Produkt: Sound & Recording 09-10/2019 Digital
Sound & Recording 09-10/2019 Digital
HD-VINYL von REBEAT – höher, weiter, mehr? +++ MIXPRAXIS: Rob Kinelski mischt Billie Eilish +++ INTERVIEW: Elektro-Trio MONOKOMPATIBEL +++ AUSTRIAN AUDIO OC818 – Großmembran-Kondensatormikrofon +++ HITS NACHGEBAUT: Billie Eilish de/constructed
Die Messwerte

Adam Audio T8V Nahfeldmonitor mit 8″-Tieftöner und U-Art Air Motion Transformer im Test

Adam Audio aus Berlin baut seine 2017 vorgestellte T-Serie mit dem T8V-Monitor um ein weiteres Modell aus. Nachdem die T5V und T7V unlängst schon Zuwachs durch den Subwoofer T10S bekamen, wird die Serie jetzt noch mit dem T8V erweitert.

Anzeige

Mit einem 8″-Tieftöner ist der kompakte Monitor auch ohne Unterstützung durch einen Subwoofer schon gut für Tiefbass und etwas höhere Pegel aufgestellt. Die weitere Bestückung mit dem 1,9″-AMT Hochtöner plus Waveguide entspricht dem der beiden kleineren Modelle. Auch die Gehäuseform ist identisch zu den beiden anderen Modellen, lediglich mit entsprechend mehr Volumen für den größeren Tieftöner.

Die Front wurde im Bereich des Hochtöners seitlich großzügig abgeschrägt. Schrauben sind außer auf der Rückwand nirgends zu sehen, was speziell auf der Frontseite und im Umfeld des Hochtöners nicht nur gut aussieht, sondern auch akustische Vorteile bringt, da es so keine streuenden Hindernisse im Schallfeld gibt.

Aufgebaut sind die Gehäuse aus 15 mm starkem MDF, das für alle Seitenflächen mit schwarzer Kunststofffolie bezogen ist. Die Frontseite ist aufgedoppelt und mit einer mattschwarz beschichtet Schale abgedeckt, hinter der sich die Körbe der Treiber und deren Schrauben verbergen. Öffnet man die Rückwand, dann kommen ein HF-Schaltnetzteil und eine kleine Platine für die restliche Elektronik zum Vorschein. Basis für die Elektronik ist der DSP und Endstufen-Chip TAS5754M von Texas Instruments, dessen DSP bereits für typische einfache Audiofunktion vorkonfiguriert ist. Die Endstufen liefern laut Datenblatt von Adam Audio 70 W für den Tieftöner und 20 W für den Hochtöner.

Der AMT-Hochtöner mit sehr schmalen Stegen und einem Waveguide zur Anpassung des Abstrahlverhaltens
Bedienelemente auf Rückseite mit HF- und LF-Filtern zur Ortsanpassung und einem Poti als Gain-Steller
Ein Blick ins Innere zeigt Gehäuseverstrebungen und das auch auf der Innenseite mit einer Trompetenöffnung versehene Bassreflexrohr.
Die kompakte Elektronik im T8V: vorne das Netzteil und dahinter die Endstufen- und DSP-Platine

Wie bei fast allen kompakten Monitoren üblich, ist das Gehäuse als Bassreflexsystem aufgebaut. Der in der Fläche großzügige dimensionierte Tunnel verläuft um 90° gewinkelt bis in die Mitte des Gehäuses und ist vorbildlich beidseitig mit großzügig gerundeten Trompetenöffnungen versehen. Die Eintrittsöffnung in der Mitte des Gehäuses verhindert, dass sich Gehäusemoden, die ihr Druckmaximum auf den Gehäusewänden haben, über den Tunnel nach außen ausbreiten. Die große Fläche des Tunnels reduziert Verluste und verringert zusammen mit den Trompetenöffnungen Strömungsgeräusche an den Übergängen. Auf der Rückseite gibt es neben dem Netzanschluss für die Signalzuspielung eine XLR- und eine Cinchbuchse. Die Auswahl des Eingangs erfolgt über einen Schiebeschalter. Die Empfindlichkeit kann über ein Poti eingestellt werden. Da reproduzierbare Einstellungen für mehrere Lautsprecher mit einem einfachen Poti jedoch meist schwierig sind, verwendet man am besten die Einstellung auf Maximum, die eindeutig ist. Zur Orts- oder Geschmacksanpassung gibt es noch zwei weitere mit LF und HF beschriftete Schalter, die neben der Neutral-Stellung auf ±2 dB eingestellt werden können. Die damit betätigten Filter (siehe Abb.1 oben) haben Shelving-Charakteristik.


