Produkt: Sound & Recording 06/2019
Sound & Recording 06/2019
MIXPRAXIS: Hip-Hop-Produzent Leslie Brathwaite +++ PODCAST SPECIAL: So entsteht der Sound&Recording-Podcast +++ IN MEMORIES OF SCOTT WALKER – Ein Mann mit außergewöhnlicher Stimme +++ CHANDLER TG-MICROPHONE – Großmembran-Kondensatormikrofon +++ MIXING TUTORIAL: Backing Vocals
Die Messdaten

Focal Trio11 Be − Midfield-Monitor im Test

Mit der Trio11 Be stellte der französische Hersteller Focal zur diesjährigen Namm-Show sein neustes Spitzenmodell unter den hauseigenen Studiomonitoren vor. Die Trio11 Be gehört zur SM6-Serie und ist, wie die Typenbezeichnung es schon andeutet, ein 3-Wege-Monitor mit Beryllium-Hochtöner.

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Neben dem großen 10″-Tieftöner gibt es noch eine Mittelhochtoneinheit, bestehend aus einem 5″-Konus-Mitteltöner und der 1″-Invers-Kalotte, die um 360° drehbar auf einer Aluminium-Subschallwand aufgebaut ist. Der Monitor kann daher aufrechtstehend oder quer liegend betrieben werden. Hoch- und Mitteltöner bleiben so immer in der richtigen Position senkrecht übereinander. Eine weitere Spezialität der Trio11 Be erlaubt es, sie über einen Kontakt vom normalen 3-Wege-Modus in den hier als »Focus« bezeichneten 2-Wege-Modus umzuschalten, wo der Tieftöner abgeschaltet wird und der Mitteltöner den Frequenzbereich bis 80 Hz hinab übernimmt. Damit soll ermöglicht werden, einen Mix auch über einen kleinen Lautsprecher mit reduzierten Fähigkeiten im Bass wiederzugeben. Wie weit man damit die sonst für diese Zwecke in Studios üblichen kleinen Monitore wie NS10, Auratone oder Mixcube ersetzen kann, sei einmal dahingestellt. Neben dem Frequenzgang spielen letztendlich auch noch andere Eigenschaften wie Verzerrungen, Abstrahlverhalten etc. eine wichtige Rolle.

Äußerlich gibt sich das zum Test gestellte Pärchen der Trio11 Be mit einem großteils mattschwarzen und an den Seitenflächen schön furnierten Gehäuse äußerst edel. Dieser Eindruck setzt sich auf der Rückseite fort. Die massive Alu-Rückwand beherbergt alle Anschlüsse und Bedienelemente und trägt von der Innenseite die gesamte Elektronik. Über einen Kippschalter kann die Eingangsempfindlichkeit zu −10 dBV oder +4 dBu gewählt werden. Drei Potis (LF- und HF-Shelving sowie LMF-EQ) erlauben die Einstellung des Hochton- und Tieftonpegels über Shelving-Filter mit einem Gain von jeweils ±3 dB und eines 160 Hz Bell-Filters mit einer Güte von 1, ebenfalls mit ±3 dB Gain. Als Leistungsverstärker werden in der Trio11 Be zwei Endstufen nach dem bei Focal als BASH benannten Schaltungskonzept mit 300 W für den Tieftöner und 150 W für den Mitteltöner eingesetzt. Der Hochtöner als dritter Weg wird von einer 100-W-Class-AB Endstufe angetrieben.


Aus dem Messlabor…

…unter reflexionsfreien Bedingungen stammen die folgenden Messungen zum Frequenzgang, zum Abstrahlverhalten und zu den Verzerrungswerten. Der Klasse-1-Messraum erlaubt Messentfernung bis zu 8 m und bietet Freifeldbedingungen ab 100 Hz aufwärts. Alle Messungen erfolgen mit einem B&K 1/4″-4939-Messmikrofon bei 96 kHz Abtastrate und 24 Bit Auflösung mit dem Monkey-Forest Audio-Messsystem. Messungen unterhalb von 100 Hz erfolgen als kombinierte Nahfeld-Fernfeld-Messungen.

