Das Mischpult

Basis-Wissen: Mischpulte – Aufbau/Funktionen – Effekt Routing


Du willst wissen wie ein Mischpult aufgebaut ist? In unserem Basis-Wissen-Artikel werden wir dir alle Fachbegriffe rund um das Mischpult erklären.

Mischpult Ein- und Ausgänge
Jeder Kanal verfügt über einen oder mehrere Eingänge. Der Mikrophon-Input ist als XLR-Buchse oder symmetrische Klinkenbuchse ausgeführt, der Line-Input als Klinkenbuchse. Ein DJ-Mixern hat außerdem noch Cinch-Buchsen. Die meisten Pulte verfügen über Inserts. Sie dienen dazu, Effektgeräte oder z.B. Dynamik-Prozessoren in den Channel einzuschleifen. 
Einige Pulte, sogenannte Inline-Konsolen, verfügen über einen Direct-Out. Hieran kann z.B. ein Spureingang eines Multitrack-Recorders angeschlossen werden. Über den Tape-Input kann das Signal der jeweiligen Rekorder-Spur in den Channel zurückgeführt werden. Bei softwarebasierten Aufnahmesystemen, also Software-Mixern, ist die Anzahl und Konfiguration der Ein- und Ausgänge von der Ausstattung des verwendeten Audio-Interfaces abhängig.
Phantom Power
Schaltet die Speisespannung von 48V für Groß- und Kleinmembran-Kondensatormikrofone ein. Statt eines separaten Schalters in jedem Channel findet man bei kleineren Pulten oft einen Schalter für alle Kanäle oder je einen für Gruppen von 8 Kanälen. 
Mic/Line
Umschalter zwischen- Mikrofonsignalen mit geringem Pegel und- Instrumentensignalen mit relativ hohem Pegel.Gain Regelt den Grad der Vorverstärkung. Das Eingangssignal wird dabei auf einen bestimmten, im Idealfall übersteuerungsfreien Level gebracht.PAD Signale mit hohem Pegel, die selbst bei heruntergeregeltem Gain verzerren, können hier abgeschwächt werden.Phase Dreht die Signalphase (tauscht Plus- und Minus-Pol des Eingangs). Damit können Klangverschlechterungen, die durch ungünstig aufgestellte Mikrophone entstehen, vermieden werden.Tape/Line-Switch vertauscht Tape- und Line-Signal in der Tape-Monitor-Sektion.Monitor Cue regelt die Lautstärke des Signals zum Kopfhörerverstärker im Aufnahmeraum.Monitor-EQ Der Equalizer der Tape-Monitor-Sektion ist meistens einfach ausgelegt und verfügt über Regelmöglichkeiten für Höhen und Bässe.
Stereo-Summe/Monitor

Regelt Lautstärke und Panorama des Signals im Monitor-Mix.

PFL/Mute Monitor

Prefade-Listen Monitorsignal – hier wird das Monitorsignal vor dem Fader abgegriffen.

Mute – Stummschalten des Monitorsignals

Aux Sends

Mit diesen Reglern, die pro Kanal meist mehrfach vorhanden sind, werden die Kanalsignale auf die Aux-Busse geleitet, das sind Signalwege, die einen separaten Mixer-Ausgang haben. Damit werden Effektgeräte oder Monitoranlagen angesteuert. Aux-Send-Regler werden als Effekt-Sends, Foldback oder Cue-Sends bezeichnet.

Channel Cue

Er regelt die Lautstärke des Channels für den Kopfhörerverstärker im Aufnahmeraum.

Equalizer, EQ

Klangregelung des Mixerkanals. Er besteht im einfachen Fall eines Festfrequenz-EQs aus zwei bis vier Reglern mit festgelegten Frequenzbereichen.

Peak-Anzeige / EQ on/off

Die Peak-LED signalisiert Übersteuerungen des Signals.

Ein komfortables Mischpult erlaubt das Ein- und Ausschalten des Equalizers.

