Produkt: Sound & Recording 05/2020
Sound & Recording 05/2020
IM TEST: Synth-Werk SW-3P-2020 - Modularsystem, Zoom H8 – Mehrspur-Mobilrekorder & Super 6 – Polyfoner Hybridsynthesizer +++ STORY: Henry and the Waiter – Produziert und vermarktet in Eigenregie +++ PRAXIS: Mixing-Tutorial – Master-Bus-EQ +++
Die Messdaten

PSI Audio A14-MS3 – Nahfeldmonitor im Test

Die Anfänge des Schweizer Lautsprecherherstellers PSI Audio gehen bis in das Jahr 1975 zurück, als Firmengründer Alain Roux in Lausanne begann, noch während des Studiums seine ersten Lautsprecher zu entwickeln. Neben vielen Eigenprodukten im Hi-Fi- und auch im PA-Sektor entwickelte und produzierte PSI fortan für diverse namhafte Marken, zu denen u. a. auch Studer gehörte.

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Mit dem Verkauf von Studer 2004 endete die bis dahin erfolgreiche Zusammenarbeit, und die Marke PSI Audio wurde gegründet. Seitdem konzentriert man sich auf Studiomonitore der gehobenen Kategorie. Die aktuelle Produktpalette besteht aus sieben Monitore und zwei Subwoofern.

Äußerlich fallen die PSI-Monitore durch ihre satte dunkelrote Farbe und ihr ansonsten eher unauffälliges und funktionales Design auf. Die quaderförmigen Gehäuse besitzen nur leicht gerundete Kanten, ein simples, in die Front eingefrästes Waveguide für den Hochtöner und eine in die Rückwand eingelassene Elektronik. Alle Teile und die Oberfläche des Gehäuses sind hochwertig verarbeitet und vermitteln schon beim ersten Hinsehen und Anfassen einen edlen Eindruck. Das kleineste Model, die hier vorgestellte A14-M, bietet PSI in zwei Ausführungen für Studio und Broadcast an. Die Broadcast-Version trägt ein schützendes Gitter vor dem Tieftöner, hat einen Pegelsteller auf der Frontseite und wird mit einem Montagebügel geliefert. Der typische Einsatzbereich der A14 ist an Regieplätzen, in Übertragungswagen oder als Nahfeldmonitor im Studio.

Rückansicht des kompakten Monitors
Ein Blick auf die Elektronik auf der Innenseite der Rückwand. Die A14 arbeitet mit einem klassischen Ringkerntrafo und aufwendiger Analogtechnik für die Filter.

Der kleine 147-mm-Tieftöner der A14 arbeitet auf ein Bassreflexgehäuse, dessen Tunnelöffnung als breiter Spalt unten auf der Frontseite ausgeführt ist. Im Hochtonbereich mit einer Trennfrequenz von 3,6 kHz kommt in der Modelvariante s3 erstmals eine 25-mm-Hochtonkalotte komplett aus eigener Entwicklung und Fertigung von PSI zum Einsatz. Die gesamte Elektronik befindet sich auf der herausnehmbaren Rückwand, die auch gleichzeitig als Kühlfläche dient. Ein eigenes Innengehäuse für die Elektronik gibt es jedoch nicht. Für die Endstufen werden im Datenblatt Leistungswerte von 70+30 Watt angegeben. Spätestens jetzt wird es interessant. Wo andere Hersteller einen DSP in der Box als Qualitätskriterium herausstellen und auf dessen Möglichkeiten und Fähigkeiten verweisen, wirbt PSI geradezu provokativ mit dem Slogan »100 % pure analog technology – no DSP«. Konsequenterweise bleibt man auch beim Schaltungskonzept der selbst entwickelten Endstufen konservativ und setzt auf klassische Class-G-Schaltungen. Class-G ist eine Weiterentwicklung der bekannten Class-AB-Schaltung mit einer mehrstufigen Versorgungsspannung, womit die Verlustleistung reduziert werden kann.

Als weitere Besonderheit der PSI-Monitore werden das AOI- und CPR-System genannt. AOI steht hier für »Adaptiv Output Impedance« und bezieht sich auf eine Optimierung der Ausgangsimpedanz der Endstufe anhand einer Strommessung im Signalweg zum Lautsprecher. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Membranbewegung ziehen, und es kann bei Bedarf entsprechend gegengesteuert werden, was dann wiederum in einem besseren Impulsverhalten der einzelnen Wege resultiert. CPR ist das Kürzel für »Compensated Phase Response« und beschreibt, einfach ausgedrückt, eine mit analoger Schaltungstechnik ausgeführte Laufzeit und Phasenkompensation der einzelnen Wege. Daneben gibt es noch viele andere Funktion der komplexen analogen Schaltung im A14 Monitor, die sich am besten anschaulich anhand des kleinen Blockschaltbildes aus Abb.09 erläutern lassen.


