Essenzen

Rupert Neve Designs Newton Channel Strip im Test

Anzeige

Es gibt nur wenige Nachnamen in der Audiotechnik, die mit so viel Strahlkraft daherkommen wie Neve. Sir Rupert Neve, 2021 94-jährig verstorben, war der Ankerpunkt von AMS Neve, aber auch von Amek und Focusrite. Sein letztes Betätigungsfeld war RND: Rupert Neve Designs. Das Unternehmen besteht weiter und hält das Erbe hoch. So kommen auch in diesem Jahr Geräte auf den Markt, die seinen Namen tragen, ja sogar mit seiner Unterschrift geschmückt sind.

Anzeige

>> Den vollständigen Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 06/23 <<

Der Rupert Neve Designs Newton ist ein Channel Strip, aber beileibe weder der erste von RND noch von Rupert Neve, wie ein Blick auf den beliebten Amek Pure Path oder auch den RND Shelford Channel. Letzterer, hier bei Sound & Recording in Ausgabe 03/2017 getestet, ist ein wahres Highlight in der Produktpalette von Rupert Neve Designs und ein wahrer Alleskönner im Rack. Allerdings kann er auch unangenehme Dinge, namentlich vor allem: Löcher in Budgets reißen. Statt deutlich über vier kostet der neue RND Newton unter zweieinhalb große Scheine. Da drängt sich natürlich nicht nur die Frage auf, wie der Newton für sich betrachtet performt, sondern auch, wo er eventuell zurückstecken muss.

Der RND Newton Channel ist relativ simpel gehalten, hat aber dennoch ein paar Spezialitäten an Bord.
Der RND Newton Channel ist relativ simpel gehalten, hat aber dennoch ein paar Spezialitäten an Bord.

Der Blick auf die Frontplatte zeigt im Wesentlichen bekannte Kost. Die Preamp-Sektion links verfügt natürlich über Phantomspeisung. Ein schaltbares Gain mit einer Range von 6 bis 66 dB setzt die Vorverstärkung. Ein Trim, der insgesamt 12 dB überstreicht, kann vom eingestellten Wert abweichen. Das mit einem »ø« markierte Schalterchen invertiert die Signalpolarität und ist wie fast alle anderen innenbeleuchtbar. Ein zweipoliges Hochpassfilter, schaltbar und zwischen 20 und 250 Hz Grenzfrequenz regelbar, rundet die Eingangssektion ab.

Preamp mit Grobrasterung, Feinrasterung und flexiblem HPF
Preamp mit Grobrasterung, Feinrasterung und flexiblem HPF

Es folgt ein Equalizer – sowohl von links nach rechts auf der Frontplatte als auch im Signalflussdiagramm. Allerdings lässt sich die EQ-Sektion auch hinter den Kompressor schalten (das dann selbstredend nur im Signalfluss). Die Parametrisierung der Klangregelung mutet eher dürftig an. Low- und High-Shelf bieten jeweils zwei Einsatzfrequenzen an (60/120 Hz und 8/16 kHz), die Mitten sind schaltbar von 220 Hz bis 7 kHz. Schlimm? Nicht unbedingt: Ich nutze ein Pult mit einem sehr simplen EQ: Höhen, Mitten und Tiefen, fertig. Dass Gain nicht bis ±15 dB, sondern nur bis ±12 dB reicht, zeigt ebenfalls, dass RND hier gar keinen chirurgischen EQ, sondern eher einen Wegweiser beim Recording haben will.

>> Den vollständigen Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 06/23  <<

Keine Überraschungen gibt es auch in der Dynamikabteilung. Threshold, Release-Time (50 – 500 ms) und Make-up-Gain sind die einzigen Regler des Fixed-Ratio-Kompressors (20 ms). Im Vergleich zum Shelford und auch anderen Kompressoren im RND-Programm hat der des Newton also reichlich Federn lassen müssen. Wie die EQ-Sektion, so lässt sich auch der Kompressor aus dem Signalweg nehmen.

Equalizer-Sektion mit halbparametrischer Mittenglocke und Shelves mit je zwei Einsatzfrequenzen
Equalizer-Sektion mit halbparametrischer Mittenglocke und Shelves mit je zwei Einsatzfrequenzen

Im Anschluss vermag eine Sättigungsschaltung das Signal mit Harmonischen anzureichern (»Texture«). Diese auch von anderen RND-Prozessoren bekannte »Silk«-Schaltung ist in ihrer Stärke variabel. Mit dem Drucktaster lassen sich Bypass der Sektion, »Red« und »Blue« durchwechseln. Ein rotes Leuchten bedeutet, dass die Generierung der Harmonischen in erster Linie ab den Hochmitten geschieht, blaues Leuchten dickt auf Grundlage tiefer Frequenzen an. Ich werde mich nie daran gewöhnen: Für mich wären »Tiefen« eher rot, »Höhen« eher blau als umgekehrt. Zwei achtsegmentige LED-Meter zeigen Ausgangspegel in dBu und die Gain Reduction des Kompressors in dB an.

Hersteller/Vertrieb

Rupert Neve Designs / Mega Audio

Internet

UvP

2.429,– Euro

Unsere Meinung

+++ hochwertiges, präzises Front-End

+++ einfach und fehlerarm zu bedienen

++   wichtigste Bearbeitungen in einem Prozessor

++   RNDs bekannt und beliebte Silk-Schaltung

     nur Combobuchse auf Rückseite, keine Mic/Line/DI-Schaltung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.