Re-Launch − und viele Knöppe!

Novation Launch Control USB-MIDI-Controller im Test

Viele Nutzer des Launch Pads vermissten bei der Steuerung von Ableton Live an dem altbewährten MIDI-Controller bisweilen dedizierte Drehregler. Immerhin lässt sich über die Gummi-Buttons des Launch Pads das Wichtigste regeln, aber eben mit sehr geringer Auflösung und: Schön ist anders! Novation bietet mit Launch Control nun eine praktische Erweiterung: Launch Control werden 16 griffige Drehregler neben zahlreichen anderen Bedienelementen spendiert — und alles ist hübsch für Ableton Live vorkonfiguriert.042004

Zum Lieferumfang gehören neben einem USB-Kabel auch ein Quickstart-Guide und eine Karte mit Autorisierungs-Code. Nach Registrierung auf der Hersteller-Website lässt sich somit eine kostenlose Version von Ableton Live Lite und ein Sample-Pack herunterladen − Einsteiger können mit diesem Doppelpack schon mal durchstarten.

Anzeige

Mit einem Gewicht von knapp unter einem Kilo macht der Winzling mit Ausmaßen von 290 x 145 x 72 mm einen stabilen Eindruck. Die Verarbeitung ist gut, und alleDrehregler sitzen fest auf ihrer Achse. Die acht gummierten Pads darunter sind mit einer dreifarbigen (rot/grün/gelb) Hintergrundbeleuchtung ausgestattet. Auf der rechten Seite sind sechs Buttons zur Navigation und Template-Auswahl eingelassen.

Klar, dass eine so kleine Kiste ohne Netzteil auskommt und ihren Strom ausschließ- lich über den USB-Port bezieht. Die Buchse ist praktischerweise an der Seite angebracht, sodass man den Controller bündig vor einem Laptop oder dem Launchpad positionieren kann. Hilfreich wäre evtl. noch eine HubFunktionalität gewesen, denn beim Einsatz als »Erweiterung« muss man leider einen zweiten USB-Port am Computer verbraten oder das Ganze eben mit einem USB-Hub verstöpseln.


 

sr_0316_1_800_pixel

Sound&Recording 03/16 – DAW Controller Special 

In der Sound&Recording-Ausgabe 03/16 stehen DAW-Controller im Fokus. Wir haben Ableton Push 2, NI Maschine und Komplete Kontrol S, Bitwig Surface Pro, das iPad Pro als Controller für euch getestet. In der StudioszeneD erfahrt ihr, wie die AVID S3 das Mixing von “Astronaut” von Sido und Andreas Bourani beeinflusst hat. Außerdem durften wir einen Blick hinter die Kulissen von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ werfen. Studio-Story: Dave O’Donnell produziert Keith Richards drittes Solo-Album Crosseyed Heart. Außerdem im Heft: Testberichte zu den UAD-2-Plug-ins Eventide H 910, AKG BX20 und Cinematique Instruments Ensemblia − Update 1.5. In De/constructed nimmt Henning Verlage The Chemical Brothers – Go auseinander.

>> Hier könnt ihr die Sound&Recording-Ausgabe 03/16 versandkostenfrei bestellen <<

 

 


 

Im Betrieb

In Ableton Live wird der Controller automatisch erkannt, und die ersten drei Factory-Templates sind speziell für diese DAW optimiert.

Der erste Modus steuert den Mixer. Die unteren Drehregler übernehmen hier die Funktion der Lautstärke-Fader von den ersten acht Kanälen, während die oberen Regler das Panorama steuern. Die Pads hingegen sind den Mute-Schaltern zugewiesen. Betä- tigt man den Button [Abwärtspfeil], wechselt die Zuweisung zu Sends »A« und »B«. Die beiden Links-/Rechts-Taster verschieben das Controller-Oktett schrittweise um einen Kanalzug. Eine feine Sache, nur muss man in diesem Fall immer wieder einen Blick auf die untere Statuszeile in Ableton werfen, um zu erfahren, an welcher Position man sich gegenwärtig befindet, denn ein LC-Display fehlt offensichtlich.

Modus Nummer zwei widmet sich dem »Clip Launcher«, welcher selbstverständlich jeweils nur durch eine Scene auf den Pads repräsentiert werden kann.

Instrumente und Effekte hingegen lassen sich im dritten Modus steuern. Ist der jewei – lige Kanal geöffnet, kann man dort eines der Devices selektieren, und die Parameter sind automatisch den physikalischen Bedien – elementen zugewiesen.

Der Editor für Launch Control steht für Mac und PC kostenlos zum Download bereit.

Novation-Launch-Control
Alle 16 Drehregler, acht Pads und vier Buttons lassen sich im Editor komfortabel mit individuellen Notenwerten und MIDI-Kanälen belegen. Für die Pads sind sogar zwei Modi namens »Momentary« und »Toggle« im Angebot. Da das Gerät dank der User- und Factory-Templates über 16 Bänke verfügt, ergibt sich eine Steuerung von bis zu 448 Parametern.

Fazit

Novation hat hier einen kleinen, aber nütz – lichen Controller für PC, Mac und iPad (mit Camera Connection Kit) nachgelegt, der in erster Linie im Verbund mit Ableton Live Sinn macht. Auch wenn die Integration hervorragend gelöst ist, benötigt man für die Fernsteuerung − gerade nach einem Modus-Wechsel − etwas Übung, da einen das fehlende LC-Display hier und da im Dunklen tappen lässt und zu einem Blick auf den ComputerMonitor zwingt.

Die gute Verarbeitung und die mehrfarbig hintergrundbeleuchteten Pads gehören bei Novation schon zur Tagesordnung und rechtfertigen den Preis mit bestem Gewissen.

+++ dreifarbige Pads

+++ gute Verarbeitung

++ gelungene Ableton-Integration

–– kein LC-Display

– keine Kaskadierung über USB-Hub


 

Launch Control

042002Hersteller/Vertrieb

Novation

UvP/Straßenpreis

111,— Euro / ca. 100,— Euro

www.novationmusic.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren: