Update nach sieben Jahren

Guitar Pro 7 – Review

Guitar Pro gehört schon seit geraumer Zeit zu den erfolgreichsten computerbasierten Tabulatur-Notationstools. Der französische Softwarehersteller Arobas Music hat im April 2017, sieben Jahre nach dem Release von Guitar Pro 6, die aktuelle Version veröffentlicht. In Guitar Pro 7 gibt es viele nützliche Neuerungen.

Was zunächst auffällt: An der Bedienoberfläche hat sich einiges geändert. Die Software ist jetzt nicht nur kompatibel mit hochauflösenden Displays (Retina, HD), das Interface ist auch deutlich übersichtlicher strukturiert als bei den Vorgängern. Das vereinfacht die Bedienung ungemein. Die wichtigsten Einstellungen erreicht man mit wenigen Klicks. Die Oberfläche ist grob in drei Teile gegliedert. In der Mitte befindet sich die Partitur. Links daneben ist die Bearbeitungspalette mit verschiedenen Notations-Möglichkeiten. Diese reichen von Dead-Slaps, Pops, Golpe, Pick Scrape bis hin zu Vibrato und Wah-Wah offen oder geschlossen. Es ist jetzt einfacher, Bends in der Standardnotation zu schreiben und die Verwendung unterschiedlicher Partitur-Elemente wurde besser aufeinander abgestimmt. Es gibt neuerdings sogar eine Akkord- und eine Tonleiterbibliothek. Ein Feature, das mir besonders gut gefällt.

guitar Pro 7
Die Oberfläche lässt sich schnell so gestalten wie man es gerade braucht. Oben links befinden sich dafür diese Symbole.

Unter der Partitur ist eine Übersicht der Spuren abgebildet. Man kann sie sowohl im Panning, als auch in der Lautstärke verändern und sogar den Equalizer bearbeiten. Hier kann man auch zu verschiedenen Song-Parts springen. Ähnlich wie in einer DAW lässt sich das Panning und die Lautstärke automatisieren. Für alle akustischen Instrumente kann zwischen Mono und Stereo gewählt werden.

Auf der rechten Seite ist der sog. Inspektor. Er vereinfacht die Auswahl der Einstellungen für die Songs und die Spuren. Man kann hier viele verschiedene Amps, Effekte, Instrumente und ihre Stimmung auswählen. Außerdem kann der Gesamtsound mit einem Kompressor oder Limiter, Reverb und 10- oder 15-Band Equalizer rudimentär gemastert werden. Hier können auch die Song-Infos eingetragen werden.

Mit Guitar Pro 7 ist wieder ein neues Datei-Format herausgekommen: .gp. Durch ein Update ist es jetzt glücklicherweise möglich auch als .gp5 (Guitar Pro 5) und .gpx (Guitar Pro 6) zu exportieren. Es sind neue Export-Formate hinzugekommen. Nun kann man RSE-Spuren als Mp3, Ogg oder Flac exportieren. Wav oder Aiff sind als Audio-Export-Formate immer noch möglich. Außerdem kann als Midi, MusicXML, ASCII, PDF und PNG exportiert werden. Die MIDI-und MusicXML-Formate wurden so überarbeitet, dass sie kompatibler mit anderer Musik-Software sind.

RSE steht für Realistic Sound Engine. Die Sounds klingen, im Vergleich zu Vorgängern deutlich besser. Es wurden einige Instrumente hinzugefügt, wie z. B. Dobro, Flamenco-Gitarre, Manouche, 7-String-Nylon-Gitarre, elektrische Sitar, Fretless Bass, Jazz Double Bass, Akkordeon, Mellotron, Harmonika, Dudelsack, neuer Synthesizer und Drum Machine. Man kann aus über 1.000 Presets, bestehend aus einer Soundbank und einer Effektkette, seine Sounds wählen und bearbeiten. Zusätzlich zu Bund-Instrumenten wie Gitarren, wird die Standardnotation optional automatisch in Tabulatur transformiert und das in allen Spuren.

Es stehen virtuelle Instrumente, also graphische Abbildungen von Gitarre, Bass, Banjo oder Keyboard zur Verfügung auf denen beim Abspielen eines Projekts gleichzeitig angezeigt wird wo gegriffen wird. Fürs Schlagzeug gibt es zwar kein Bild, aber auch eine Eingabe-Hilfe.

Man kann seine Gitarre über eine externe Soundcard mit Guitar Pro 7 verbinden und die Effekte genauso einsetzen, wie man es für jede Spur einer bestehenden Datei tun kann. Das Programm kann also quasi als virtueller Modelling-Amp verwendet werden. Es gibt einen polyphonen Tuner, mit dem man einfach alle sechs Gitarrensaiten „gleichzeitig“ stimmen kann.

Die Notendarstellung wurde für eine noch realistischere Abbildung der Noten komplett überarbeitet. Das Laden und Starten des Programms soll nun schneller vonstattengehen. Man kann seine Dateien sperren und mit einem Passwort versehen, um sie vor Änderungen zu schützen.

Als ich das Programm testete, bin ich noch über die ein oder andere Fehlermeldung gestolpert, allerdings sollten sich die meisten mittels Updates problemlos fixen lassen. Ein solcher Fall war beispielsweise, als ich im normalen Windows-Explorer mit rechtsklick, neu, ein Guitar Pro Dokument erstellt habe. Beim Öffnen dieses Dokuments erscheint eine Fehlermeldung.

Für wen lohnt sich Guitar Pro 7?

Meiner Meinung nach lohnt sich das Programm für jeden der ein Instrument spielt, der Songs lernen, mit Backing-Tracks jammen oder selber komponieren möchte. Ich kenne für diese Zwecke keine bessere Software. Guitar Pro ist am weitesten verbreitet und Alternativen sind teilweise deutlich teurer. Wenn man solche Programme oft nutzt, rentiert sich die Aufrüstung definitiv. Andernfalls könnte einer der Vorgänger reichen. Guitar Pro 7 ist aber mit Abstand die übersichtlichste und intuitivste Version in der Reihe. Ich hatte vorher lange Zeit mit Guitar Pro 5 gearbeitet und fand mich im „Siebener“ innerhalb kürzester Zeit zurecht.

Wenn ihr euch selber einen Eindruck von Guitar Pro 7 verschaffen wollt, probiert doch einfach die kostenlose 30-Tage-Demo.

Preise: 75,- Euro bzw. 37,50 Euro für das Upgrade von Guitar Pro 6.

www.guitar-pro.com/

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