Next Generation Harmonizer

Harmonizer von Eventide: H9000 im Test

Harmonizer von Eventide: H9000 im Test(Bild: Dr. Andreas Hau)

Im Zeitalter von Plug-ins gelten Hardware-Digitaleffekte als Anachronismus. Dass diese Einschätzung nicht allgemeingültig ist, beweist der US-Hersteller Eventide, ein Veteran der Branche, mit dem H9000, der sich anschickt, die ultimative Effektmaschine des nächsten Jahrzehnts zu werden — gespickt mit unzähligen Algorithmen, die sich frei kombinieren lassen, um eine schier grenzenlose Vielfalt von Effektketten zu schaffen. Natürlich in der bekannten Eventide-Qualität. Nein, besser …

Der Name Eventide wird wohl ewig mit dem Harmonizer verbunden bleiben. Als 1974 dessen erste Inkarnation in Form des H910 erschien, wurde es erstmals möglich, die Tonhöhe in Echtzeit zu verändern. Man konnte dem Eingangssignal Harmonien hinzufügen − daher der Name − oder Dopplungen simulieren, indem man ein zweites Signal mit minimaler Tonhöhenveränderung erzeugte. Das zu einer Zeit, als selbst analoge Modulationseffekte wie Chorus noch in den Kinderschuhen steckten.

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1977 folgte der verbesserte H949, der den Harmonizer endgültig in den Racks der internationalen Topstudios etablierte. Auch betuchte Gitarristen entdeckten den Harmonizer, u. a. Tom Scholz von der Gruppe Boston, der damit seinen extrem fetten und breiten Sound kreierte.

Etwa 10 Jahre später folgte der H3000, der die Effektpalette drastisch erweiterte und quasi der Opa unseres Testgeräts ist. Der direkte Vorgänger des H9000, der H8000FW erschien 2005.

An den langen Produktzyklen kann man unschwer erkennen, dass es sich hier um grundsolide Studiogeräte mit Langzeit-Support handelt. Dafür muss man schon ein bisschen was hinblättern: Mit 8.329 Euro ist der H9000 gelistet. Der Ladenpreis liegt bei 6.749 Euro, was ungefähr dem Preis des Vorgängermodells entspricht − bei vierfacher Rechenleistung! Trotzdem ist das natürlich ein hübsches Sümmchen. Schauen wir mal, was Eventides neue Höllenmaschine zu bieten hat!

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 7+8 2019. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF downloaden. 

Bei einer Abtastrate von 44,1 kHz bleiben die Wandler des H9000 bis zur Grenz - frequenz völlig linear. Den minimalen Anstieg im Sub-Bassbereich kann man getrost ignorieren.
Bei 96 kHz bleibt der H9000 bis über 40 kHz linear, bis auf einen minimalen Abfall von 0,5 dB in der obersten Oktave.
Mit Gesamtverszerrungen von 0,00113 % erreichen die Wandler des H9000 zwar nicht ganz die Werte von Audio-Interfaces der Eliteklasse. Absolut betrachtet, ist es dennoch ein sehr guter Wert. Alle Klirrprodukte liegen unter −102 dBFS.
Der H9000 bietet eine enorme Palette an analogen und digitalen Anschlüssen aller Art, die sich über drei Expansion-Bays sogar noch erweitern lassen.
Eventide H9000
Sauberer und übersichtlicher Aufbau, trotz hoher Rechenleistung und einer großen Zahl analoger und digitaler Schnittstellen
Eventides Emote-Software erlaubt es, den H9000 bequem vom Rechner aus zu bedienen. Hier die Sessions-Ansicht, in der auch schon die angelegten FX-Chains zu sehen sind.

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enorme Vielfalt an hochwertigen Effekten
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zahlreiche analoge und digitale Ein- und Ausgänge in verschiedenen Formaten
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Steuerung per Software bzw. Plug-in
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auch als USB-Audio-Interface nutzbar

(leises) Lüftergeräusch


Hersteller/Vertrieb: Eventide / Sound-Service
UvP/Straßenpreis: 8.328,81 Euro / 6.749,− Euro

www.sound-service.eu

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