Klanggestaltung mit 72 passiven Filtern

SPL Passeq

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(Bild: Dieter Stork)

Passeq bedeutet „Passiver Equalizer“, und für viele Sound-Gourmets ist diese Technik jeder anderen Art von Equalizing überlegen. Der Pegelregelung dienen zudem die neuen Volume-Controller Volume2 und Volume8.

SPL geht abgesehen von der aufwändigen passiven Filterung zusätzlich noch radikal kompromisslos vor und bietet mit dem Passeq auf 4 HE den Zugriff auf 36 Cut- und 36 Boost-Frequenzen pro Kanal. Das sind erste auffälligen Features des SPL Passeq, der zur Musikmesse / Pro Light + Sound in Frankfurt eingeführt wird. Zu einem Hands On-Preview hatten wir das repräsentative Stück im Laborraum der Redaktion, zusammen mit zwei voll analogen Volume-Controllern (Stereo und Surround), die SPL ebenfalls in Frankfurt launchen wird.

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Der Passeq

Die pro Kanal anwählbaren Frequenzen für Anhebung einerseits, Absenkung andererseits sind nicht identisch – sie liegen versetzt nebeneinander. Man könnte auch sagen: Sie bilden miteinander „verzahnte” Bereiche. Mit den 36 plus 36 Frequenzen sind auf diese Weise Kurvenverläufe („Slopes”) in einer Vielfalt möglich, wie das bisher bei einem passiven EQ noch nicht möglich war. Neben den Peak-Filtern sind Hi Cut, Low Cut und Low Boost als Shelving-Filter ausgelegt. Das HF-Band bietet eine variable Güte-Einstellung.

Technik

Bei einem passiven Equalizer kann man grundsätzlich nur Frequenzen absenken. Eine einzelne Frequenz abzusenken ist einfach, will man aber eine Frequenz verstärken, muss man alle anderen Frequenzen absenken. Die dabei auftretende Verlustleistung wird durch den Aufholverstärker am Ende kompensiert. Diese Bearbeitungsstufe basiert auf SPL-eigenen Operationsverstärkern, die mit 120 Volt betrieben werden. Erreicht werden laut Herstellerangabe ein Rauschspannungsabstand von 116 dB und eine Übersteuerungsfestigkeit von +34 dB, bei einem Dynamikumfang von ca. 150 dB – technische Daten, die zu den Alleinstellungsmerkmalen dieses EQs gehören.

Die Frequenz, die selektiert wird, ergibt sich bei der passiven Bauweise aus einer Abstimmung von Spule, Widerstand und Kondensator. Dieses Netzwerk wurde hier für jede Frequenz in den Boost- oder Cut-Bändern individuell berechnet. Es wurden zudem nicht wie bisher üblich die verschiedenen Wicklungen auf einen Spulenkern gebracht, sondern für jede Frequenz eine eigene Spule individuell ausgesucht. Ein „angenehmer” oder „schöner” Klang war für die Entwickler dabei das Kriterium – ein subjektiver Parameter, der sich einem Datenblatt bewusst entzieht. Daraus erwächst ein Begriff wie „Frequenz-Klangfarben”, die nicht nur einzeln ausgesucht, sondern mithin auch gestaltet werden. Für die wichtigsten Frequenzen im Vokal-Bereich wurden die Spulen sogar eigens gefertigt. Hier enthält der Passeq also keine Industriebauteile, sondern Custommade-Komponenten.

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Die Bänder und Frequenzen des Passeq – Boost- und Cut-Frequenzen wurden gegeneinander versetzt

Fazit

Angesprochen werden hier Spezialisten der Klanggestaltung, der Passeq von SPL Electronics versteht sich als Nobel-Tool für den Einsatz im Recording, Mixing und – last not least – Mastering. Qualitativ hochwertige Bauteile wie zum Beispiel Ein- und Ausgangstransformer von Lundahl, überdimensionierte Ringkern-Transformatoren und allgemein eine Bauweise „aus dem Vollen” sorgen außer für Qualität natürlich auch für klare Zugehörigkeit zu einer Preiskategorie, die in anderen Marktsegmenten gern mit Attributen wie „audiophil” oder „Hi End” versehen wird.

Volume2 und Volume8

Viele Betreiber von DAWs brauchen einen analogen Volume Controller, weil sie – systembedingt – sonst mit dem DA-Wandler das Monitoring-Signal auf Abhörlautstärke dämpfen müssen. Die Reduktion auf diesem Weg führt zwangsläufig zu Klangverlusten. An dieser Stelle betreten diese zwei Drehpoti-Controller (215 mm breit, 80 mm hoch) die Szene. Sie dienen ausschließlich der komfortablen, analogen Lautstärkeregelung: der Volume2 für zwei, der Volume8 für bis zu acht Kanäle.

Beide Geräte verfügen über aktive Schaltungen. Der Grund: Passive Schaltungen verändern bei Pegeländerungen auch Impedanzen und verhindern so einen linearen Frequenzgang. Die Netzteile sind mit großzügig dimensionierten Ringkerntransformatoren ausgestattet. Verbaut wurden Potentiometer von ALPS, beim Volume8 ist es ein eigens gefertigtes Acht-Ebenen-Poti mit dem erforderlichen exakten Gleichlauf über alle Ebenen. Beide Pegelsteller haben auch eine Mute-Schaltung, bei der Achtkanal-Einheit wird sie über Relais realisiert. Die Aluminiumknöpfe vom Durchmesser 45 mm sowie das elegante Gehäuse sorgen für ein „wertiges” Bedien-Feeling, das Format erlaubt eine flexible Positionierung in jeder Workstation-Arbeitsumgebung.

Preise:

Passeq: ca. 3.999 Euro

Volume2: ca. 299 Euro

Volume8: ca. 499 Euro

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