Pan (Panorama)

Hiermit wird das Signal zwischen zwei Subgruppen oder den Kanälen der Stereosumme anteilig aufgeteilt. Man bestimmt damit die Position des Kanalsignals im Stereofeld.

PFL (Pre Fade Listen)

Mit Druck auf diesen Taster wird das Kanalsignal vor dem Fader auskoppelt und auf die Monitorlautsprecher geschaltet. Gleichzeitig wird das Signal auf die Aussteuerungsanzeige geschaltet. Wichtig ist das zum Einstellen des Gain-Reglers beim Einpegeln von Signalen und bei der Kontrolle der Pegel einzelner Signale während des Mischens.

Mute

schaltet einen Channel stumm. Hierdurch kann man ihn vorübergehend aus dem Mix nehmen, ohne die Fader-Position ändern zu müssen.

Ein großes Mischpult weist auch Mute-Gruppen auf.

Routing

Diese Schalter ermöglicht es, das Kanalsignal einem beliebigen Subgruppenpaar und/oder dem Stereomaster zuzuordnen.

Fader

Mit diesem Schieberegler wird die Lautstärke des Channels geregelt.


Sub-Gruppen

Sub-Groups ermöglichen es, einzelne Signale zu gruppieren. Man nennt so etwas „einen Sub-Mix erstellen“, was hilfreich ist, um z.B. ein mit vielen Mikros abgenommenes Schlagzeug als Stereomix zusammenzufassen. Im Gesamtmix ist das Schlagzeug so einfacher zu handhaben.

Sub-Groups werden aber auch gebraucht, wenn man mit Mehrspur-Aufnahmegeräten arbeitet.

Um mehrere Signale zusammenzumischen und auf einer Spur aufzunehmen, benötigt man Subgruppen. Diese stellen einen eigenen Mix im Mischpult dar und besitzen Einzelausgänge, die zu den Eingängen des Multitrack-Recorders führen.

In dem dargestellten Beispiel sind die Eingangskanäle 1 und 2 auf die Stereo-Summe geroutet. Die Kanäle 7 und 8 sind dem Subgruppenpaar 1 und 2 zugeordnet, wobei Channel 7 mittels des Pan-Reglers auf Subgruppe 1 und Kanal 8 auf Subgruppe 2 gelegt sind. Die Subgruppen haben Ausgänge zum Multitrack-Recorder, bei dem die Spuren 1 und 2 ausgesteuert werden. Außerdem sind hier Subgruppe 1 und 2 auf den Stereomaster geschaltet.

In der Subgruppensektion befinden sich bei manchen Recording-Mischpulten auch die sogenannten Tape Monitore (siehe unten), das sind stark abgespeckte Kanalzüge, an die die Ausgänge des Multitrack-Recorders angeschlossen sind. Hier kann man einen vorläufigen Kontrollmix der bereits aufgenommenen Spuren erstellen und ihn auf die Monitorboxen schalten. Das hat den Vorteil, dass nicht für jede Spur ein voller Eingangskanal benötigt wird. Die Bedienmöglichkeiten sind meist reduziert auf Lautstärke und Panorama pro Tape-Monitor.


Master-Sektion

Mit den beiden Masterfadern wird der Gesamtmix (Stereosumme) geregelt. Manche Mischpulte besitzen auch nur einen Masterfader, der beide Stereokanäle gemeinsam regelt. Unterschiede in der Lautstärke zwischen beiden Kanälen können hier mit Hilfe eines Balance-Reglers korrigiert werden. Die Ausgänge der Stereosumme führen bei einem Live-Mischpult zur PA, bei einem Recording-Mischpult zum Stereo-Masterrecorder, auf dem der Mix aufgenommen wird. Der Pegel wird auf den Master-Levelmetern optisch kontrolliert.

