Sicher ist sicher

G-Technology Armorlock – SSD mit 256-Bit-Verschlüsselung

(Bild: Dr. Andreas Hau)

Ob Fotos, Video oder Audio: Große Projekte von A nach B zu transportieren, ist eine heikle Angelegenheit. Cloud-Speicher sind langsam, teilweise auch zu unsicher. Physische Datenträger zu verschicken oder im Gepäck mitzuführen, ist erst recht nicht ohne Risiko. Schlimmer als der Verlust der Festplatte ist die Gefahr, dass die darauf enthaltenen Daten in falsche Hände geraten: Jahrelange Arbeit könnte umsonst gewesen sein, womöglich drohen hohe Vertragsstrafen. Abhilfe verspricht eine hochverschlüsselte Solid State Disk, die ob ihres rasanten Durchsatzes sogar als Aufnahmelaufwerk für Audio/Video taugen soll.

Wenn’s um Datensicherheit geht, sollte man zuallererst prüfen, mit wem man sich einlässt. G-Technology ist eine Marke von Western Digital, einem der größten Hersteller von Datenträgern weltweit. Das ist schon mal beruhigend zu wissen. Auch die Hardware wirkt vertrauenerweckend: Das Gehäuse ist äußerst robust konstruiert; laut Spezifikationen übersteht die Armorlock SSD einen Sturz aus 3 Metern Höhe und hält einem auf ihr lastenden Gewicht von 450 kg stand. Zudem ist sie staub- und wasserfest gemäß IP67. Der Produktname Armorlock (Armor = Rüstung) bezieht sich nicht nur auf die mechanische Widerstandsfähigkeit, sondern vor allem auf die interne 256-Bit-Verschlüsselung. Nach derzeitigem Stand der Technik gilt 256-Bit-Verschlüsselung als unknackbar. Entsperren lässt sich die Armorlock SSD nur über eine App, die derzeit für macOS (ab 10.13) und iOS ab 13.2 zur Verfügung steht; eine Windows Desktop- und eine Android Mobile-App sollen im Frühjahr 2021 folgen. Verwenden lässt sich die Armorlock SSD auch jetzt schon auf Windows-10-Rechnern, aber zum Entsperren ist ein iPhone mit der Mobile-App erforderlich, die mit der SSD per Bluetooth kommuniziert. Das ist recht elegant gelöst, denn so wird, ganz bequem, die biometrische Identifizierung des iPhones genutzt.

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Trotz 256-Bit-Verschlüsselung erreicht die Armorlock SSD Datenraten, die selbst für unkomprimierte (!) Videoformate in höchster Auflösung genügen, somit auch für anspruchsvolle Audioaufnahmen.

Praxis

Da ich selbst kein iPhone besitze, konnte ich die Armorlock SSD nur auf zwei MacBooks mit der Desktop-App testen; die Software dient auch zur Nutzerverwaltung, wobei der Manager bis zu 254 weitere Anwender hinzufügen kann. Bei Verwendung der Desktop-App sendet der prospektive Anwender dem Manager eine entsprechende Anfrage per E-Mail oder Apples Nachrichten-App; dafür generiert die Armorlock-App einen Code. Das muss vorab geschehen, denn der Manager kann Nutzer nur hinzufügen, wenn die SSD angeschlossen ist. Bei Verwendung der Mobile-App kann das Hinzufügen weiterer Nutzer wahlweise auch per QR-Code geschehen; dazu müssen sich beide iPhones in Bluetooth-Reichweite zur Armorlock SSD befinden. Für Notfälle erhält man beim Einrichten einen Wiederherstellungscode, den man tunlichst an einem sicheren Ort aufbewahren sollte.

Wird die Armorlock SSD an einen nicht autorisierten Rechner angeschlossen, wird sie vom System erst gar nicht erkannt. Ist der Finder oder Dieb so clever, sich die Armorlock-Software zu besorgen, bleibt ohne eine Autorisation durch den Manager nur die Formatierung. Natürlich sollte man für autorisierte Rechner ein sicheres Passwort wählen, falls Diebe außer der SSD auch den Rechner erbeuten.

Für uns Medienschaffende ist natürlich die Performance ein kritischer Punkt: Ist eine SSD trotz Verschlüsselung so schnell, dass man sie als Aufnahmelaufwerk nutzen könnte? Hier kann die Armorlock SSD wirklich glänzen! Ihre USB-C-Schnittstelle arbeitet mit bis zu 10 Gbps (d. h. USB 3.1 Gen 2). Am Thunderbolt-3-Port meines Macbook Pro 15 Zoll (late 2016) erreicht die Armorlock SSD eine wirklich atemberaubende Performance. Der Disk Speed Test von Blackmagic Design meldet eine Schreibrate von 927,9 MB/s und eine Leserate von 895,3 MB/s. Das genügt selbst für anspruchsvolle Videoprojekte in höchster Auflösung und erst recht für Audioproduktionen mit vielen, vielen Spuren und/oder hohen Abtastraten. Die Ver-/Entschlüsselung belastet übrigens die Rechner-CPU nicht, da sie innerhalb der SSD erfolgt.

Fazit

Die G-Technology Armorlock ist eine wirklich rasante SSD mit einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept. Die Entsperrung per Mobile- bzw. Desktop-App ist elegant gelöst. Bleibt zu hoffen, dass sie bald auch für Android und Windows verfügbar sind; bis dahin benötigen Windows-User zum Entsperren ein iPhone. Bestechend ist, dass die 256-Bit-Verschlüsselung zu keinen spürbaren Performance-Einbußen führt: Mit einem Datendurchsatz von rund 900 MB/s in beide Richtungen lässt sich die Armorlock SSD problemlos als Aufnahmelaufwerk verwenden. Aktuell bietet G-Technology die Armorlock ausschließlich mit einer Kapazität von 2 TB an; das sollte für die allermeisten Projekte genügen. Mit einem Preis von 599 Euro kostet die Armorlock etwa doppelt so viel wie eine SSD ohne Verschlüsselung – unverschlüsselte Daten zu verlieren, kann aber bedeutend teurer werden!

Hersteller: G-Technologie
UvP: 599,– Euro
Internet: www.g-technology.com

Unsere Meinung:

+++ cleveres Sicherheitskonzept
+++ hohe Performance trotz Verschlüsselung
+++ robuste Konstruktion
– noch keine Software für Windows und Android

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