Frequenzgang auf Achse gemessen in 4 m Entfernung in der Einstellung neutral (rot). In Blau der Verlauf in der 2-Wege-Einstellung Focus. Die grüne Linie zeigt den Übertragungsbereich (−6 dB) von 35 Hz bis 29 kHz. In grau gestrichelt der Toleranzbereich von 5 dB zwischen 100 Hz und 10 kHz.
Filterfunktion der Trio11 Be: Lowshelf ±3 dB (rot) und Highshelf ±3 dB (blau). LM-EQ-Filter bei 160 Hz mit ±3 dB (grün). In Magenta die Differenzfunktion der Einstellung 2-Wege-Focus im Vergleich zum Standard 3-Wege-Modus.
Phasengang auf Achse gemessen in 4 m Entfernung. Die Grundlaufzeit wurde subtrahiert.
Maximalpegel bezogen auf 1 m Entfernung bei höchsten 3 % Verzerrungen (rote Kurve) und bei höchstens 10 % Verzerrung (blaue Kurve) für den Tieftonbereich bis 300 Hz. Oberhalb von 3 kHz greift ein Limiter zum Schutz des Hochtöners ein.
Spektrogramm der Trio11 Be
Horizontales Abstrahlverhalten in der Isobarendarstellung. Der Pegel ist beim Übergang von Gelb auf Hellgrün um 6 dB gegenüber der Mittelachse abgefallen. Ab 1 kHz aufwärts liegt der mittlere Öffnungswinkel bei 142°.
Vertikales Abstrahlverhalten. Ab 1 kHz aufwärts liegt der mittlere Öffnungswinkel bei 110°. Der Übergang vom Tieftöner zum Hochtöner ist bei 2,5 kHz durch die Einschnürung der Isobaren zu erkennen.
Messung der Intermodulationsverzerrungen mit einem Multitonsignal mit EIA-426B Spektrum und 12 dB Crestfaktor für maximal 10 % Verzerrungsanteil. Auf 1 m im Freifeld bezogen wird dabei ein Pegel von 110(107) dB(A) als Leq und von 123 dB als Lpk erreicht.
Gemittelte Frequenzgangmessung für die Trio11 Be mit je 30 Position für den linken und rechten Lautsprecher um den Hörplatz (blaue Kurve). Daraus abgeleiteter Raum-EQ in Grün und der gemittelte Verlauf mit EQ in Rot. Zielfunktion Magenta.

Die übersichtliche Rückseite der Focal Trio11 Be

 

Hersteller/Vertrieb: Focal-JMlab / Sound Service Rangsdorf
UvP/Straßenpreis pro Paar: 8.328,− Euro / ca. 7.000,− Euro

www.focal.com

+
Messwerte
+++
Klangqualität
++
Einsatzmöglichkeiten
++
Einsatzmöglichkeiten
++
Preis/Leistungs-Verhältnis

Profil

Frequenzbereich: 35 Hz − 29 kHz (−6 dB)
Welligkeit: 5,0 dB (100 Hz — 10 kHz)
hor. Öffnungswinkel: 142 Grad (−6 dB Iso 1 kHz — 10 kHz)
hor. STABW (Standardabweichung): 16 Grad (−6 dB Iso 1 kHz — 10 kHz)
ver. Öffnungswinkel: 110 Grad (−6 dB Iso 1 kHz — 10 kHz)
ver. STABW: 36 Grad (−6 dB Iso 1 kHz — 10 kHz)
max. Nutzlautstärke: 110,4 dB (3% THD 100 Hz — 10 kHz)
Basstauglichkeit: 109,9 dB (10% THD 50 − 100 Hz)
Maximalpegel in 1 m (Freifeld) mit EIA426B Signal bei Vollaussteuerung: 107 dBA Leq und 123 dB Peak
Paarabweichungen: 1 dB (Maxwert 100 Hz — 10 kHz)
Störpegel (A-bew.): 22 dBA (10 cm)
Maße/Gewicht: 450 x 635 x 345 mm (BxHxT) / 37 kg

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording 4+5 2019. Hier versandkostenfrei bestellen. 

Produkt: Sound & Recording 06/2019
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