Weiterhin befinden sich hier auch die Regler für die Aux-Sends, also die Ausgänge, über die die Signale für die Effektgeräte und – bei Live-Mixern – die Bühnenmonitoranlage gesendet werden. Die bearbeiteten Effektsignale werden über spezielle Stereokanäle – die Aux- oder Effect-Returns – in den Mixer zurückgeleitet, und können dann der Stereosumme zwecks Abmischung oder den Subgruppen zwecks Aufnahme zugeleitet werden. Manche Mischpulte verfügen nicht über Aux-Returns. In diesem Fall muss man die Effektsignale über normale Eingangskanäle zurückleiten.

In der Mastersektion befinden sich auch sämtliche Bedienungselemente für das Monitoring: Der Tontechniker kann hier auswählen, welches Signal er auf den Studiomonitoren oder auf dem Kopfhörer haben will: Die Stereomischung, die zur Mastermaschine (oder zur PA) geht, die Kontrollmischung für die Musiker, den pfl-Bus, die Aux-Wege, die Ausgänge der Mastermaschine zum Abhören der aufgenommenen Endmixes usw. In der Regel werden diese Signale zur optischen Kontrolle auch auf die Levelmeter des Stereomasters geleitet.

Analoge Mischpulte

Analoge Pulte erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Sie werden in allen erdenklichen Größenordnungen und Preisklassen angeboten, bei manchen Modellen ist die Kanalzahl sogar erweiterbar. Die klanglichen Eigenschaften sind meist hervorragend, die Konzepte technisch ausgereift und die Bedienung, dank gleichzeitiger Zugriffsmöglichkeit auf alle Kanäle, konkurrenzlos einfach.

Da heute meist der Computer zur Aufnahme genutzt wird, verfügen zahlreiche analoge Pulte für Homerecording und semiprofessionelle Anwendungsbereiche über eingebaute Analog/Digitalwandler mit Firewire- oder USB-Schnittstelle. Ebenso besitzen einige Modelle interne digitale Multieffektgeräte. Abgesehen von einer fehlenden Mix-Automation bieten sie damit vielfach gleiche Ausstattungs- und Leistungsmerkmale wie vergleichbare digitale Mischpulte.


Analoge Summierer

Eine Sonderform des Analogmischers stellen analoge Summierer dar: Sie besitzen ausschließlich hochwertige Pegel- und Panoramaregelmöglichkeiten, auf Mikrofon-Vorverstärkereingänge, EQs, Effektwege und sonstige Klangbearbeitung wird verzichtet. Mit den Ausgängen einer Computer-Soundkarte bzw. DAW verbunden, bieten sie die Möglichkeit, ein im Computer aufgenommenes Musikstück auf analoger Ebene zu mischen und dadurch dessen Klangqualität zu steigern. Diese Form des Mischpultes hat, vor allem im professionellen Bereich und in Projektstudios, in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Vorzüge sind eine meist hohe Klangqualität bei minimalem Platzbedarf.

Inline- und Split- Mischpulte

Welcher Mixertyp ist denn nun für das Homerecording besser geeignet?

Im Bereich der semiprofessionellen Studiopulte hat sich das Inline-Prinzip durchgesetzt, Split-Mischpulte spielen auf dem Markt kaum noch eine Rolle. Digitale Hardware-Mischpulte entsprechen ausschließlich dem Inline-Prinzip. Bei Software-basierten Mixern stellt sich die Frage nach Mixertyp nicht, da sich die Mischpultoberfläche je nach Aufnahmesituation konfigurieren lässt und Platzprobleme keine Rolle spielen.

Split-Mischpult

Split-Mischer entsprechen im Aufbau klassischen Mischpulten. Die Elemente sind Eingangskanäle, Subgruppen und Mastersektion.

