Kompakter Edelmonitor aus den USA

Studiomonitor Event Electronics ASP8 im Test

Die Studio Precision Serie des amerikanischen Herstellers Event Electronics besteht zurzeit aus vier Modellen. Jeweils in passiver oder aktiver Ausführung gibt es ein Modell mit 6,5″-Tieftöner und eines mit 8″-Tieftöner.

event-electronics-asp8-titel
(Bild: Dieter Stork)

Alle Lautsprecher verfügen über eine 1″-Hochtonkalotte. Die von uns getestete aktive ASP8 ist somit das Top-Modell dieser Baureihe. Beide Chassis sind mit magnetisch geschirmten Neodym-Antrieben ausgerüstet und werden von jeweils eigenen Verstärkermodulen mit 200 bzw. 80 Watt Leistung angetrieben.

Anzeige

Die Softdome-Gewebekalotte ist mit einem kurzen Hornansatz versehen, der für ein kontrolliertes Abstrahlverhalten in den Mitten sorgt und gleichzeitig auch noch die Sensitivity auf Achse kräftig erhöht. Man erreicht damit gleich zwei wichtige Vorteile: An der Übergangsstelle zum Tieftöner wird die sonst unvermeidliche Sprungstelle in der Directivity vermieden, da hier der schon eng bündelnde Tieftöner auf den sonst ohne Horn fast 180° breit strahlenden kleinen Hochtöner trifft. Mit Hilfe des Horns kann der Öffnungswinkel passend auf den Übergang eingestellt werden. Die Steigerung der Sensitivity durch Erhöhung des Strahlungswiderstandes hilft dem kleinen Hochtöner vor allem in dem Frequenzbereich direkt oberhalb der Trennfrequenz, wo er es grundsätzlich eher schwer hat, mit dem Tieftöner mitzuhalten. Betrachtet man diese Aspekte, dann ist der Hornansatz vor der Kalotte eigentlich ein absolutes Muss. Ein bekannter Entwickler und Hersteller sehr guter HiFi- Boxen äußerte übrigens gegenüber Sound&Recording zu dem Thema einmal, dass er sich dieses Umstandes zwar völlig bewusst sei, aber trotzdem lieber auf den Hornansatz verzichte, weil die meisten Tester das Horn schon nur bei seinem Anblick „hören” würden und er so keine Chance mehr auf einen guten Test hätte. Unter professionellen Gesichtspunkten betrachtet weiß man die Vorteile des Horns jedoch sehr wohl zu schätzen und ebenso, dass damit keine signifikanten Nachteile einhergehen. Ein weiterer Diskussionspunkt, der die Gemüter sprichwörtlich zu erhitzen in der Lage ist, ist die Ferrofluid-Füllung im Luftspalt von Hochtönern, wie sie auch in der ASP8 vorliegt. Die Vorteile liegen in einer fast perfekten Bedämpfung der Grundresonanz des Treibers und in der extrem verbesserten Wärmeabfuhr der ständig vom Hitzetod bedrohten zarten Schwingspule eines Hochtöners. Gegner der Ferrofluids bezichtigen solche Hochtöner einer mangelnden Dynamik.

Messergebnisse

Zurück zur harten Realität der Messergebnisse gibt es bei der ASP8 einen von 38 Hz bis 29 kHz ausgedehnten Frequenzgang (–6 dB Punkte) und eine Welligkeit von 5,2 dB (größter Peak zu tiefstem Einbruch). Tendenziell kann man von einer leichten Höhenbetonung auf Achse sprechen und einer Überhöhung von ca. 1,5 dB in den Mitten zwischen 500 Hz und 1 kHz. Die weiteren Kurven zeigen die Möglichkeiten zur Einstellung der Ortsanpassungsfilter, die mit Trimmern stufenlos zwischen –3 und +3 dB eingestellt werden können. Zusätzlich gibt es noch ein schaltbares 80 Hz Hochpassfilter 2. Ordnung. Sieht man sich die Kurven der Maximalpegel an, dann fällt zunächst einmal der mit 104,4 dB extrem hohe Wert im Bassbereich von 50 Hz bis 100 Hz auf. Dieser dürfte dem 8″-Chassis zu verdanken sein und der recht aufwändigen Bassreflexkonstruktion mit langen, gebogen in die Box hineinlaufenden Tunneln. So ist es auch in kompakten Gehäusen möglich lange Tunnel zu realisieren, die dann eine entsprechend große Fläche haben, um Portcompression und Strömungsgeräusche zu reduzieren.

