Der Mikrofon-Preamp

Mikrofon Vorverstärker: Alles über den Preamp

Der Ausgangspegel eines Mikrofons liegt weit unter Line-Pegel. Um das Signal weiterverarbeiten zu können, muss der Pegel also erst mal verstärkt werden. Ein Mikrofon muss daher immer auf direktem Weg, ohne zwischengeschaltete Geräte, an einen Mikrofon Vorverstärker angeschlossen werden.

Mikrofon Preamp

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Der Mikrofon-Preamp stellt außerdem die für Kondensatormikros benötigte Phantomspeisung bereit. Viele Audiointerfaces beinhalten bereits Mikrofonvorstufen. Teilweise sind diese aber von mäßiger Qualität, d. h., sie rauschen hörbar und klingen matt, erst recht bei höherer Verstärkung. Eine schwache Phantomspeisung − wie man sie an Interfaces mit USB-Bus-Powering häufig findet − kann zu weiteren Klangeinbußen führen.

Es gibt aber durchaus Audiointerfaces, deren Vorstufen wenig zu wünschen übrig lassen, z. B. die RME Fireface-Serie oder das MOTU 828 MK3. Die kosten zwar ein bisschen mehr als die billigsten Einsteiger-Audiointerfaces, aber dafür ist man erst einmal rundum verarztet.

Hier lohnt sich ein externer Mikrofon Vorverstärker erst, wenn die Ansprüche steigen und besondere Klangfarben wie Röhre gewünscht sind bzw. wenn eine größere Anzahl von Mikrofonkanälen benötigt wird. Unterm Strich betrachtet ist es also sinnvoller, 500 Euro für ein gutes Audiointerface mit anständigen integrierten Preamps auszugeben als 2 x 250 Euro für ein billiges Audiointerface und einen billigen Preamp.

Wer allerdings bereits im Besitz eines billigen Audiointerfaces ist, erfährt durch die Anschaffung eines externen Mikrofon Vorverstärker einen deutlichen Qualitätsschub: besserer Klang, mehr Verstärkung und höhere Rauscharmut. Viele Preamps, auch im preisgünstigen Bereich, locken zudem mit Röhrentechnik. Davon sollte man sich nicht zu viel versprechen, denn diese Geräte beruhen eigentlich auf Transistortechnik (was keine Schande ist!) und verwenden eine zusätzliche Röhrenstufe lediglich als Klang-Effekt.

Echte Vollröhrengeräte findet man erst ab etwa 1.000 Euro. Der Unterschied ist in etwa wie der zwischen Vanillezucker und echter Vanille: Schmeckt auch ganz nett, ist aber nicht dasselbe.

Wichtiger als Röhrenaroma sind für einen Einsteiger-Mikrofon-Vorverstärker die Basics: mindestens 60 dB Gain, Eingangsrauschen höchstens −127 dB (Achtung, negative Zahlen: −126 dB wäre schlechter!) und transparenter Klang auch bei hoher Verstärkung sowie Schalter für Phantomspeisung (P48), Phasenumkehr (Polarity oder Ø), Pegelabsenkung (Pad) und Low-Cut (Hi Pass).

Sinnvoll ist außerdem ein Instrumenteneingang mit hoher Impedanz (Hi-Z) und − nicht ganz so wichtig, aber praktisch − ein Line-Eingang.

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