Wie in alten Zeiten

Testbericht: Rupert Neve Designs Shelford Channel Channelstrip

(Bild: Dr. Andreas Hau)


Mit seinen 90 Jahren kehrt Rupert Neve zu seinen Anfängen zurück. Der Shelford Channel ist eine Neuinterpretation jener legendären Mischpultmodule, die Neve bis Anfang der 1970er-Jahre am einstigen Firmensitz in Little Shelford fertigte, darunter die Preamp/EQs 1073 und 1081 sowie der Kompressor/Limiter 2254. Aber auch ein paar jüngere Entwicklungen aus Rupert Neves Schaffen sind in den Shelford Channel mit eingeflossen.

Die Farbe stimmt schon mal. Der RND Shelford Channel kommt in jenem typischen blau-grün schimmernden Grau der klassischen Neve-Module. Offiziell heißt diese Farbe »Royal Air Force Blue«. Kaum zu glauben, dass ein so britisch aussehendes Produkt in den USA gefertigt wird, nämlich in Wimberley, Texas, wo Rupert Neve Designs 2005 gegründet wurde.

Rundgang

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Bei den Bedienelementen gibt sich der Shelford Channel nicht ganz so klassisch. Auf die konzentrischen Schalter und Potis der Vintage-Module der 1960er und frühen 70er wurde verzichtet. Stattdessen kommen die von der Portico-Serie bekannten Einzelknöpfe zum Einsatz, immerhin aber in den klassischen Neve-Farben Rot, Blau und Silbergrau. Hinzu kommen etliche Druckschalter, von denen viele, aber nicht alle, farblich hinterleuchtet sind.

Beginnen wir mit dem Preamp. Auf der Rückseite bietet der Shelford Channel getrennte XLR-Eingänge für Mikrofon- und Line-Signale, was die Verkabelung im Studio-Rack enorm erleichtert. Zusätzlich gibt es auf der Gerätefront einen hochohmigen Instrumenteneingang mit DI-Thru-Buchse zum Durchschleifen des Eingangssignals zu einem Gitarren- oder Bassverstärker. Gegen eventuelle Brummschleifen, die so entstehen können, hilft ein Ground-Lift-Schalter.

Mikrofon- und Line-Eingang können separat verkabelt werden. Zusätzlich zum normalen Line-Out gibt es einen zweiten mit etwas niedrigerem Headroom für leichte Sättigungseffekte. (Bild: Dr. Andreas Hau)

Die Grundverstärkung lässt sich über einen Drehschalter in zwölf 6-dB-Stufen von 0 bis 66 dB bestimmen. Zur Feinregelung dient ein Trim-Regler mit einem Bereich von ±6 dB. Dazu gesellen sich die üblichen Standards Phantomspeisung, Phasenumkehr und Low-Cut − Letzterer lässt sich stufenlos von 20 bis 250 Hz regeln bzw. ganz aus dem Signalweg nehmen.

Der Shelford-Preamp ist ganz klassisch aufgebaut mit einem Eingangsübertrager mit einem Übersetzungsverhältnis von ca. 1:5, gefolgt von einer diskret aufgebauten Verstärkerschaltung. Der Mikrofoneingang hat eine Eingangsimpedanz von 2.200 Ohm; auf einen Hi/Low-Impedanzumschalter wie etwa beim Neve 1073 (300/1200 Ohm) hat man verzichtet. Heute benötigt man einen solchen Umschalter kaum noch, denn sinnvoll war die 300-Ohm-Stellung primär für Uralt-Bändchenmikros mit 50-Ohm-Ausgang. Der Ausgang des Mikrofon-Preamps mündet in einen Übertrager mit Line-Driver. Der Line-Input umgeht die Mikrofonvorstufe und mündet direkt in diesen Zwischenübertrager mit Line-Driver. Line-Signale können daher auch nur über den Trim-Regler um ±6 dB im Pegel angepasst werden.

Der Instrumenteneingang arbeitet dagegen mit einer aktiven Impedanzwandlerstufe, die in den Mikrofoneingang mündet. Somit kann hier der Pegel in einem weiten Bereich angepasst werden, außerdem nimmt der DI-Input die subtile Färbung des Eingangsübertragers mit.