Die rote (für 3 % THD gültige) Maximalpegelkurve zeigt für den Tieftöner gewisse Schwächen im Grundtonbereich, die offensichtlich für den höheren 10 %-Grenzwert nicht mehr auftreten. Oberhalb von 2 kHz setzt dann sehr kräftig und verzerrungsarm der Hochtöner ein, der es hier immerhin auf 110 dB bringt. Insgesamt führen jedoch die starken Schwankungen im maximalen SPL zu einer Abwertung im Gesamtbild.

Im Zerfallsspektrum gibt es im Bereich bis 1 kHz einige kleine Resonanzen zu beobachten, darüber hinaus verhält sich die ASP8 sauber. In den Isobarenkurven für das Abstrahlverhalten in der horizontalen und vertikalen Ebene fällt eine bei 8 kHz schlagartig einsetzende verschärfte Bündelung auf. Unterhalb von 8 kHz arbeitet der Abhörlautsprecher in beiden Ebenen insgesamt sehr breit mit Öffnungswinkeln von über 120°, was einem bei der Arbeit einen großen Bewegungsspielraum hinter dem Pult verschafft. Kommt man zum Schluss noch zu den eher peripheren Messwerten des Störpegels und der Paarabweichung, dort kann die ASP8 in beiden Fällen nicht so richtig überzeugen. 26,5 dBA Störpegel und eine Paarabweichung von 2,74 dB bilden keine Glanzstücke.

Hörtest

Im Hörtest gab sich die ASP8 in allen Kategorien sehr ausgeglichen und entsprach einem guten Mittelmaß im Testfeld der ersten zwölf Monitore unserer gesamten Testreihe. Eine Ausnahme stellten die Basswiedergabe und die Pegelfestigkeit in der Basswiedergabe dar: Hier hob sich die ASP8 deutlich vom Mittelfeld ab und konnte punkten. Das Gesamturteil im Hörtest könnte daher lauten: Ein insgesamt ordentliches System mit besonderen Stärken in der Basswiedergabe sowohl bei der Tiefbassfähigkeit als auch in der Pegelfestigkeit.


Ergebnisse

Störpegel (A-bew.):
26,5 dBA (Abstand 10 cm)
hor. STABW (Schwankungsbreite):
19 Grad (–6 dB Iso 100 Hz–10 kHz)
ver. STABW (Schwankungsbreite):
35 Grad (–6 dB Iso 100 Hz–10 kHz)
Max. Nutzlautstärke:
102,9 dB (3 % THD 100 Hz–10 kHz)
Basstauglichkeit:
104,4 dB (10 % THD 50–100 Hz)
Paarabweichungen:
2,74 dB (Maxwert 100 Hz–10 kHz)
Abmessungen:
317 × 406 × 302 (B × H × T) in mm
Gewicht: 14,7 kg
Paarpreis: ca. 1.595 €


Fazit

Die ASP8 kommt äußerlich als sauber und wertig verarbeiteter Lautsprecher mit in Hochglanz lackierter Frontplatte und edler Bestückung ausgestatteter Studiomonitor daher. In puncto Ausstattung gibt es kaum offene Wünsche. Einzig ein digitaler Eingang und ein Meterbridge-Filter zur Korrektur von Reflexionen am Mischpult fehlen vielleicht für bestimmte Anwendungen. Klanglich und messtechnisch erfüllt die ASP8 in den wichtigsten Kategorien alle Voraussetzungen für einen professionellen Monitor. Seine große Stärke ist die Basswiedergabe. Der Preis von 1.595€ für das Paar erscheint angemessen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren: