Multicore war gestern!

MOTU AVB-Interfaces und ihre Vorteile

(Bild: Archiv)

MOTU-Interfaces genießen einen sehr guten Ruf — bewährte Produkte wurden über die Jahre immer weiter gepflegt und verbessert, was jüngst in die neue AVB-Reihe mündete. Dass diese Audionetzwerkfähigen Interfaces gerade für Band- und Live-Recording entscheidende Vorteile haben, mag vielen nicht präsent sein, denn allein der Begriff »Audionetzwerk« klingt für die meisten Musiker wohl arg technisch …

Kein Wunder, denn bislang galten Audionetzwerke als schwierig zu handhaben und vor allem sehr teuer. Damit ist nun Schluss, denn die neuen MOTUs lassen sich im Handumdrehen zentral vom Rechner oder Tablet aus konfigurieren und bieten hervorragende Audioeigenschaften. Was aber diese Geräte nun so interessant für Musiker und Bands macht, ist die Tatsache, dass die Interfaces in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich sind. Man muss also nicht gleich das größte Interface haben, sondern kann zunächst für das Modell entscheiden, das für den täglichen Einsatz die richtigen Eigenschaften besitzt. Der Keyboarder der Band wird vielleicht die meisten Sounds aus seinem Laptop holen und benötigt dann kaum ein Interface mit maximaler Eingangszahl − schon das kleinste Interface, das UltraLite AVB, bringt es auf bis zu 18 Eingänge, wenn man per ADAT erweitert. Dabei bietet es Mic- und Instrument-Eingänge, regelbaren Kopfhöreranschluss sowie integriertes DSP für den latenzfreien Monitormix, der sich per Rechner, Tablet oder Smartphone steuern lässt − für sich betrachtet ist das UltraLite bereits ein äußerst flexibles Interface, das für Homestudio, Desktop-Recording und dank der handlichen Bauweise auch für den Live-Einsatz bestens geeignet ist.

Anzeige

Vom kleinen Recording-Setup zum großen System

Der Kick an der Sache: Über die Netzwerkbuchse schließt man über ein gewöhnliches Ethernet-Kabel ein zweites AVB-Interface an und hat unbegrenzten Zugriff auf die Leistungsmerkmale des zweiten Geräts. Nimmt man einen AVB-Switch hinzu, lassen sich bis zu fünf Geräte vernetzen.

Sobald mehrere Bandmitglieder ihre eigenen Rechner-Setups für Homerecording und Songwriting nutzen, macht es Sinn, auf AVB zu setzen. Denn werden die Teile erst einmal zusammengeschaltet, hat man schnell ein System konfiguriert, mit dem sich auch größere Projekte meistern lassen. Bis zu 256 Ein- und Ausgangskanäle lassen sich dabei frei routen, sodass die Ein- und Ausgänge der Interfaces nicht nur für die Aufnahme, sondern gleichzeitig natürlich auch für Monitorwege genutzt werden können. Ebenso ließen sich Outboard-Komponenten schnell und ohne zusätzliches Verkabeln ins System integrieren.

Vom Studio auf die Bühne

Das ganze Szenario lässt sich ganz ähnlich auch live darstellen. Dinge wie Multicore und Stagebox haben ausgedient, und an deren Stelle treten Ethernet-Kabel, AVB-Switch und Interfaces. Signalrouting und Monitoring sind hier genauso inbegriffen wie auch der Live-Mitschnitt.

Die Schnittstelle zum Analog-Mix kann dann eines der größeren Interfaces, z. B. das MOTU 24Ao, leisten, oder man entscheidet sich für eine Remote-Lösung und bleibt komplett in der digitalen Domäne. Presonus zeigte auf der Musikmesse gerade den Remote-Mixer Studio – Live CS18AI, es lassen sich aber alle Digital-Mixer der AI-Serie per Erweiterungskarte in das AVB-System integrieren. So hat man nicht nur die Steuerung, sondern kann auch die kompletten I/O-Möglichkeiten und Mischfunktionen der Studio-Live-Konsolen im AVB-Netzwerk nutzen.

Mehr als die Summe der Einzelteile

Die neuen MOTU-Interfaces sind nicht nur klanglich eine Wucht − sie erzielten mitunter die besten Messwerte in unseren Tests. Mit einem extrem guten Preis/Leistungs-Verhältnis bekommt man sehr vielseitige Werkzeuge, die sich ohne viel Aufwand zu komplexeren Recording-Systemen kombinieren lassen. Egal ob PC oder Mac, über Thunderbolt oder USB − es war noch nie so einfach und so erschwinglich, mehrere Rechner-basierte Setups in einem großen System zu vereinen.

Dass Presonus bereits kompatible Geräte auf den Markt gebracht hat, lässt hoffen, dass sich auch noch andere Hersteller des Themas AVB annehmen werden. Unser Tipp für alle, die derzeit die Neuanschaffung eines Interfaces planen: Auf das AVB-Logo achten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren: