Das Mischpult

Basis-Wissen: Mischpulte – Aufbau/Funktionen


Du willst wissen wie ein Mischpult aufgebaut ist? In unserem Basis-Wissen-Artikel werden wir dir alle Fachbegriffe rund um das Mischpult erklären.

Mischpult Ein- und Ausgänge
Jeder Kanal verfügt über einen oder mehrere Eingänge. Der Mikrophon-Input ist als XLR-Buchse oder symmetrische Klinkenbuchse ausgeführt, der Line-Input als Klinkenbuchse. Ein DJ-Mixern hat außerdem noch Cinch-Buchsen. Die meisten Mischpulte verfügen über Inserts. Sie dienen dazu, Effektgeräte oder z.B. Dynamik-Prozessoren in den Kanalzug einzuschleifen. Mehr zum Thema Effekt-Routing findest du hier im zweiten Teil dieses Guides.
Einige Mischpulte, sogenannte Inline-Konsolen, verfügen über einen Direct-Out. Hieran kann z.B. ein Spureingang eines Multitrack-Recorders angeschlossen werden. Über den Tape-Input kann das Signal der jeweiligen Rekorder-Spur in den Kanal zurückgeführt werden. Bei softwarebasierten Aufnahmesystemen, also Software-Mixern, ist die Anzahl und Konfiguration der Ein- und Ausgänge von der Ausstattung des verwendeten Audiointerfaces abhängig.
Phantom Power
Schaltet die Speisespannung von 48V für Groß- und Kleinmembran-Kondensatormikrofone ein. Statt eines separaten Schalters in jedem Kanal findet man bei kleineren Pulten oft einen Schalter für alle Kanäle oder je einen für Gruppen von 8 Kanälen. 
Mic/Line
Umschalter zwischen- Mikrofonsignalen mit geringem Pegel und- Instrumentensignalen mit relativ hohem Pegel.Gain

Regelt den Grad der Vorverstärkung. Das Eingangssignal wird dabei auf einen bestimmten, im Idealfall übersteuerungsfreien Level gebracht.

PAD

Signale mit hohem Pegel, die selbst bei heruntergeregeltem Gain verzerren, können hier abgeschwächt werden.

Phase

Dreht die Signalphase (tauscht Plus- und Minus-Pol des Eingangs). Damit können Klangverschlechterungen, die durch ungünstig aufgestellte Mikrophone entstehen, vermieden werden.

Tape/Line-Switch

vertauscht Tape- und Line-Signal in der Tape-Monitor-Sektion.

Monitor Cue

regelt die Lautstärke des Signals zum Kopfhörerverstärker im Aufnahmeraum.

Monitor-EQ

Der Equalizer der Tape-Monitor-Sektion ist meistens einfach ausgelegt und verfügt über Regelmöglichkeiten für Höhen und Bässe.

Stereo-Summe/Monitor

Regelt Lautstärke und Panorama des Signals im Monitor-Mix.

PFL/Mute Monitor

Prefade-Listen Monitorsignal – hier wird das Monitorsignal vor dem Fader abgegriffen.

Mute – Stummschalten des Monitorsignals

Aux Sends

Mit diesen Reglern, die pro Kanal meist mehrfach vorhanden sind, werden die Kanalsignale auf die Aux-Busse geleitet, das sind Signalwege, die einen separaten Mixer-Ausgang haben. Damit werden Effektgeräte oder Monitoranlagen angesteuert. Aux-Send-Regler werden als Effekt-Sends, Foldback oder Cue-Sends bezeichnet.

Channel Cue

Er regelt die Lautstärke des Kanals für den Kopfhörerverstärker im Aufnahmeraum.

Equalizer, EQ

Klangregelung des Mixerkanals. Er besteht im einfachen Fall eines Festfrequenz-EQs aus zwei bis vier Reglern mit festgelegten Frequenzbereichen.

Peak-Anzeige / EQ on/off

Die Peak-LED signalisiert Übersteuerungen des Signals.

Komfortable Mischpulte erlauben das Ein- und Ausschalten des Equalizers.