  • Die Eingangskanäle lassen sich zu den Subgruppen routen. Diese steuern die Audio-Spuren des Multitrack-Recorders über die Track-Send-Ausgänge an.
  • Die Recorderausgänge werden über die Track-Returns zum Subgruppenteil zurückgeführt, wo sie mit den Tape-Monitoren geregelt werden.
  • Die Tape-Monitor-Mischung wird auf die Stereosumme geleitet.
  • Zum Mix werden die Track-Outs auf normale Eingänge umgesteckt bzw. umgeschaltet.

Inline-Mischpult

Das Inline-Konzept trägt vor allem den Anforderungen im Recording-Bereich Rechnung. Jeder Kanalzug ist vertikal in zwei Kanäle geteilt und besitzt neben den Line/Mic-Inputs auch Ein- und Ausgänge für die Spuren des Multitrack-Recorders.

  • Das aufzunehmende Signal kann entweder über den Direktausgang zum zugeordneten Eingang des Recorders oder über die Subgruppen zur Erzeugung eines Zwischenmixes geleitet werden.
  • Die Subgruppen sind wiederum mit den korrespondierenden Track-Sends der Kanäle verbunden. Die Spuren des Recorders können bei laufender Aufnahme über die B-Kanäle abgehört werden, die in diesem Fall als Tape-Monitore dienen.
  • Im Mix werden dann die Eingangssignale mit einem Flip- oder Reverse-Schalter vertauscht und die Tracksignale über die A-Channels geführt.
  • Mit den B-Kanälen können die an den Eingängen angeschlossenen Line-Signale, z.B. Sequenzer-gesteuerte Klangerzeuger auf die Stereosumme gemischt werden.

Digital Mischpult

Analoge Signalverarbeitung über viele Stufen (Vorverstärkung, Klangbearbeitung, Mischung usw.) erfordert einen erheblichen elektronischen Aufwand, wenn das Signal nicht oder nur unhörbar verfälscht werden soll. Die heute erreichte Qualität von analogen Mixer ist zwar hervorragend, hat aber – vor allem bei Mixern mit zahlreichen Kanälen und hochwertiger Ausstattung – auch noch immer ihren Preis. Bis Mitte der 90er Jahre noch unerschwinglich teuer, erfreuen sich heute digitale Mixer vor allem im semiprofessionellen Bereich einer breiten Akzeptanz.

Behringer X32 – Digital Mixer im Test – Teil 1 

Behringer X32 – Digital Mixer im Test – Teil 2 

Vorteile gegenüber einem vergleichbar ausgestatteten analogen Mischpulten ist der meist geringere Platzbedarf, eine komplette Automation aller Funktionen und der günstige Preis. Dagegen spricht vor allem die i.d.R. weniger übersichtliche Bedienung, da meist nicht auf alle Funktionen gleichzeitig zugegriffen werden kann.

Marktführer im Bereich der semiprofessionellen digitale Mixer sind Yamaha und Tascam, aber auch Mackie, Presonus und einige andere Hersteller bieten entsprechende Mixer an.

Alle genannten Mixer zeichnen sich dadurch aus, dass sie über digitale Ein- und Ausgänge (z.B. im Adat-Format) verfügen oder zumindest damit nachgerüstet werden können. Intern werden die Signale vollständig digital verarbeitet. Meist besitzen die Konsolen eingebaute Effektgeräte und Dynamikprozessoren. Eine Mixautomatik ist ebenso inbegriffen wie die Möglichkeit, komplette Mixereinstellungen (Scenes, Snapshots) aufzurufen.


Archiv

Mischpult als Software

Eine extrem wichtige Rolle spielt seit geraumer Zeit der Software-Mixer, wie er in einem Computer-Harddisk-Recordingsystem (oder DAW = Digital Audio Workstation) enthalten ist. Die wichtigsten Systemkomponenten sind der Rechner selbst, ein Audio/MIDI-Interface und eine Recording-Software wie etwa Apple Logic, Steinberg Cubase, Ableton Live, M-Audio Pro Tools oder Propellerhead Record. Sie enthält üblicherweise einen Mixer auf Software-Basis.

