Rundumschlag

Arturia Audiofuse Studio – Desktop-Audio-Interface im Test

Arturia AudioFuse Studio (Bild: Dr. Andreas Hau)

Kaum ein halbes Jahr nach dem Rack-Interface AudioFuse 8Pre holt der französische Hersteller Arturia zum nächsten Schlag aus. Das AudioFuse Studio ist eine XL-Version des ursprünglichen AudioFuse Desktop-Interfaces: kompaktes Format, aber luxuriös ausgestattet. Dazu ein großzügiges Software-Bundle aus Arturias eigenen Kreationen, et voilà, es ist angerichtet!

Bei einem Desktop-Interface in schwarzem Design, noch dazu von einem französischen Hersteller, liegt einem das »petit noir« förmlich auf der Zunge. Nur: So winzig ist das AudioFuse Studio nun doch nicht. Mit seinen zahlreichen Buttons und Drehknöpfen sowie Anschlüssen nach vorne und hinten bildet es eine komplexe Studiozentrale. Im Kompaktformat. Überblick: Das AudioFuse Studio kommt in einem mittelgroßen Pultgehäuse mit einer Stellfläche von 263 x 159 mm und einer Bauhöhe von ca. 65 mm. Das nachtschwarze Design macht einen eleganten Eindruck, während der knallorange Streifen über der Auflagefläche einen stylischen Akzent setzt. Obwohl das Gehäuse zum Teil aus Kunststoff besteht, hat das AudioFuse ein überraschend hohes Gewicht, was ihm einen rutschfesten Stand beschert, zumal die Unterseite gummiert ist. Das gesunde Gewicht könnte damit zusammenhängen, dass das AudioFuse Studio randvoll mit Technik ist und quasi einen Rundumschlag an Konnektivität darstellt. Das Teil feuert in alle Richtungen: Vorne befinden sich vier Combo-Eingänge für Mikrofon-, Line- und Instrumentensignale. Ihnen direkt zugeordnet sind auf der Oberseite jeweils vier Taster für Phantomspeisung Instrument/Line-Umschaltung, ein 20-dB-Pad und ein Umschalter für die Signalpolarität (vulgo: Phasenumkehr). Gain wird über ein analoges Poti geregelt. Als nützliche Zugabe gibt es einen Solo-Schalter (»Listen«), um den betreffenden Kanal einzeln abzuhören.

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Das rechte Drittel der Oberseite nimmt die Monitoring-Sektion ein. Zentrales Bedienelement ist ein großer Lautstärkeregler, der aber kein analoges Poti ist, sondern ein digitaler Dreh-Encoder. Hier wird der Pegel der rückwärtigen Speaker-Ausgänge geregelt. Vervollständigt werden die Abhörfunktionen durch Dim-, Mute- und Mono-Buttons; ein Umschalter wechselt zwei Lautsprecherpaaren. Die darunter angeordneten Taster gestatten, wahlweise den Main-Mix oder einen der beiden Cue-Mixes abzuhören, die sich über die Steuersoftware einstellen lassen. Ähnliches gilt für die beiden Kopfhörerausgänge, die ebenfalls Buttons zur Quellenwahl (Main/Cue1/Cue2) besitzen sowie einen Mono-Schalter, der gerade für Overdubs häufig sinnvoll ist. Beide Kopfhörerausgänge sind völlig unabhängig einstellbar und verfügen jeweils über zwei parallel verdrahtete Buchsen im studioüblichen 6,3-mm-Klinkenformat und im 3,5-mm-Miniklinkenformat. Sogar eine Talkback-Einheit ist eingebaut: Links der Phones-Regler gibt es einen entsprechenden Taster; das dazugehörige Talkback-Mikro ist unterhalb des Lautstärkereglers ins Gehäuse eingelassen.

1 In der üblichen Abtastrate von 44,1 kHz arbeiten die Wandler des AudioFuse Studio bis 20 kHz linear. In der obersten Oktave kommt es zu einem leichten Ripple, der für die verbauten AKM-Wandler-Chips typisch ist.
2 Bei 96 kHz senkt sich die Kurve oberhalb 20 kHz ganz leicht, um knapp oberhalb 40 kHz steil abzufallen.
3 In der maximalen Abtastrate von 192 kHz arbeitet das Ausgangsfilter weicher; der Ripple nahe der Grenzfrequenz ist verschwunden. Der Übertragungsbereich reicht bis etwa 80 kHz.
4 Die Gesamtverzerrungen von AD- und DA-Wandlung gemeinsam betragen nur 0,00045 %; Im Klirrspektrum dominieren die tendenziell wohlklingenden unteren Harmonischen K2 und K3, die aber bereits unter –110 dBFS liegen.
Auf der Gerätefront befinden sich vier Combobuchsen für Mic/Line/Instrument-Signale. Die beiden Kopfhörerausgänge sind jeweils mit zwei Klinkenbuchsen in verschiedener Größe ausgestattet, was Adapter erübrigt.
Auf der Gerätefront befinden sich vier Combobuchsen für Mic/Line/Instrument-Signale. Die beiden Kopfhörerausgänge sind jeweils mit zwei Klinkenbuchsen in verschiedener Größe ausgestattet, was Adapter erübrigt.

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