Pan (Panorama)

Hiermit wird das Signal zwischen zwei Subgruppen oder den Kanälen der Stereosumme anteilig aufgeteilt. Man bestimmt damit die Position des Kanalsignals im Stereofeld.

PFL (Pre Fade Listen)

Mit Druck auf diesen Taster wird das Kanalsignal vor dem Fader auskoppelt und auf die Monitorlautsprecher geschaltet. Gleichzeitig wird das Signal auf die Aussteuerungsanzeige geschaltet. Wichtig ist das zum Einstellen des Gain-Reglers beim Einpegeln von Signalen und bei der Kontrolle der Pegel einzelner Signale während des Mischens.

Mute

schaltet einen Kanal stumm. Hierdurch kann man ihn vorübergehend aus dem Mix nehmen, ohne die Fader-Position ändern zu müssen. Größere Mischpulte weisen auch Mute-Gruppen auf.

Routing

Diese Schalter ermöglicht es, das Kanalsignal einem beliebigen Subgruppenpaar und/oder dem Stereomaster zuzuordnen.

Fader

Mit diesem Schieberegler wird die Lautstärke des Kanals geregelt.


Sub-Gruppen

Sub-Groups ermöglichen es, einzelne Signale zu gruppieren. Man nennt so etwas „einen Sub-Mix erstellen“, was hilfreich ist, um z.B. ein mit vielen Mikros abgenommenes Schlagzeug als Stereomix zusammenzufassen. Im Gesamtmix ist das Schlagzeug so einfacher zu handhaben.

Sub-Groups werden aber auch gebraucht, wenn man mit Mehrspur-Aufnahmegeräten arbeitet.

Um mehrere Signale zusammenzumischen und auf einer Spur aufzunehmen, benötigt man Subgruppen. Diese stellen einen eigenen Mix im Mischpult dar und besitzen Einzelausgänge, die zu den Eingängen des Multitrack-Recorders führen.

In dem dargestellten Beispiel sind die Eingangskanäle 1 und 2 auf die Stereo-Summe geroutet. Die Kanäle 7 und 8 sind dem Subgruppenpaar 1 und 2 zugeordnet, wobei Kanal 7 mittels des Pan-Reglers auf Subgruppe 1 und Kanal 8 auf Subgruppe 2 gelegt sind. Die Subgruppen haben Ausgänge zum Multitrack-Recorder, bei dem die Spuren 1 und 2 ausgesteuert werden. Außerdem sind hier Subgruppe 1 und 2 auf den Stereomaster geschaltet.

In der Subgruppensektion befinden sich bei manchen Recording-Pulten auch die sogenannten Tape Monitore (siehe unten), das sind stark abgespeckte Kanalzüge, an die die Ausgänge des Multitrack-Recorders angeschlossen sind. Hier kann man einen vorläufigen Kontrollmix der bereits aufgenommenen Spuren erstellen und ihn auf die Monitorboxen schalten. Das hat den Vorteil, dass nicht für jede Spur ein voller Eingangskanal benötigt wird. Die Bedienmöglichkeiten sind meist reduziert auf Lautstärke und Panorama pro Tape-Monitor.

Hier findet ihr mehr zum Thema Effekt-Routing!


Master-Sektion

Mit den beiden Masterfadern wird der Gesamtmix (Stereosumme) geregelt. Manche Mischpulte besitzen auch nur einen Masterfader, der beide Stereokanäle gemeinsam regelt. Unterschiede in der Lautstärke zwischen beiden Kanälen können hier mit Hilfe eines Balance-Reglers korrigiert werden. Die Ausgänge der Stereosumme führen bei einem Live-Mischpult zur PA, bei einem Recording-Mischpult zum Stereo-Masterrecorder, auf dem der Mix aufgenommen wird. Der Pegel wird auf den Master-Levelmetern optisch kontrolliert.

Weiterhin befinden sich hier auch die Regler für die Aux-Sends, also die Ausgänge, über die die Signale für die Effektgeräte und – bei Live-Mixern – die Bühnenmonitoranlage gesendet werden. Die bearbeiteten Effektsignale werden über spezielle Stereokanäle – die Aux- oder Effect-Returns – in den Mixer zurückgeleitet, und können dann der Stereosumme zwecks Abmischung oder den Subgruppen zwecks Aufnahme zugeleitet werden. Manche Mischpulte verfügen nicht über Aux-Returns. In diesem Fall muss man die Effektsignale über normale Eingangskanäle zurückleiten.