Als Nächstes folgt der EQ, der mit nur drei Bändern arbeitet. Für heutige Verhältnisse recht wenig, aber es ist ja auch kein chirurgischer EQ von modernem Zuschnitt, sondern ein klassischer Channel-EQ, ein Entzerrer zur Klanganpassung. Anders als moderne EQs, die vollständig aus integrierten Schaltkreisen bestehen, arbeitet der Shelford-EQ mit Induktoren, d. h. Spulen, ähnlich wie die EQs von

Neves berühmten Vintage-Modulen. Das Tiefenband basiert auf dem Neve 1064; anders als dieser kann das Low-Band des Shelford aber zwischen Peak- und Shelf-Modus umgeschaltet werden. Als Einsatzfrequenzen stehen 35, 60, 100 und 220 Hz zur Auswahl, der Pegelhub (auch der übrigen Bänder) beträgt ±15 dB.

Das Mittenband basiert laut Hersteller auf dem 1073, es bietet jedoch leicht veränderte Einsatzfrequenzen von 220, 400, 900, 1.800, 3.500 und 7.500 Hz. Zusätzlich gibt es einen Hi-Q-Schalter, wie man ihm vom 1081 kennt, zur Erhöhung der Filtergüte, was sich insbesondere für Absenkungen anbietet. Beim Höhenband stehen nur zwei Einsatzfrequenzen bei 8 und 16 kHz zur Auswahl, und wieder kann zwischen Peak- und Shelf-Modus umgeschaltet werden. Laut Hersteller handelt es sich beim Höhenband um eine Mischung aus Vintage und Moderne, d. h., hier gab es kein konkretes Vorbild aus der Neve-Historie.

Der Kompressor des Shelford-Channel basiert auf Neves Klassiker 2254 und arbeitet wie dieser mit einer Diodenbrücke als Regelelement. Rupert Neve wäre aber nicht Rupert Neve, wenn er sein altes Design einfach nachgebaut hätte. Stattdessen behebt er im Shelford-Channel-Kompressor die Schwächen des alten 2254. Der Diodenbrücken-Klassiker war nämlich bezüglich der Regelzeiten recht eingeschränkt, und sein Rauschverhalten war suboptimal. Da Dioden recht schnell zerren, musste der Pegel drastisch abgesenkt und anschließend wieder angehoben werden. Das führt natürlich zu Rauschen. Der Shelford-Kompressor rauscht immer noch ein wenig mehr als ein topmoderner VCA-Kompressor, aber in einem Bereich, den man eher messen als hören kann. Im normalen Betrieb ist Rauschen kein Thema.

Auch das Regelverhalten hat Rupert Neve optimiert; bei Bedarf sind nun auch sehr schnelle Regelzeiten möglich. Zur Auswahl stehen fünf Stufen: Fast, Medium-Fast, Medium, Medium-Slow und Slow sowie ein Auto-Modus. Die Settings beziehen sich stets auf Attack und Release gleichzeitig; außerdem passt sich das Regelverhalten in einem gewissen Maß automatisch ans Signal an. Für das Fast-Setting liegt der Attack zwischen 0,18 und 1,8 ms und die Release bei 100 bis 150 ms. Ein zusätzlicher Druckschalter »Fast« verkürzt die Regelzeiten um ca. 30 %. Zur visuellen Orientierung der Kompressortätigkeit kann selbstverständlich die VU-Anzeige als Gain-Reduction-Meter genutzt werden.

Das Kompressionsverhältnis lässt sich in sechs Stufen von 1,5:1 bis 8:1 justieren. Threshold und Make-up Gain sind stufenlos einstellbar. Über einen Schalter lässt sich der Low-Cut des Preamps in den Detektorzweig des Kompressors legen, damit die Kompression weniger stark auf tieffrequente Signale anspricht. Wahlweise kann der Kompressor auch vor den EQ gelegt werden, was sich z. B. anbietet, wenn man starke Anhebungen vornehmen möchte. Ein Zugeständnis an moderne Zeiten ist der Blend-Regler für die heute so populäre Parallelkompression. Für die Glücklichen, die sich gleich zwei Shelford Channels leisten können, gibt es eine Link-Funktion, um die Kompression beider Einheiten für den Stereoeinsatz zu verkoppeln. Ansonsten gibt es auf der Rückseite Send- und Return-Buchsen zur externen Bearbeitung des Sidechain-Signals bzw. zur Zuführung eines externen Sidechain-Signals.

