Neue Synths für Ableton Live

Max for Cats

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Max for Live, die einzige Plugin-Schnittstelle, die für User offen ist, hat sich zu einer leistungsfähigen Plattform für alle Arten von Tools und Klangerzeugern entwickelt. Wer selbst die Programmierung von Max for Live zu kompliziert findet, kann aber als ganz normaler Live-User von der Kreativität vieler Entwickler profitieren, die ihre Instruments und Packs anbieten.

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So ist an dieser Stelle das Label Max for Cats von Christian Kleine erwähnenswert, das interessante Max for Live (M4L) Produkte veröffentlicht. Neben kostenlosen Plugins aus dem “Gratis Pack” solltet ihr euch unbedingt einmal den String-Synthesizer “Ensemble” und den Wavetable-Synthesizer “DiGiTAL” anschauen, die konzeptionell herausragen!

Hier geht´s zum kostenfreien Versand des kompletten Heftes.

 

Ende 2009 bescherte uns die zukunftsweisende Kooperation zwischen Ableton und Cycling ’74 eine neue Schnittstelle zwischen Live und Max/MSP. Mit der Integration von Max for Live in Ableton Live 8.2 wurde eine Basis geschaffen, auf der sich auch Musiker ohne DSP-Programmierkentnisse eigene Tools, Klangerzeuger und Effekte programmieren können. Inzwischen ist eine Fülle von praktischen Helfern und außergewöhnlichen Klangerzeugern entstanden, die Ableton Live auf vielfältige Art bereichern. Neben den vielen frei erhältlichen Effekt Plugins gibt es auch diverse klanglich und konzeptionell herausragende Klangerzeuger für kleines Geld, von denen wir hier exemplarisch »Ensemble« uns »DiGiTAL« vorstellen möchten.

Max for Cats − unter diesem Label veröffentlicht Christian Kleine seine »Max for Live (M4L)«-Produkte. Außer dem »Gratis Hits«- Pack, das neben einem MIDI-Monitor und einem X/Y-Gesture-Recorder auch einen polyfonen additiven Synthesizer enthält, welcher verblüffende Farfisa-Orgel-Sounds erzeugt, interessieren uns vor allem der String-Synthesizer »Ensemble« und der ebenfalls polyfone Wavetable-Synthesizer »DiGiTAL«, der sich additiver-, subtraktiver- und FM Synthese-Techniken bedient.

Ensemble

Weiche Pad-Flächen mit samtigem Chorus und breitbandigem Phasing gefällig? Harmonium-artige Klänge? Oder darf auch ein Hauch Vokal-Charakter durchschimmern? Ensemble macht genau das, was man von einem String-Ensemble-Synth erwartet: Dichte, schön modulierende Flächen und atmosphärische Pad-Sounds gibt es hier in Hülle und Fülle zu entdecken. Dank der modulier baren Vokalfilter kann Ensemble aber auch in ganz andere klangliche Regionen vordringen. Drei grundlegende VCO-Klangmodelle stehen zur Verfügung, deren Charakter sich von A bis C von relativ obertonarm über mittenbetont bis zu einer stark ausgeprägten Höhenpräsenz ändert. Jeder Grundsound wird durch zwei Anti-Aliasing-VCOs erzeugt, die eine Oktave auseinanderliegen und sich jeweils auf fünf verschiedene Oktavlagen einstellen lassen. Deren Wellenform erscheinen auf dem Oszilloskop Sägezahn- oder Rechteck-artig und lassen sich, bis auf Model C, in der Pulsbreite variieren, was auf Wunsch ein LFO erledigt. Den Lautstärkeverlauf bestimmt eine ADSR-Hüllkurve.

Mit diesem Wellenvorrat bestens ausgerüstet, geht es durch ein Vokal-Filter, dessen Intensität zugemischt werden kann. Zehn Vokale und Vokalübergänge können als statische Filter oder über eine Verlaufskurve mit frei wählbaren Breakpoints gesteuert werden. Der links Slider bestimmt dabei die Zeitdauer eines Durchlaufs, während der Slew-Parameter die Übergänge zwischen den Vokalen glättet. In der Effektabteilung besticht besonders der Phaser mit mannigfaltigen, stark klangprägenden Parametern. Je nach Einstellung kann man typisch durchgreifende Phasing-Klänge, aber auch eine satte Anfettung des Gesamtklanges erreichen, was besonders den VCO-Modellen B und C zugutekommt. Der anschließende Chorus erscheint mit drei wählbaren Grundsounds, die sich in Modulationsgeschwindigkeit und -intensität unterscheiden, eher schlicht.

Digital

Ist beim Ensemble-Synth der Wellenformvorrat naturgemäß eher begrenzt, hat man bei diesem Synth völlig freie Hand. DiGiTAL ist ein extrem vielseitiger Synthesizer, der besonders auch Soundtüftlern Spaß macht, trotzdem lässt sich der Synth ganz intuitiv handhaben, um sich aus dem Sound-Angebot zu bedienen: Mittels der Multi-Slider kann man die Klänge förmlich in Echtzeit malen. Als Startpunkt empfiehlt sich eine der Standardwellenformen, die sich mit einem Klick auf den Namen aufrufen lassen. Nun werden diese Grundformen mittels der Harmonic-, FM- und Phase-Multi-Slider in jede gewünschte klangliche Richtung verbogen. Auch der Phase-Regler der FM-Wellenform kann eine intensive Wirkung entfalten und entscheidend zur Klangformung beitragen. Das State-Variable-Filter, dessen Resonanz bis knapp an die Selbstoszillation reicht, packt ordentlich zu und bietet die typischen Filter-Modelle Low-, Band-, Hoch-Pass und Notch (LP, BP, HP, NC).

Unter der Bezeichnung »Sub/FM« kann eine Sub-Oktave erzeugt sowie eine weitere Frequenzmodulation mit dem zweiten Oszillator oder einer Sinusschwingung mit frei wählbarere Frequenz erzeugt werden. Ebenfalls in diesem multifunktionalen Teil des DiGiTAL-Synth zu finden sind globale Einstellungen für die maximale Polyfonie (bis zu acht Stimmen), Pitchbend-Range, Stereo-Spread und Peak-Limiter. Durch einen Klick auf die kleine Wellenformdarstellung unter dem Filtermix-Regler lässt sich hier auch eine Oszilloskop-Darstellung des Ausgangssignals anzeigen.

Fazit

MfC

 

Beide Synthesizer von Max for Cats haben einen ganz eigenständigen Charakter mit vielfältigen, zum Teil ungewöhnlichen Klangmöglichkeiten. Und dann gibt’s auch noch den Edit-Button − bei welchem Plugin-Format sonst kann man einfach die Motorhaube öffnen und selbst Hand anlegen, beispielsweise um den hier etwas schlicht geratenen Chorus etwas zu überarbeiten? Da zeigt sich das volle Potenzial von Max for Live. Für den aufgerufenen Preis sind beide Synths von Max for Cats auf jeden Fall ein Schnäppchen. Und sogar ganz umsonst gibt es das Pack »Gratis Hits« auf der Ableton-Website. Unbedingt mal antesten!

Pro & Contra

+ weites Klangspektrum
+ intuitive Klanggestaltung möglich
+ hervorragend für Pad Sounds aller Art
+ sehr lebendig klingender Phaser

– Chorus etwas statisch

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