In der Mastersektion befinden sich auch sämtliche Bedienungselemente für das Monitoring: Der Tontechniker kann hier auswählen, welches Signal er auf den Studiomonitoren oder auf dem Kopfhörer haben will: Die Stereomischung, die zur Mastermaschine (oder zur PA) geht, die Kontrollmischung für die Musiker, den pfl-Bus, die Aux-Wege, die Ausgänge der Mastermaschine zum Abhören der aufgenommenen Endmixes usw. In der Regel werden diese Signale zur optischen Kontrolle auch auf die Levelmeter des Stereomasters geleitet.

Analoge Mischpulte

Analoge Mischpulte erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Sie werden in allen erdenklichen Größenordnungen und Preisklassen angeboten, bei manchen Modellen ist die Kanalzahl sogar erweiterbar. Die klanglichen Eigenschaften sind meist hervorragend, die Konzepte technisch ausgereift und die Bedienung, dank gleichzeitiger Zugriffsmöglichkeit auf alle Kanäle, konkurrenzlos einfach.

Da heute meist der Computer zur Aufnahme genutzt wird, verfügen zahlreiche analoge Mischpulte für Homerecording und semiprofessionelle Anwendungsbereiche über eingebaute Analog/Digitalwandler mit Firewire- oder USB-Schnittstelle. Ebenso besitzen einige Modelle interne digitale Multieffektgeräte. Abgesehen von einer fehlenden Mix-Automation bieten sie damit vielfach gleiche Ausstattungs- und Leistungsmerkmale wie vergleichbare Digitalpulte.


Analoge Summierer

Eine Sonderform des Analogmischers stellen analoge Summierer dar: Sie besitzen ausschließlich hochwertige Pegel- und Panoramaregelmöglichkeiten, auf Mikrofon-Vorverstärkereingänge, EQs, Effektwege und sonstige Klangbearbeitung wird verzichtet. Mit den Ausgängen einer Computer-Soundkarte bzw. DAW verbunden, bieten sie die Möglichkeit, ein im Computer aufgenommenes Musikstück auf analoger Ebene zu mischen und dadurch dessen Klangqualität zu steigern. Diese Form des Mischpultes hat, vor allem im professionellen Bereich und in Projektstudios, in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Vorzüge sind eine meist hohe Klangqualität bei minimalem Platzbedarf.

Inline- und Splitpulte

Welcher Mixertyp ist denn nun für das Homerecording besser geeignet?

Im Bereich der semiprofessionellen Studiopulte hat sich das Inline-Prinzip durchgesetzt, Split-Pulte spielen auf dem Markt kaum noch eine Rolle. Digitale Hardware-Mischpulte entsprechen ausschließlich dem Inline-Prinzip. Bei Software-basierten Mixern stellt sich die Frage nach Mixertyp nicht, da sich die Mischpultoberfläche je nach Aufnahmesituation konfigurieren lässt und Platzprobleme keine Rolle spielen.

Split-Mischpult

Split-Mischer entsprechen im Aufbau klassischen Mischpulten. Die Elemente sind Eingangskanäle, Subgruppen und Mastersektion.

  • Die Eingangskanäle lassen sich zu den Subgruppen routen. Diese steuern die Spuren des Multitrack-Recorders über die Track-Send-Ausgänge an.
  • Die Recorderausgänge werden über die Track-Returns zum Subgruppenteil zurückgeführt, wo sie mit den Tape-Monitoren geregelt werden.
  • Die Tape-Monitor-Mischung wird auf die Stereosumme geleitet.
  • Zum Mix werden die Track-Outs auf normale Eingänge umgesteckt bzw. umgeschaltet.

Inline-Mischpult

Das Inline-Konzept trägt vor allem den Anforderungen im Recording-Bereich Rechnung. Jeder Kanalzug ist vertikal in zwei Kanäle geteilt und besitzt neben den Line/Mic-Inputs auch Ein- und Ausgänge für die Spuren des Multitrack-Recorders.