Aus dem Messlabor…

… unter reflexionsfreien Bedingungen stammen die folgenden Messungen zum Frequenzgang, zum Abstrahlverhalten und zu den Verzerrungswerten. Der Klasse-1-Messraum erlaubt Messentfernung bis zu 8 m und bietet Freifeldbedingungen ab 100 Hz aufwärts. Alle Messungen erfolgen mit einem B&K 1/4″-4939-Messmikrofon bei 96 kHz Abtastrate und 24 Bit Auflösung mit dem Monkey-Forest Audio-Messsystem. Messungen unterhalb von 100 Hz erfolgen als kombinierte Nahfeld-Fernfeldmessungen.

01 Frequenzgang auf Achse (rote Kurve) gemessen in 2 m Entfernung. Die grüne Linie zeigt den Übertragungsbereich (–6 dB) von 35 Hz bis 23,2 kHz. In Grau die Welligkeit zwischen 100 Hz und 10 kHz mit ±2,45 dB. Oben die Kurven der Filter zur Ortsanpassung mit ±2 dB HF (blau) und ±2 dB LF (orange).
02 Phasengang auf Achse mit 360° Phasendrehung für das X-Over Filter 4.Ordnung und 360° + 180° am unteren Ende durch das Bassreflexgehäuse und ein elektrisches Hochpassfilter.
03 Spektrogramm der T8V mit einigen kleinen Resonanzen
04 Horizontales Abstrahlverhalten in der Isobarendarstellung; der Pegel ist beim Übergang von Orange auf Gelb um 6 dB gegenüber der Mittelachse abgefallen. Der mittlere Abstrahlwinkel oberhalb von 1 kHz beträgt 102°.
05 Vertikales Abstrahlverhalten der T8V; der Übergang vom Mittel- zum Hochtöner ist bei 2,6 kHz als Einschnürung zu erkennen. Der mittlere Abstrahlwinkel oberhalb von 1 kHz beträgt 92°. Oberhalb von 10 kHz schnüren sich die –6-dB-Isobaren auf ca. 45° ein.
06 Maximalpegel bezogen auf 1 m Entfernung bei höchstens 3 % Verzerrungen (rote Kurve) und bei höchstens 10 % Verzerrung (blaue Kurve) für den Tieftonbereich bis 300 Hz. Der Verlauf ist gleichmäßig und frei von Schwachstellen. Oberhalb von 2,5 kHz greift ein Limiter zum Schutz des Hoch - töners ein.
07 Messung der Intermodulationsverzerrungen mit einem Multitonsignal mit EIA-426B Spektrum und 12 dB Crestfaktor für 10 % Verzerrungsanteil. Auf 1 m im Freifeld bezogen wird dabei ein Pegel von 96,6 dBA als Leq und von 112 dB als Lpk erreicht.
08 Gemittelte Frequenzgangmessung über je 30 Position für den linken und rechten Lautsprecher um den Hörplatz (blau). Daraus abgeleitete Einstellung des Raum-EQs in Grün und der gemittelte Verlauf mit EQ in Rot. Die gestrichelte Kurve wurde bei der Filtereinstellung als Zielfunktion genutzt.

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recorrding-Ausgabe 05/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller: Adam Audio
UvP/Straßenpreis pro Paar: 598,– Euro / ca. 520,– Euro

Internet: www.adam-audio.com

Unsere Meinung:
++ Messwerte
+ Klangqualität
+ Einsatzmöglichkeiten
+ Verarbeitung und Wertigkeit
+++ Preis/Leistungs-Verhältnis

Frequenzbereich: 35 Hz – 23,2 kHz (–6 dB)
Welligkeit: 4,9 dB (100 Hz – 10 kHz)
hor. Öffnungswinkel: 102 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
hor. STABW (Standardabweichung): 17 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
ver. Öffnungswinkel: 92 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
ver. STABW (Standardabweichung): 25 Grad (–6 dB Iso 1 kHz – 10 kHz)
max. Nutzlautstärke: 105,5 dB (3 % THD 100 Hz – 10 kHz)
Basstauglichkeit: 100,1 dB (10 % THD 50 – 100 Hz)
Maximalpegel in 1 m (Freifeld) mit EIA-426B Signal bei Vollaussteuerung: 96,6 dBA Leq und 112 dB Peak
Paarabweichungen: 0,5 dB (Maxwert 100 Hz – 10 kHz)
Störpegel (A-bew.): 25,5 dBA (10 cm)
Maße/Gewicht: 250 × 400 × 335 mm (B×H×T) / 9,8 kg

Produkt: Sound & Recording 05/2020
Sound & Recording 05/2020
IM TEST: Synth-Werk SW-3P-2020 - Modularsystem, Zoom H8 – Mehrspur-Mobilrekorder & Super 6 – Polyfoner Hybridsynthesizer +++ STORY: Henry and the Waiter – Produziert und vermarktet in Eigenregie +++ PRAXIS: Mixing-Tutorial – Master-Bus-EQ +++

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren