Produkt: Sound & Recording 11/2019 Digital
Sound & Recording 11/2019 Digital
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Retro-Futurismus in Stereo

AKG Lyra – USB-Podcast-Mikrofon im Test

(Bild: Dirk Heilmann)

Podcast-Mikrofone sind fast ausnahmslos auf eine einzige Kernaufgabe optimiert: die Übertragung eines Sprechers unmittelbar vor dem Mikrofon. Was aber, wenn man mehrere Sprecher und Sprecherinnen gleichzeitig einfangen möchte, vielleicht gar eine ganze Diskussionsrunde in Stereo? Oder einen musikalischen Beitrag, etwa von einem Singer/Songwriter mit Gitarre? AKG hätte eine Lösung!

Schon optisch ist das AKG Lyra ein Statement: Sein Design ist gleichermaßen gewagt und traditionell, denn die eckige, konisch zulaufende Form erinnert an die ikonische Silhouette von AKGs wohl bekanntestem Mikrofon, dem C 414, das in verschiedenen Inkarnationen von 1970 bis heute das Vorzeigeprodukt geblieben ist. Das AKG Lyra (Produktnummer C44-USB) ist aber viel größer! Ich war wirklich überrascht, als ich es aus dem Karton nahm; auf Fotos wirkte die junge Dame zierlicher. Mit Abmessungen von 149 x 70 x 47 mm (70 mm mit Reglerkappen) hat es das doppelte bis dreifache Gehäusevolumen meines alten C 414 EB P48. Dabei wird doch sonst alles immer winziger! Aber der voluminöse Mikrofonkorb aus perforiertem Metall (schönen Gruß von meinem alten Braun Sixtant Herrenrasierer!) muss nicht nur eine, sondern gleich vier Mikrofonkapseln beheimaten, nämlich je zwei in einem weiten Winkel nach vorne und nach hinten.

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Bis auf den Korb besteht der Body des AKG Lyra weitgehend aus Kunststoff; der optische und haptische Eindruck ist dennoch wertig. Die Kombination aus Silber-matt und Graublau in Kombination mit der elegant-kantigen Formgebung versprüht ein gewisses 60s-Flair. Das Lyra ist ein echter Hingucker und wirkt teurer, als es kostet, nämlich gerade mal 169 Euro (Listenpreis). Dabei wurde an der Ausstattung nicht gespart: Zum Lieferumfang gehört ein elegant geschwungener Tischständer, der wie der Haltebügel aus massivem Metall besteht, was eine exzellente Standfestigkeit garantiert. Die Unterseite der Aufstellfläche ist gummiert, um ein Verrutschen zu unterbinden und Körperschallübertragung zu minimieren. Alternativ lässt sich das Lyra über seinen Haltebügel auch an einem Mikrofonstativ oder einem broadcast-typischen Tischmikrofonarm montieren.

Das AKG Lyra mit seinen Eltern: »Ganz wie die Mutter: universell und umschaltbar«, sprach das C 414. »Das smarte Aussehen hat Lyra von mir!«, schmunzelte der Braun Sixtant, von Beruf Herrenrasierer.
Der frontseitige Knopf regelt den Kopfhörerpegel; die LEDs zeigen den Aufnahmemodus an: nach vorne oder nach vorne und hinten gleichzeitig, jeweils in Mono oder in Stereo.
Auf der Rückseite werden das Aufnahmepattern per Stufenschalter gewählt und der Mikrofonpegel eingestellt.
Die vier Kleinmembran-Kondensatorkapseln in Elektret- Technik zeigen bei 33 cm Abstand einen sanften Abfall der tiefen Frequenzen unter 200 Hz und eine recht schmalbandige Höhenbetonung bei 12 kHz. Die Mitten werden weitgehend linear abgebildet.
Die Unterseite des AKG Lyra.

Technisch betrachtet

Die vier Mikrofonkapseln haben jeweils Nierencharakteristik und sind in Elektret-Technik gefertigt, d. h., die Polarisationspannung ist in der Kondensatorkapsel »eingefroren«. Das hat für ein USB-Mikrofon den Vorteil, dass eine Spannungswandlerschaltung entfallen kann, was Kosten spart und auch ein paar Milliampere des knapp bemessenen USB-Speisestroms. Über einen rückseitigen Drehschalter lassen sich vier Modi aktivieren, die auf der Vorderseite per LED angezeigt werden: Front, Front & Back, Tight Stereo und Wide Stereo. In der Stellung Front werden die vorderen beiden Kapseln mono summiert, in der Stellung Front & Back bilden alle vier Nierenkapseln eine Mono-Summe. Bei Tight Stereo liegen die vorderen beiden Kapseln auf den beiden Stereokanälen, bei Wide Stereo liegen die Kapseln links vorne und hinten auf dem linken Kanal und rechts vorne und hinten auf dem rechten Kanal.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording+Keyboards-Ausgabe 01/2021. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller/Vertrieb: AKG

UvP/Straßenpreis: 169,– Euro / ca. 126,– Euro

Internet: de.akg.com; www.audiopro.de

Unsere Meinung:
+++ vier Mikrofonmodi für typische Szenarien
++ integriertes Direkt-Monitoring
++ gelungenes Design inkl. hochwertigem Tischständer
++ sehr preisgünstig
– empfindlich für Handgeräusche

Produkt: Sonderheft Sound & Recording Studioszene 2020
Sonderheft Sound & Recording Studioszene 2020
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