  • Das aufzunehmende Signal kann entweder über den Direktausgang zum zugeordneten Eingang des Recorders oder über die Subgruppen zur Erzeugung eines Zwischenmixes geleitet werden.
  • Die Subgruppen sind wiederum mit den korrespondierenden Track-Sends der Kanäle verbunden. Die Spuren des Recorders können bei laufender Aufnahme über die B-Kanäle abgehört werden, die in diesem Fall als Tape-Monitore dienen.
  • Im Mix werden dann die Eingangssignale mit einem Flip- oder Reverse-Schalter vertauscht und die Tracksignale über die A-Channels geführt.
  • Mit den B-Kanälen können die an den Eingängen angeschlossenen Line-Signale, z.B. Sequenzer-gesteuerte Klangerzeuger auf die Stereosumme gemischt werden.

Digitale Mischpulte

Analoge Signalverarbeitung über viele Stufen (Vorverstärkung, Klangbearbeitung, Mischung usw.) erfordert einen erheblichen elektronischen Aufwand, wenn das Signal nicht oder nur unhörbar verfälscht werden soll. Die heute erreichte Qualität von analogen Mischpulten ist zwar hervorragend, hat aber – vor allem bei Mixern mit zahlreichen Kanälen und hochwertiger Ausstattung – auch noch immer ihren Preis. Bis Mitte der 90er Jahre noch unerschwinglich teuer, erfreuen sich heute digitale Mischpulte vor allem im semiprofessionellen Bereich einer breiten Akzeptanz.

Vorteile gegenüber einem vergleichbar ausgestatteten Analogpult ist der meist geringere Platzbedarf, eine komplette Automation aller Funktionen und der günstige Preis. Dagegen spricht vor allem die i.d.R. weniger übersichtliche Bedienung, da meist nicht auf alle Funktionen gleichzeitig zugegriffen werden kann.

Marktführer im Bereich der semiprofessionellen Digitalpulte sind Yamaha und Tascam, aber auch Mackie, Presonus und einige andere Hersteller bieten entsprechende Pulte an.

Alle genannten Mixer zeichnen sich dadurch aus, dass sie über digitale Ein- und Ausgänge (z.B. im Adat-Format) verfügen oder zumindest damit nachgerüstet werden können. Intern werden die Signale vollständig digital verarbeitet. Meist besitzen die Konsolen eingebaute Effektgeräte und Dynamikprozessoren. Eine Mixautomatik ist ebenso inbegriffen wie die Möglichkeit, komplette Mixereinstellungen (Scenes, Snapshots) aufzurufen.


Archiv

Mischpult als Software

Eine extrem wichtige Rolle spielt seit geraumer Zeit der Software-Mixer, wie er in einem Computer-Harddisk-Recordingsystem (oder DAW = Digital Audio Workstation) enthalten ist. Die wichtigsten Systemkomponenten sind der Rechner selbst, ein Audio/MIDI-Interface und eine Recording-Software wie etwa Apple Logic, Steinberg Cubase, Ableton Live, M-Audio Pro Tools oder Propellerhead Record. Sie enthält üblicherweise einen Mixer auf Software-Basis.

Er stellt somit eine besondere Form des digitalen Mischpults dar. Die auf der Festplatte aufgenommenen Spuren werden dabei intern auf eine Stereo-Masterspur unter Einbeziehung von Software-emulierten Equalizern, Dynamikprozessoren und Effektalgorithmen abgemischt. Die grafische Benutzeroberfläche ist dabei einem Hardware-Mischpult nachempfunden, die Regler und Schalter lassen sich mit der Maus oder einer externen MIDI-Controllersteuerung (z.B. Euphonix MC Serie, Korg nanoKONTROL, M-Audio UC33E, Novation Nocturn bzw. speziellen Controllern wie Digidesign Command 8, Steinberg CC121 oder Akai APC 40) bedienen.

Der Übergang zwischen DAW-Controller und digitalem Mischpult ist mittlerweile fast fließend. So bieten einige Controller ein integriertes Audio-/MIDI-Interface (z.B. Cakewalk Sonar VS-100, Digidesign Digi 003) oder sogar eine interne Aufnahmemöglichkeit (Zoom R16), manche Digitalmischer besitzen dagegen als Alternative zum Stand-alone-Betrieb die Möglichkeit einer direkten Einbindung in ein Computer-Harddisk-Recordingsystem (z.B. Yamaha N12).

