unteren Bereich die Schaltfunktionen der Taster anzeigt. Darüber befinden sich die Pegelanzeigen für die vier Eingangskanäle und die Ausgangskanäle (Headphones 1 und 2 mit je einer fünfteiligen LED-Kette und Monitor mit separaten LED-Ketten für linken und rechten Kanal). Rechts davon schließt sich nahtlos der LED-Kranz des Einstellrads an.

Die Anschlussausstattung wurde gegenüber dem Apollo Twin X bzw. dessen Vorgängern erweitert: Statt zwei analoger Eingänge gibt es beim Apollo X4 – entsprechend der Gerätebezeichnung – vier. Jeder davon kann als Mikrofonoder Line-Eingang verwendet werden, die ersten beiden wahlweise auch als Instrumenteneingang über separate frontseitige Anschlüsse. Anders als bei den Twin-Modellen, die nur einen Instrumenteneingang bieten, lassen sich also Bass und E-Gitarre gleichzeitig einstöpseln. Auch Kopfhörerausgänge gibt es beim X4 zwei; diese lassen sich separat konfigurieren, sodass z. B. einer dem Console Mix folgt, während der andere über die Cue-Sends beschickt wird.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 12/2019. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller: Universal Audio
UvP / Straßenpreis: 2.249,– / ca. 1.800,– Euro

www.uaudio.de

LATENZ-BENCHMARKING

Hersteller werben gerne mit ultrakurzen Latenzen. Als Anwender möchte man aber nicht nur Audiofiles abspielen, sondern mit DAW-Software arbeiten und Plugins einsetzen, die eine gewisse CPU-Last bedingen. Entscheidend ist daher, ab welcher Latenzeinstellung man sorglos mischen und musizieren kann.

Eine praxisgerechte CPU-Last reproduzierbar erzeugen lässt sich fein dosierbar mit dem leistungshungrigen Edel-Softsynth DIVA von U-He. Um gleiche Testbedingungen zu garantieren, verwende ich stets dasselbe Preset »BS Beauty Pad« im besonders CPU-hungrigen »Divine«-Modus. Für jede Latenzeinstellung teste ich nun, wie viele der maximal 16 Voices ohne Audioaussetzer wiedergegeben werden können. Als Testplattform dient die jeweils neuste Cubase-Version, in diesem Fall Cubase Pro 10.0.40

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