Er stellt somit eine besondere Form des digitalen Mischpults dar. Die auf der Festplatte aufgenommenen Spuren werden dabei intern auf eine Stereo-Masterspur unter Einbeziehung von Software-emulierten Equalizern, Dynamikprozessoren und Effektalgorithmen abgemischt. Die grafische Benutzeroberfläche ist dabei einem Hardware-Mischpult nachempfunden, die Regler und Schalter lassen sich mit der Maus oder einer externen MIDI-Controllersteuerung (z.B. Euphonix MC Serie, Korg nanoKONTROL, M-Audio UC33E, Novation Nocturn bzw. speziellen Controllern wie Digidesign Command 8, Steinberg CC121 oder Akai APC 40) bedienen.

Der Übergang zwischen DAW-Controller und digitalem Mischpult ist mittlerweile fast fließend. So bieten einige Controller ein integriertes Audio-/MIDI-Interface (z.B. Cakewalk Sonar VS-100, Digidesign Digi 003) oder sogar eine interne Aufnahmemöglichkeit (Zoom R16), manche Digitalmischer besitzen dagegen als Alternative zum Stand-alone-Betrieb die Möglichkeit einer direkten Einbindung in ein Computer-Harddisk-Recordingsystem (z.B. Yamaha N12).

Die eigentliche Recording-Software ist meist recht preisgünstig, allerdings benötigt man neben einem ausreichend leistungsfähigen Rechner zumindest ein Audio/MIDI-Interface, sowie bei Bedarf einen Controller (s.o.) und zusätzliche Software zur Klangbearbeitung in Form von EQ- und Effekt-Plug-ins.

Zubehör

Verkabelung

Man vermutet auf den ersten Blick nicht, welche Unmengen an Kabeln schon in einem mittelgroßen Homerecordingstudio und an Mischpulten „verschwinden“. Ein Kostenfaktor, der oft unterschätzt wird: gute Kabel sind teuer, und auf billige „Strippen“ zurückzugreifen, damit wäre sicherlich am falschen Ende gespart, denn darunter leidet letztendlich die Klangqualität. Die Auswahl an geeigneten Kabeln ist aber glücklicherweise groß, die meisten Markenhersteller bieten gute Produkte in verschiedenen Preisklassen an.

Für die Verkabelung am Mischpult und anderen fest installierter Geräte in einem Studio bietet sich selbstredend die Anschaffung von „Multicores“ an – das sind Kabel mit ganz vielen kleinen abgeschirmten Kabeln drin. Das hilft, den ansonsten unvermeidlichen „Kabelsalat“ so gering wie möglich zu halten.

Hardware – Racks, Stative etc.

Damit nicht erst nach dem Kauf des Mega-Mixers aller Träume die Frage auftaucht, wo man das kostbare Stück aufbauen soll, sollte man von vornherein diese Kostenstelle mit einplanen. Wichtig ist zunächst, dass das Mischpult sicheren Halt hat und am besten noch die Montage von weiterem Equipment (Effekt-Geräte, Monitore etc.) erlaubt. Ein vom Keyboarder ausrangiertes, wackliges X-Stativ ist da bestimmt nicht die beste Wahl und beim Studio-Ausstatter um die Ecke wird’s dann meistens richtig teuer.

Hier ein kleiner Haushaltstipp: Schaut euch doch mal im Büro- und Computer-Bereich bei einem gewissen schwedischen Möbelhersteller um. Da gibt’s sehr viele Teile, die man bestens im Studio gebrauchen kann. Sie sind – 1, 2, 3 – aufgebaut (okay – nicht immer ). Aber sie helfen Geld sparen, dass man ja immer noch in das eine oder andere Studio-Rack investieren kann.

