Mehr als eine Workstation

Kurzweil K2700 – Synthesizer im Test

(Bild: Dirk Heilmann)

Mit dem K2700 will Kurzweil an die Glanzzeiten der K-Serie anknüpfen. Tatsächlich verbirgt sich in diesem Gerät weit mehr als eine samplebasierte Workstation, sondern ein potenter Klangerzeuger mit unerwartetem Tiefgang.

Kurzweil Music Systems gehörte in den Achtzigern zu den Pionieren samplebasierter Musikinstrumente. Auch die Workstations K2000 (1991), K2500 (1995) und K2600 (2000) setzten Maßstäbe durch die integrierte VAST-Synthese und überzeugende Effekte. Nachdem die Serie 2004 abgekündigt und 2009 mit dem K2661 erneut aufgegriffen wurde, werfen wir nunmehr mit dem K2700 einen Blick auf die neueste Gerätegeneration.

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Rundgang

Wichtigste Schnittstelle des hochwertig verarbeiteten 24-kg-Geräts ist die gewichtete Hammerklaviatur mit 88 Tasten und Channel-Aftertouch, die sich an die eigene Spielweise anpassen lässt. Die Kunststofftasten sind abgerundet und recht leichtgängig. Sie erlauben ein schnelles, akzentuiertes Spiel, wobei auch das Rückfedern hinreichend schnell erfolgt. Mit einer Flügelmechanik oder aufwendigen Stagepianos wie dem Kawai MP11 SE kann die Fatar-Klaviatur (TP/40L) erwartungsgemäß nicht mithalten. Allerdings soll der K2700 eben nicht nur Pianos, sondern sämtliche Instrumente gut spielbar darbieten. Ergänzt werden Pitch- und Modulationsräder, Anschlüsse für das mitgelieferte und weitere Pedale sowie ein breiter Ribbon-Controller.

Weitere Bedienelemente gruppieren sich um das zentrale 4,3″-Display (480 x 272 Pixel, keine Touch-Funktion) mit dessen teils kontextsensitiven Steuerelementen. Links befinden sich je neun Fader und Regler sowie zehn beleuchtete Taster. Rechts befindet sich die Sektionen für die Navigation/Werteeingabe, alphanumerische Eingaben und zum Aufruf von Klangkategorien sowie Bereiche für den Arpeggiator, das Tempo und eine Transportsteuerung, die sich für den internen Sequenzer oder eine DAW nutzen lässt. Ganz rechts schließlich findet sich eine 4×4-Matrix mit anschlagsdynamischen Pads, die Drumsounds, Noten oder gar Akkorde auslösen, aber auch unter anderem für Mutes, zum Schalten von Layern und Abruf von CC-Sequenzen dienen können. Mit dieser Ausstattung und den entsprechenden Mapping-Funktionen für bis zu 16 Zonen empfiehlt sich der K2700 auch als Master-Controller.

Symmetrische Ein- und Ausgänge sowie USB auf der Rückseite des K2700

Rückwärtig gibt es vier symmetrische TRS-Ausgänge, einen Kopfhörerausgang, den Anschluss für das interne Netzteil, MIDI-In/Out, zwei USB-Buchsen und je zwei Pedal- und Controller-Anschlüsse. Auch zwei Mic/Line/HiZ-kompatible Eingänge sind vorhanden, die sich in Echtzeit in den K2700 einspeisen lassen oder die eine volle Funktionalität im ebenfalls möglichen Betrieb als Audio-Interface gewährleisten. Die zweite USB-Buchse dient dem Anschluss von Speichermedien, für Updates (Teststand: 4.40.35599) und der Erweiterung um ergänzende Controller mit Class-Compliant-Funktion.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 1/2022. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller/Vertrieb: Kurzweil / Sound Service
Internet: www.sound-service.eu; kurzweil.com
Preis (UvP): 3.568,81 Euro

Unsere Meinung:
+++ äußert vielseitige Klangerzeugung und Klangausstattung
++ FlashPlay, Spielbarkeit von Multisamples ohne Ladezeit
+ integriertes Audio-Interface
++ 3,5 GB Flash-ROM für eigene Samples
– tief verzweigte Menüstrukturen

Der K2700 wartet mit einer FM-Klangerzeugung mit sechs Operatoren auf.
Steuerzentrale ist das 4,3"-Farbdisplay.
16 dynamische Pads unterstützen die Hammerklaviatur.

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