Die eigentliche Recording-Software ist meist recht preisgünstig, allerdings benötigt man neben einem ausreichend leistungsfähigen Rechner zumindest ein Audio/MIDI-Interface, sowie bei Bedarf einen Controller (s.o.) und zusätzliche Software zur Klangbearbeitung in Form von EQ- und Effekt-Plug-ins.

Zubehör

Verkabelung

Man vermutet auf den ersten Blick nicht, welche Unmengen an Kabeln schon in einem mittelgroßen Homerecordingstudio und an Mischpulten „verschwinden“. Ein Kostenfaktor, der oft unterschätzt wird: gute Kabel sind teuer, und auf billige „Strippen“ zurückzugreifen, damit wäre sicherlich am falschen Ende gespart, denn darunter leidet letztendlich die Klangqualität. Die Auswahl an geeigneten Kabeln ist aber glücklicherweise groß, die meisten Markenhersteller bieten gute Produkte in verschiedenen Preisklassen an.

Für die Verkabelung am Mischpult und anderen fest installierter Geräte in einem Studio bietet sich selbstredend die Anschaffung von „Multicores“ an – das sind Kabel mit ganz vielen kleinen abgeschirmten Kabeln drin. Das hilft, den ansonsten unvermeidlichen „Kabelsalat“ so gering wie möglich zu halten.

Hardware – Racks, Stative etc.

Damit nicht erst nach dem Kauf des Mega-Mixers aller Träume die Frage auftaucht, wo man das kostbare Stück aufbauen soll, sollte man von vornherein diese Kostenstelle mit einplanen. Wichtig ist zunächst, dass das Pult sicheren Halt hat und am besten noch die Montage von weiterem Equipment (Effekt-Geräte, Monitore etc.) erlaubt. Ein vom Keyboarder ausrangiertes, wackliges X-Stativ ist da bestimmt nicht die beste Wahl und beim Studio-Ausstatter um die Ecke wird’s dann meistens richtig teuer.

Hier ein kleiner Haushaltstipp: Schaut euch doch mal im Büro- und Computer-Bereich bei einem gewissen schwedischen Möbelhersteller um. Da gibt’s sehr viele Teile, die man bestens im Studio gebrauchen kann. Sie sind – 1, 2, 3 – aufgebaut (okay – nicht immer ). Aber sie helfen Geld sparen, dass man ja immer noch in das eine oder andere Studio-Rack investieren kann.

DI-Box (Direct Injection Box)

Möchte man Line-Signale (Outputs von Gitarren- und Bass-Vorverstärkern, Keyboards und Expandern) über längere Strecken transportieren, so sollte man sie zuerst symmetrisieren. Die Ausgänge dieser Geräte sind meist unsymmetrisch ausgelegt, was eine höhere Anfälligkeit gegenüber vom Kabel aus der Umgebung aufgefangenen Störimpulsen bedeutet. Deshalb führt man das Signal zuerst in eine DI-Box; das ist keine Lautsprecherbox, sondern ein kleines Kästchen mit einer Elektronik, die das unsymmetrische Signal in ein symmetrisches umwandelt. Vom Ausgang der DI-Box kann man es dann praktisch verlust- und störungsfrei zum Mixer übertragen.

Speaker-Emulator

Eine Gitarrenbox besitzt einen sehr eingeschränkten Frequenzgang. Ein hoch verzerrtes Gitarrensignal enthält viele Obertöne, die den ungefilterten Sound sehr kratzig und unangenehm machen würden. Erst durch die schlechte Hochtonübertragung des Gitarrenlautsprechers, der die Obertöne dämpft, wird der Sound rund und angenehm. Deshalb werden E-Gitarrenspuren meist durch ein vor dem Lautsprecher aufgestelltes Mikrophon aufgenommen. Dies ist beim Homerecording nicht immer möglich und sinnvoll. Statt die Gitarre über Lautsprecher wiederzugeben, kann man auch einen Speaker-Emulator an den Ausgang des Verstärkers oder Vorverstärkers hängen, ein Gerät, das den Frequenzgang des Lautsprechers simuliert und das Signal filtert. Dieses Signal lässt sich dann unmittelbar ins Mischpult oder – bei Verwendung eines rechnerbasierten Aufnahmesystems – in die Soundkarte einspeisen.