Aus dem Messlabor…

… unter reflexionsfreien Bedingungen stammen die folgenden Messungen zum Frequenzgang, zum Abstrahlverhalten und zu den Verzerrungswerten. Der Klasse-1-Messraum erlaubt Messentfernung bis zu 8 m und bietet Freifeldbedingungen ab 100 Hz aufwärts. Alle Messungen erfolgen mit einem B&K 1/4″-4939-Messmikrofon bei 96 kHz Abtastrate und 24 Bit Auflösung mit dem Monkey-Forest Audio-Messsystem. Messungen unterhalb von 100 Hz erfolgen als kombinierte Nahfeld-Fernfeldmessungen.

01 Frequenzgang auf Achse (rote Kurve) gemessen in 2 m Entfernung. Die grüne Linie zeigt den Übertragungsbereich (–6 dB) von 55 Hz bis 21 kHz. In Grau die Welligkeit zwischen 100 Hz und 10 kHz mit ±1,45 dB. Unten die Filterkurven der Roll-Off Filters mit Einstellungen von 0 bis –10 dB.
02 Phasengang der A14-M. Die X-Over Funktion bei 3,6 kHz ist so ausgeführt, dass die üblichen 360°-Phasendrehungen in der Summenfunktionen nicht auftreten.
03 Spektrogramm der A14 mit einem nahezu perfekten Ausschwingverhalten
04 Horizontales Abstrahlverhalten in der Isobarendarstellung. Der Pegel ist beim Übergang von Orange auf Gelb um 6 dB gegenüber der Mittelachse abgefallen. Der mittlere Abstrahlwinkel oberhalb zwischen 1 kHz und 10 kHz beträgt 120°.
05 Vertikales Abstrahlverhalten der T7V. Der Übergang vom Mittel- zum Hochtöner ist bei 3,6 kHz als Einschnürung zu erkennen. Der mittlere Abstrahlwinkel zwischen1 kHz und 10 kHz beträgt 90°.
06 Maximalpegel bezogen auf 1 m Entfernung bei höchstens 3 % Verzerrungen (rote Kurve) und bei höchstens 10 % Verzerrung (blaue Kurve) für den Tieftonbereich bis 300 Hz. Der Verlauf ist gleichmäßig und bis auf den schmalen Einbruch bei 1,3 kHz frei von Schwachstellen.
07 Messung der Intermodulationsverzerrungen mit einem Multitonsignal mit EIA- 426B Spektrum und 12 dB Crestfaktor für 10 % Verzerrungsanteil. Auf 1 m im Freifeld bezogen wird dabei ein Pegel von 92 dBA als Leq und von 107 dB als Lpk erreicht.
08 Gemittelte Frequenzgangmessung über je 30 Position für den linken und rechten Lautsprecher um den Hörplatz (blau). Daraus abgeleitete Einstellung des Raum-EQs in Grün und der gemittelte Verlauf mit EQ in Rot. Die gestrichelte Kurve wurde bei der Filtereinstellung als Zielfunktion genutzt.
09 Blockschaltbild der A14


Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 06/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller/Vertrieb: PSI Audio / Audiowerk
UvP/Straßenpreis pro Paar: 2.598,– Euro / ca. 2.300,– Euro

Internet
www.psiaudio.swiss
www.audiowerk.eu

Unsere Meinung:
+++ Messwerte
+ Klangqualität
+ Einsatzmöglichkeiten
+++ Verarbeitung und Wertigkeit
++ Preis/Leistungs-Verhältnis

 

Profil PSI Audio A14-Ms3:

Frequenzbereich: 55 Hz – 21 kHz (–6 dB)
Welligkeit: 2,9 dB (100 Hz – 10 kHz)
hor. Öffnungswinkel: 120 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
hor. STABW (Standardabweichung): 19 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
ver. Öffnungswinkel: 90 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
ver. STABW (Standardabweichung): 33 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
max. Nutzlautstärke: 100,2 dB (3 % THD 100 Hz – 10 kHz)
Basstauglichkeit: 90 dB (10 % THD 50 – 100 Hz)
Maximalpegel in 1 m (Freifeld) mit EIA-426B Signal bei Vollaussteuerung: 92 dBA Leq und 107 dB Peak
Paarabweichungen: 1,2 dB (Maxwert 100 Hz – 10 kHz)
Störpegel (A-bew.): 24 dBA (10 cm)
Maße/Gewicht: 163 x 243 x 170 mm (BxHxT) / 4,9 kg

Produkt: Sound & Recording 12/2019 Digital
Sound & Recording 12/2019 Digital
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