In der Ausgangssektion kommt eine Zutat aus Rupert Neves jüngerem Schaffen zum Einsatz, die man aus manchen RND Portico-Geräten kennt, nämlich die Silk/Texture-Funktion. Durch Drücken des Silk-Buttons wird die Gegenkopplung in der Ausgangsstufe reduziert, was den Klang »farbiger« macht; es werden künstliche Obertöne erzeugt. Die Silk-Funktion hat zwei Modi: Beim ersten Drücken leuchtet der Knopf rot, beim zweiten Drücken blau; drückt man ein weiteres Mal, wird die Silk-Funktion wieder deaktiviert. Im blauen Modus werden Obertöne nur in den unteren Frequenzbereichen erzeugt, im roten Modus erstrecken sich die Klirranteile über den gesamten
Frequenzbereich.

Das Ende der Ausgangsstufe bildet, ganz klassisch, ein fetter Ausgangsübertrager. Als Besonderheit hat der Meister ihm zwei Ausgangswindungen spendiert, für die es separate XLR-Ausgangsbuchsen gibt. Die erste bietet das normale Ausgangssignal, das dank der hohen internen Spannungsversorgung bis +26,5 dBu verzerrungsfrei bleibt. Die zweite, mit »−6 dB« beschriftet, hat einen bewusst auf +19 dBu reduzierten Headroom, um die Ausgangsstufe (ein wenig) in die Sättigung treiben zu können, ohne die folgenden Geräte bzw. Wandler zu übersteuern.

Reingeschaut

Der Rupert Neve Designs Shelford Channel beweist, dass klassischer Vintage-Sound nicht zwingend Vintage-Originalteile erfordert. Der 90-jährige Altmeister zeigt seinen jungen Kollegen, dass nicht die Bauteile den Sound machen, sondern die Art und Weise, wie sie eingesetzt werden. Anders als seine Nachahmer muss ein Rupert Neve deshalb nicht sklavisch seine uralten Rezepte nachkochen; stattdessen geht er schlicht so vor, wie er es vor 45 Jahren in der alten Factory von Little Shelford getan hat: Er realisiert seine Ideen mit den aktuell erhältlichen Bauteilen und lässt sich, wo nötig, die passenden Komponenten speziell anfertigen. Letzteres betrifft insbesondere die Übertrager. Sie sehen jedenfalls nicht wie die Carnhill-Typen aus, die im aktuellen Neve/AMS 1073 und einigen Clones zum Einsatz kommen. Wer die Übertrager für den Shelford-Channel fertigt, ist nicht bekannt; letztlich ist es aber egal, denn wer immer sie fertigt, tut dies nach Neves Spezifikationen.

Der Shelford Channel ist modern und sauber in SMD-Technik gefertigt. Zur Spannungsversorgung dienen zwei Schaltnetzteilmodule (unten links). (Bild: Dr. Andreas Hau)

Der Eingangsübertrager sitzt in einer Blechdose, die ihn vor Einstreuungen schützt. Für einen Mikrofonübertrager ist er recht groß und somit übersteuerungsfest. Der maximale Eingangspegel des Mic-Inputs beträgt satte +8 dBu bzw. sogar +21,5 dBu für Frequenzen über 150 Hz. Der Ausgangsübertrager ist noch wuchtiger; denn der maximale Ausgangspegel liegt mit +26,5 dBu höher als üblich. Aufgrund des höheren Signalpegels benötigt er keine zusätzliche Abschirmung, obwohl er in der Nähe des Netzteils sitzt. Letzteres ist ein modernes Schaltnetzteil, bestehend aus zwei Modulen, das ohnehin kaum Brummspannung erzeugt. Der gesamte Shelford Channel ist in moderner SMD-Technik gefertigt, was auf den Vintage-Freak etwas unromantisch wirken mag. Audiotechnisch ist gegen SMD-Fertigung nichts einzuwenden, allerdings gestaltet sich ein Austausch von SMD-Bauteilen deutlich schwieriger als von konventionellen »bebeinten « Bauteilen.