Recording Preamp

Eine Kombination von Gitarrenvorverstärker und eingebauter DI-Box mit Speaker-Emulation. Der Ausgang des Recording-Preamps wird direkt mit einem Eingang des Mixers oder der Soundkarte verbunden.

Exciter/Enhancer/Psychoakustik-Prozessor: Geräte dieser Art frischen die Höhen und manchmal auch den Bass-Anteil eines Signals auf. Sie sind jedoch nicht mit Equalizern zu vergleichen, da sie die unterbelichteten Frequenzbereiche nicht einfach anheben sondern nach psychoakustischen Gesetzmäßigkeiten erzeugen. Bei Verwendung eines rechnerbasierten Aufnahmesystems lassen sich solche Geräte in Form von Software Plug-ins verwenden.

Frequenz-Analyzer

Um eine ungünstige Raumakustik korrigieren zu können, muss man den durch den Raum veränderten Frequenzgang erst einmal kennen. Zu dessen Messung dient der Frequenz-Analyzer. Man schickt ein breitbandiges Signal (rosa Rauschen) über die Boxen und nimmt dieses mit einem Messmikrophon ab. Der Pegel wird nun in schmalen Frequenzbändern gemessen und optisch – durch viele einzelne Levelmeter – dargestellt. Im Idealfall sollte der Analyzer in allen Frequenzbändern einen gleich hohen Pegel, also eine waagerechte Linie, zeigen. Ist der Frequenzgang wellig, so kann man ihn mit einem grafischen EQ, der über die gleichen Bänder wie der Analyzer verfügen muss, korrigieren.

Manche Analyzer sind zusammen mit einem dazu passenden grafischen EQ in einem Gehäuse untergebracht. Es gibt auch automatische Geräte, die den Einmessvorgang selbsttätig durchführen und sogar verschiedene EQ-Einstellungen abspeichern, die sich dann je nach den Erfordernissen abrufen lassen. Bei Verwendung eines rechnerbasierten Aufnahmesystems lassen sich auch solche Geräte in Form von Software Plug-ins verwenden.

4s Kommentare zu “Basis-Wissen: Mischpulte – Aufbau/Funktionen”
  1. Hall, ist es möglich bei einen einfachen Mischpult einen asymetrischen Mikrophoneingang (Klinke) in einen symetrischen umzubauen (mit Adapter von Klinke auf XLR). Es sind 2 Mikroeingänge (R und L) vorhanden mit Stereobuchsen aber nur mono belegt.
    Vielen Dank für eine Antwort. MfG Volker

    Antworten
    • Jörg Sunderkötter

      Nein, das funktioniert nicht. Ein üblicher Adapter Klinke (unsymmetrisch) auf XLR verbindet einfach einen XLR Pin 3 mit Masse; d.h. der Eingang bleibt unsymmetrisch. Ein „richtiger“ Mikrofoneingang sollte immer symmetrisch sein und mit XLR-Buchse ausgestattet sein. Auch weil Phantomspeisung für Kondensatormikrofone zwingend symmetrische Verkabelung erfordert .

      Es handelt sich offenbar um ein sehr altes Pult oder ein einfaches Hobby-Mischpult (für Karaoke o.ä.). Damit ist im (Home-)Studio nicht viel anzufangen. Einfache Kleinmischpulte mit korrektem, symmetrischem Mikrofoneingang gibt’s aber schon für kleines Geld im Handel bzw. auf dem Gebrauchtmarkt.

      Antworten
  2. hallo Volker, hallo Jörg,
    könnte es nicht sein, dass der Klinken-Eingang auch symmetrisch ist, viele Pulte bieten dieses an und werden mit einem Stereo-Jack betrieben ? Bitte Bedienungsanleitung bewz.
    techn.Plan lesen. VG. Leon

    Antworten
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