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Neumann V 402 – Mikrofonvorverstärker im Test

Neumann V 402 (Bild: Dr. Andreas Hau)

Neumanns Teaser-Videos sorgten für allerhand Diskussionen im Netz. Was ist dieses geheimnisvolle Produkt, das da für Juli angekündigt wurde? Ein Audio-Interface? Vielleicht ein neuartiges Mikrofonsystem mit 19-Zoll-Steuereinheit? Alles schien möglich, hatten die Berliner doch erst letztes Jahr einen veritablen Coup gelandet, als der erste Kopfhörer in der 90-jährigen Firmengeschichte präsentiert wurde. Nun ist die metaphorische Katze aus dem Sack: Die Mystery Box heißt V 402 und ist ein Mikrofonvorverstärker. Vielleicht noch überraschender: Es ist der erste Stand-alone-Preamp überhaupt aus dem Hause Neumann!

Die Betonung liegt aber auf »stand-alone«, denn ab den 1960er bis in die 1990er gehörten zum Neumann-Portfolio auch Mischpulte. Diese waren modular aufgebaut und hatten selbstverständlich auch Preamps. Bis heute sehr beliebt ist der V 476 B aus den 1980ern, ein erstklassiger volldiskreter Mikrofonvorverstärker in Form einer kompakten Danner-Kassette. Nachdem die Mischpult-Fertigung eingestellt wurde, hat Neumann jedoch nie wieder Preamps auf den Markt gebracht, weder als Modul noch als eigenständiges Gerät. Bis jetzt!

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Urahn: Das Vorverstärkermodul V 476 B der 1980er repräsentiert den damaligen Stand der Technik. Heute ist es für seinen dezent färbenden Charakter beliebt.
Ein übersichtliches Anschlussfeld: Jeder Kanal hat einen XLR-Ein- und Ausgang. Mit dem Ground-Lift-Schalter lassen sich ggf. Brummschleifen unterbinden. Der Ein/Aus-Schalter auf der Rückseite ist aus ökologischer Sicht nicht optimal, verhindert aber, dass der Preamp versehentlich während einer Aufnahme ausgeschaltet wird.
Der V 402 ist Neumann-typisch bestens verarbeitet: Das Gehäuse ist äußerst robust. Das Netzteil arbeitet mit einem streuarmen Ringkerntrafo.
Neumann V 402

Die Hardware des V 402 kommt im 19-Zoll-Format mit zwei Höheneinheiten und überrascht mit einem hohen Gewicht von 6,2 kg. Kein Wunder, denn das Gehäuse besteht aus dickwandigem Stahlblech, und die Aluminiumfront ist gut 4 mm stark. Der Look erinnert – sicher nicht ganz zufällig – an Neumann-Mikrofone. Die Oberflächenveredlung der Frontplatte gleicht dem Nickel-Matt-Finish, das für Neumann-Mikros typisch ist (obwohl es die meisten Modelle auch in Schwarz gibt). Durch die Mitte läuft ein roter Streifen mit der Typenbezeichnung sowie der Beschriftung aller Bedienelemente – das hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Banderole am unteren Ende eines Mikrofon-Bodys. Auch die bekannte Neumann-Raute ist nicht etwa aufgepinselt, sondern besteht, wie bei einem Mikrofon, aus einer Plakette!

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 04/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 


Hersteller: Neumann
Unverbindliche Preisempfehlung: 2.749,– Euro
Internet: www.neumann.com

Unsere Meinung:

+++ höchste Klangtransparenz, sehr rauscharm
+++ ausgezeichneter Kopfhörerverstärker
+++ Low Cut ohne unerwünschte Nebenwirkungen
+++ hohe Verarbeitungsqualität
– kein Cue-Input fürs Kopfhörer-Monitoring

Neumann V 402 (Bild: Dr. Andreas Hau)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. “Der Ein/Aus-Schalter auf der Rückseite ist aus ökologischer Sicht nicht optimal,…” Ähm, WAS bitte ist an ein Geräte Ein/Aus-Schalter “ökologisch”? ?
    Für mich ist das ergonomischer Blödsinn. Meine Geräte sind in 19″ Cases verschraubt. Also zum Ein- und Ausschalten müsste ich von hinten rein fummeln? Wer “versehentlich” während einer Session einen ergonomisch zweckdienlich angebrachten Frontschalter betätigt ist entweder noch nicht richtig wach oder er/sie sollte sich einen anderen Beruf suchen. Kopfschüttel.

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    1. Bitte weiterdenken:

      Genau das Problem, was du beschreibst, kritisiert der Autor, weil dieses Gerät wohl dann niemand ausschalten wird und somit erstens unnütz Strom Verbrauch werden kann und zweitens die Netzteile eine Lebensverkürzung bekommen. Das ist nicht nachhaltig und unökonomisch. Man muss nun zwangsweise eine externe Steckdose mir Ein- und Ausschalter bemühen. Bin mir aber auch nicht sicher, wie das Gerät auf ständiges externes Stromeinschalten auf Dauer reagiert.

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    2. Naja, ich nehme an der “ökologisch” Teil kommt da ins Spiel, wo man die Geräte – eben weil man sie im Rack verschraubt hat und schlecht dran kommt – anlässt statt sie bei Nichtgebrauch direkt auszuschalten…

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  2. Irgendwie toll, … aber doch eine NullNummer! ….
    Wenn schon, denn schon, wo ist der Wandler?

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