DI-Box (Direct Injection Box)

Möchte man Line-Signale (Outputs von Gitarren- und Bass-Vorverstärkern, Keyboards und Expandern) über längere Strecken transportieren, so sollte man sie zuerst symmetrisieren. Die Ausgänge dieser Geräte sind meist unsymmetrisch ausgelegt, was eine höhere Anfälligkeit gegenüber vom Kabel aus der Umgebung aufgefangenen Störimpulsen bedeutet. Deshalb führt man das Signal zuerst in eine DI-Box; das ist keine Lautsprecherbox, sondern ein kleines Kästchen mit einer Elektronik, die das unsymmetrische Signal in ein symmetrisches umwandelt. Vom Ausgang der DI-Box kann man es dann praktisch verlust- und störungsfrei zum Mixer übertragen.

Speaker-Emulator

Eine Gitarrenbox besitzt einen sehr eingeschränkten Frequenzgang. Ein hoch verzerrtes Gitarrensignal enthält viele Obertöne, die den ungefilterten Sound sehr kratzig und unangenehm machen würden. Erst durch die schlechte Hochtonübertragung des Gitarrenlautsprechers, der die Obertöne dämpft, wird der Sound rund und angenehm. Deshalb werden E-Gitarrenspuren meist durch ein vor dem Lautsprecher aufgestelltes Mikrophon aufgenommen. Dies ist beim Homerecording nicht immer möglich und sinnvoll. Statt die Gitarre über Lautsprecher wiederzugeben, kann man auch einen Speaker-Emulator an den Ausgang des Verstärkers oder Vorverstärkers hängen, ein Gerät, das den Frequenzgang des Lautsprechers simuliert und das Signal filtert. Dieses Signal lässt sich dann unmittelbar ins Mischpult oder – bei Verwendung eines rechnerbasierten Aufnahmesystems – in die Soundkarte einspeisen.

Recording Preamp

Eine Kombination von Gitarrenvorverstärker und eingebauter DI-Box mit Speaker-Emulation. Der Ausgang des Recording-Preamps wird direkt mit einem Eingang des Mixers oder der Soundkarte verbunden.

Exciter/Enhancer/Psychoakustik-Prozessor: Geräte dieser Art frischen die Höhen und manchmal auch den Bass-Anteil eines Signals auf. Sie sind jedoch nicht mit Equalizern zu vergleichen, da sie die unterbelichteten Frequenzbereiche nicht einfach anheben sondern nach psychoakustischen Gesetzmäßigkeiten erzeugen. Bei Verwendung eines rechnerbasierten Aufnahmesystems lassen sich solche Geräte in Form von Software Plug-ins verwenden.

Frequenz-Analyzer

Um eine ungünstige Raumakustik korrigieren zu können, muss man den durch den Raum veränderten Frequenzgang erst einmal kennen. Zu dessen Messung dient der Frequenz-Analyzer. Man schickt ein breitbandiges Signal (rosa Rauschen) über die Boxen und nimmt dieses mit einem Messmikrophon ab. Der Pegel wird nun in schmalen Frequenzbändern gemessen und optisch – durch viele einzelne Levelmeter – dargestellt. Im Idealfall sollte der Analyzer in allen Frequenzbändern einen gleich hohen Pegel, also eine waagerechte Linie, zeigen. Ist der Frequenzgang wellig, so kann man ihn mit einem grafischen EQ, der über die gleichen Bänder wie der Analyzer verfügen muss, korrigieren.

Manche Analyzer sind zusammen mit einem dazu passenden grafischen EQ in einem Gehäuse untergebracht. Es gibt auch automatische Geräte, die den Einmessvorgang selbsttätig durchführen und sogar verschiedene EQ-Einstellungen abspeichern, die sich dann je nach den Erfordernissen abrufen lassen. Bei Verwendung eines rechnerbasierten Aufnahmesystems lassen sich auch solche Geräte in Form von Software Plug-ins verwenden.

Schaubild Effekt Routing

Beim Einsatz von Effekten – vor allem bei deren Integration in verschiedene Systeme – ist einiges zu beachten, denn je nach Anwendung gibt es hier große Unterschiede. Das Verschalten eines Effektgerätes mit der Außenwelt wird „Routing“ genannt.