Klassische Zutaten für den klassischen Sound: ein relativ großer Eingangsübertrager, von einer Blechdose abgeschirmt. Im Hintergrund der dicke Ausgangsübertrager. (Bild: Dr. Andreas Hau)

Praxis

Der Rupert Neve Shelford Channel hat ganz eindeutig eine klassische Klangsignatur. Er klingt deutlich färbender als der in S&R 01.2015 getestete Portico-II-Channelstrip aus gleichem Hause. Andererseits färbt er aber nicht ganz so stark wie die Vintage-Neve-Module der späten 60er und frühen 70er. Der Grundcharakter des Mikrofon-Preamps liegt in etwa auf halbem Weg zwischen dem Neve 1073 und dem Focusrite ISA-Preamp, der ja mehr als eine Dekade später ebenfalls von Rupert Neve designt wurde. Das Rauschverhalten ist sehr gut und qualifiziert den Shelford Channel auch für die Arbeit mit Bändchenmikrofonen. Dabei ist im Datenblatt das Eingangsrauschen mit eher mäßigen −121,37 dBu spezifiziert. Die Realität sieht glücklicherweise deutlich besser aus. Das Testgerät lag bei etwa −127 dBu.

Der etwas cleanere Grundsound und seine zusätzlichen Übersteuerungsreserven sollte man im Zusammenhang mit der Texture/ Silk-Funktion betrachten, die dem Shelford Channel eine gewisse Flexibilität beschert: Ohne Silk/Texture hat man einen relativ sauberen Sound, wohl aber mit dem gewissen Vintage-Touch. Aktiviert man den roten Silk-Modus und dreht den Texture-Regler auf, kommt der Vintage-Neve-Sound des 1073 zum Vorschein. Dabei bewirkt die Silk-Funktion keine offensichtlichen Zerrartefakte, sondern eine dezente »Belebung« des Klangverhaltens. Es werden funkelnde Obertöne erzeugt. Für hörbare Verzerrungen muss man den Shelford Channel schon ziemlich malträtieren. Rupert Neve ist eben ein seriöser Zeitgenosse, Effekthascherei ist nicht sein Metier. Hoch interessant ist auch der blaue Silk-Modus, der sich für Bassinstrumente anbietet, denn er erzeugt künstliche Obertöne nur in den unteren Frequenzen. Die Klangveränderung wirkt noch subtiler als im Red-Modus; erst wenn man Silk deaktiviert, merkt man, wie viel Wucht und Druck in den Bässen der blaue Modus bewirkt.

Der Induktor-EQ des Shelford Channel lässt sofort das typische Vintage-Neve-Feeling aufkommen: kraftvolle Bässe und klare Höhen mit einer leicht rauen Textur; dazwischen cremige Mitten. Die Regler greifen gut, und wenn man überhaupt etwas Negatives über den Shelford EQ sagen kann, dann dass die Bänder vielleicht schon ein bisschen zu fest zupacken. Für subtile Korrekturen muss man die Pegelsteller recht feinfühlig drehen. Das ist bei den Vintage-Modulen aber ähnlich.

Was der Neve-Enthusiast vielleicht vermissen könnte, ist der Low-Cut der Vintage-Module, der bei diesen ebenfalls Induktor- basiert arbeitet, was ihm einen besonderen Charakter verleiht. Der Low-Cut des Shelford Channel ist dagegen eher brav und »technisch «. Dafür arbeitet er artefaktarm und ist stufenlos regelbar. Und weil man das Tiefenband des EQ auch im Peak-Modus betreiben kann, bietet der Shelford Channel durchaus Möglichkeiten zur Bass-Modellierung, die über die eines Vintage Neve 1073 hinaus gehen.

Ein bisschen mehr Flexibilität hätte ich mir fürs Höhenband gewünscht. Mit den beiden Einsatzfrequenzen 8 und 16 kHz kommt man aus, aber ein zusätzlicher Punkt dazwischen wäre bisweilen wünschenswert. Der Sound stimmt aber: Es sind diese typischen Neve-Höhen, die auf eigenartige Weise klar und direkt wirken, gleichzeitig aber auch zurückhaltend und ein wenig rau. Definitiv ganz anders als etwa die strahlenden Höhen eines Pultecs. Der − für mich zumindest − beste Teil eines Neve-EQs ist das Mittenband, das wunderbar weich und charakterstark den Klang formt, ohne dass das Ergebnis nach EQ klingt − eine typische Eigenschaft von Inductor-EQs. Ich werde es nicht müde zu wiederholen: Die Coolen regeln mit Spulen!

