Modular und preiswert

Lindell Audio Track Pack Deluxe im Test

(Bild: Dirk Heilmann)

Module im API-500-Format erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Ohne elektrotechnische Kenntnisse kann sich jeder einen Recording-Channelstrip nach Maß zusammenstellen, und im Mixdown lassen sich die Einzelkomponenten separat einbinden. Oft sind aber Module und Einschubrahmen viel teurer als ein Kompaktgerät. Nicht so beim Track Pack Deluxe von Lindell Audio, das vollausgestattet mit Preamp, Kompressor und EQ unter 1.500 Euro zu haben ist!

Lindell Audio, gegründet vom schwedischen Toningenieur Tobias Lindell, ist seit 2010 im Geschäft, und auch die hier vorgestellten Module gibt es schon ein paar Jährchen. Neu ist ihre Zusammenstellung als modularer Channelstrip – und dass Lindell hierzulande nun von Audiowerk vertrieben wird. Jedenfalls die Hardware. Lindell hat auch eine Softwareabteilung, deren Produkte über Plugin Alliance erhältlich sind. Zum Plug-in-Portfolio gehören übrigens auch Emulationen der hier vorgestellten Module. Aber bei den günstigen Preisen der Hardware-Originale darf man sich ja auch mal was »Echtes« gönnen!

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Die Frontplatten in einem blassen Goldton mit weißer Beschriftung gewinnen keinen Designpreis. Die Potis und Schalter sind jedoch von tadelloser Qualität und angenehmer Haptik.
Der Einschubrahmen 503 Power stellt die Betriebsspannungen bereit. Die Anschlusspalette beschränkt sich auf Ein- und Ausgänge im XLR-Format. Extras wie Link-Schalter und Sidechain-Eingänge gibt es nicht.

Rundgang

Das Track Pack Deluxe wird in einer praktischen Neopren-Transporttasche geliefert und besteht aus den drei Modulen Preamp, Kompressor und EQ sowie einem API-500-kompatiblen Einbaurahmen im Lunchbox-Format mit drei Slots. Alternativ gibt es auch ein Track Pack (ohne Deluxe), bestehend aus Preamp und Kompressor plus Modulrahmen, der somit noch einen freien Slot bietet.
Der Preamp mit der Bezeichnung 6X-500 ist ein eigenständiges Design. Ein- und Ausgang arbeiten trafosymmetriert; die aktive Elektronik dazwischen besteht im Wesentlichen aus zwei teildiskreten Opamp-Bausteinen. Teildiskret heißt, auf der Platine sitzt ein konventioneller IC-Opamp vom Typ NE5532, dem eine Ausgangsstufe aus zwei diskreten Leistungstransistoren zu mehr Power verhilft. Diese teildiskreten Opamp-Bausteine finden sich auch in den beiden anderen Modulen. Wer’s lieber volldiskret möchte, kann diese Module gegen pinkompatible diskrete Opamps austauschen. Für 69 Euro bietet Lindell selbst welche an, die dem Melcor 1731 entsprechen sollen; das ist der Vorgänger des API 2520 Opamps.

In allen drei Modulen kommen teildiskrete Opamp-Bausteine zum Einsatz, die aus einem konventionellen IC-Operationsverstärker und einer Ausgangsstufe aus zwei Leistungstransistoren bestehen.
Wie bei einem echten Pultec kommen im EQ-Schaltkreis Spulen zum Einsatz, hier als Multi-Induktor. Ein solches Bauteil findet sich auch in der EQ-Sektion des 6X-500 Preamps.
Wie beim Original dient ein speziell selektierter FET als Regelelement.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 3/2022. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller: Lindell Audio
UvP/Straßenpreis: 1.426,– Euro / 1.399,– Euro
Internet: www.audiowerk.eu

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