Routing I

Die einfache Variante – der direkte Weg:

Der Effekt wird in den Signalweg zwischen Instrument und Verstärker geschaltet, d.h., man verbindet den bzw. die Audio-Ausgänge des Instruments mit den Eingängen des Effekt-Geräts. Von den Audio-Ausgängen des Effekts geht’s dann weiter an die Eingänge des Verstärkers.

… den Effekt einschleifen:

Darüber hinaus kann es z.B. bei Gitarren sinnvoll sein, die Effekt-Einheit über so genannte Einschleifwege in den Signalweg des angeschlossenen Amps zu integrieren, was klangliche Vorteile mit sich bringt und bestimmte Einstellungen am Effektgerät voraussetzt. Mischpulte bieten zum Einschleifen Effekt-Inserts pro Kanal.

… mehrere Instrumente „teilen“ sich ein Effektgerät:

Sollen mehrere Effektgeräte für ein oder gar verschiedene Instrumente verfügbar sein, so wird ein Mischpult gebraucht, das neben den Instrumenten-Eingangskanälen auch Anschlussmöglichkeiten für die Effektgeräte bietet. Mischpulte erlauben in aller Regel ein relativ variables Routing.

Routing II

ODER: Effekte mit dem Mischpult verbinden, wie Effekt-Send und -Returns funktionieren und wie man sie mit dem Effektgerät verkabelt.

Vom Mischpult in den Signalprozessor

Mischpulte bieten spezielle Wege zur Speisung von Effektgeräten, luxuriöser ausgestattete Pulte haben davon acht oder mehr, man spricht hier von Effekt- bzw. Aux-Bussen. Jeder Aux-Bus fasst die Signalanteile zusammen, die an einen Signalprozessor weitergegeben werden sollen. So braucht man nur einen einzigen Weg, um die Signale von vielen Kanälen mit jeweils unterschiedlichem Anteil in den Hall zu schicken. Die Eingangskanäle sind zu diesem Zweck mit Aux-Send-Reglern ausgestattet. Diese bestimmen die Lautstärke, mit der das Signal an das Effektgerät herangeführt wird.

Besitzt ein Mischpult mehrere Aux-Wege, so lässt sich z.B. an den ersten ein Hallgerät, an den zweiten ein Delay etc. anschließen. In diesem Falle wäre es auch möglich, ein Instrument mit zwei oder mehreren Effektgeräten gleichzeitig zu verbinden.

Um das Signal vom Mischpult in den Signalprozessor zu bekommen, ist der Aux-Weg der naheliegendste und bequemste Weg. Nahezu alle Mischpulte und Multitracker sind mit einem oder mehreren solcher Aux-Wege ausgestattet, die auch als Ausspiel-, Hilfs- oder Effektwege bezeichnet werden.

Vom Signalprozessor zurück ins Mischpult

Im Normalfall gelangt das Signal über die Aux- oder Effect-Return-Buchsen zurück ins Mischpult (engl. Return = zurück).

Wenn ein Aux-Return-Level-Regler vorhanden ist, kann die Gesamtlautstärke des Effektsignals damit justiert werden. Wenn nicht, wird der Effektpegel direkt am Ausgang des Signalprozessors geregelt.

Bietet der Aux-Return keine Klangregelung oder es stehen nicht genug Returns zur Verfügung, kann man das Effektsignal alternativ über Eingangskanäle ins Pult zurückführen.

Neben dem Nachteil, dafür kostbare Mischpultkanäle „opfern“ zu müssen, hat das Ganze aber gleich mehrere Vorteile – hier die wichtigsten:

  • Anstatt des üblichen Drehpotis zur Regelung des Return-Pegels hat man nun einen Fader, mit dem man das Effektsignal viel bequemer und gezielter ein- und ausblenden kann.
  • Mit der Klangregelung im Eingangskanal lässt sich der Frequenzgang des Effektsignals bearbeiten.
  • Man kann das Effektsignal bei Bedarf auf eine Bandmaschine oder auf einen HD-Recorder aufnehmen. Damit wird das Effektgerät wieder frei, um bei Bedarf einen anderen Effekt zu erzeugen.