Ein Highlight ist auch der Kompressor des Shelford Channel. Denn er besitzt den Vintage-Charakter eines Diodenbrücken Kompressors, gleichzeitig hat ihm Rupert Neve mächtig Beine gemacht. Der Shelford Kompressor kann bei Bedarf bedeutend schneller zupacken als Neves alter 2254, und er ist deutlich rauschärmer. Beides ist sehr wichtig für einen Channelstrip, der ja primär als Front-End dienen soll. Als Bus-Kompressor mag ein alter 2254 (und dessen immer zahlreicher werdenden Clones) schnell genug sein, doch für Aufnahmen, nicht zuletzt von Sprache, Rap und flotteren Rock/Pop-Vocals braucht man einen Kompressor, der auch schnelle Konsonanten erfasst, sonst ist der Griff zum De-Esser vorprogrammiert. Der Shelford Kompressor macht das wirklich gut. Er kann aber auch, ganz vintage, Streicher und Bläser-Ensembles smooth zusammenhalten. Ein bisschen eingeschränkt ist der Einsatz auf Drums und Percussion, weil  Attack und Release nicht unabhängig voneinander geregelt werden können. Wer den Snare-Teppich hochziehen will, muss daher
auch den Snare-Attack plätten. Etwas Abhilfe schafft in solchen Fällen der Mix-Regler. Was der Shelford Kompressor sehr gut beherrscht, ist das unauffällige Verdichten von Signalen jeder Art.

Extrem gut gefallen hat mir der Instrumenteneingang: Der Shelford Channel macht sich absolut großartig als Bass-DI. Der Grundsound ist schon sehr prall, und mit EQ und Kompressor sowie Silk im blauen Modus lassen sich erstklassige E-Bass-Sounds von McCartney bis Mark King zaubern. Ähnliches gilt für E-Gitarren. Eigentlich bin ich kein Freund von DI-Gitarren-Sounds, doch beim Shelford Channel bin ich sofort schwach geworden. Mit einer Absenkung bei 400 Hz (typisch für Fender-Amps) und der Silk-Funktion im roten Modus macht der Shelford Channel einen tollen, strahlenden Clean-Sound für Pop-Produktionen, und mit leicht zurückgedrehtem Höhenregler sind auch schöne gedeckte Jazz-Gitarren-Sounds möglich.

Fazit

Den Shelford Channel muss man sich vorstellen wie einen Stapel der begehrtesten Vintage-Neve-Module, tropfnass aus dem Jungbrunnen gezogen. Der Shelford Channel klingt stets klassisch, aber dank Silk/Texture-Funktion reicht sein Spektrum von Spät-60er bis Früh-80er. Gleichzeitig besitzt er viele Tugenden jüngerer Rupert-Neve-Entwicklungen, denn er arbeitet sehr übersteuerungsfest und rauscharm.

Der Inductor-EQ ist der vielleicht klassischste Teil des Shelford Channel: muskulöse Bässe, geschmeidige Mitten und diese unnachahmlich klaren »britischen« Höhen: Das ist Vintage-Neve-Sound vom Feinsten. Der Diodenbrücken-Kompressor ist eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber dem alten Neve 2254; Klang- und Regelcharakteristik sind ähnlich, doch der Shelford Kompressor kann bei Bedarf weitaus schneller zupacken, und er bleibt auch bei starker Kompression rauscharm − beides Eigenschaften, die für aktuelle Musikstile und Produktionstechniken Gold wert sind.

Der Shelford Channel ist somit kein Museumsstück für Gralshüter, sondern ein praxisgerechtes Neugerät mit dem Sound der goldenen Jahre − nur variabler und besser auf die heutigen Anforderungen zugeschnitten. Hut ab, mit seinen 90 Jahren ist Rupert Neve immer noch am Puls der Zeit!



+++ klassischer, dennoch variabler Grundsound

+++ Vintage-Design, aktualisiert für heutige Anforderungen
+++ hervorragender DI-Input
++    sehr gute technische Werte
++    saubere Verarbeitung

Shelford Channel Hersteller/Vertrieb Rupert Neve Designs/Mega Audio
UvP/Straßenpreis 4.516,05 Euro / ca. 3.800,− Euro

www.megaaudio.de

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