Das Effektsignal kann über einen anderen Aux-Weg wieder in einen anderen Effekt geschickt werden, z.B.um ein Delay-Signal zu verhallen.

Bei der Aux-Rückführung über Kanäle kann es schnell zu unangenehmen Rückkopplungen kommen. Der Grund: Wenn der Aux-Send des Effekt-Eingangs in dem Channel, der zur Rückführung des entsprechenden Effekt-Signals genutzt wird, wiederum aufgedreht ist, bildet der Signalweg zwischen Kanal und Effektgerät eine Schleife. Im schlimmsten Fall können dadurch sogar Geräte beschädigt oder die Hochtöner in den Monitorboxen gekillt werden. Um das zu verhindern, lasst den entsprechenden Aux-Send-Regler des Kanals, den ihr als Effekt-Rückweg benutzt, unbedingt zugedreht.

Routing III

ODER: Pre-EQ, Post-Fader, Pre-Fader etc. Mischpulte bieten mehrere so genannte Abgriffpunkte, von denen das Original-Signal an die Effekte geleitet wird. Daraus ergeben sich sehr unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen der Effekte.

Send-Punkte

Es gibt verschiedene Punkte innerhalb des Signalweges, an denen das Aux-Send-Signal abgriffen werden kann. Die Auswahl ist hier aber meist nicht frei, sondern im Mischpult festgelegt. In der Regel gibt es im Kanalzug entsprechende Umschalter. Es gibt hier drei wichtige Alternativen:

Pre EQ/Pre Fader

Das Signal wird hinter dem Eingangsverstärker, aber vor der Klangregelung und dem Fader (Lautstärkeregelung) abgegriffen. Das über den Aux gesendete Signal ist somit klanglich unbearbeitet.

Außerdem ist der Send-Pegel unabhängig von der Position des Channel-Faders, was bedeutet, dass das Signal des an diesem Kanal angeschlossenen Instruments auch dann über den Effektweg zu hören ist, wenn man mit dem Kanal-Fader die Lautstärke des Direktsignals auf Null gesetzt hat.

Man kann sich vorstellen, dass dies in bestimmten Situationen weniger gewünscht sein kann, z.B. wenn das Schlagzeug aus der Mischung ausgeblendet werden soll, indem man die entsprechenden Fader herunterzieht.

Post EQ/Pre Fader

Das Aux-Send-Signal ist im Pegel ebenfalls unabhängig vom Kanalfader, wird jedoch von der Klangregelung beeinflusst. Erst das durch den EQ klanglich bearbeitete Signal gelangt zum Effektgerät.

Post EQ/Post Fader

Das Aux-Signal verlässt den Eingangskanal erst, nachdem es Klangregelung und Kanalfader durchlaufen hat. Beim Herabregeln des Channel-Faders wird der Aux-Send-Pegel quasi automatisch mit abgesenkt. So verschwindet das Signal bei komplett heruntergezogenem Kanalfader völlig aus der Mischung und ist auf dem Aux-Return-Weg nicht mehr zu hören.

In Verbindung mit Effektgeräten ist die Position „Post EQ/Post Fader“ meist die beste Wahl.

Andererseits ist es manchmal auch erwünscht, das Effektsignal völlig unabhängig vom Direktsignal zu faden. So lassen sich etwa durch Phasing, Flanging oder Distortion aus einer Gitarren- oder Synthesizerspur zwei klanglich völlig unterschiedliche Signale erzeugen. Die können dann auch in der Lautstärke separat behandelt werden. Dazu schaltet man (sofern möglich) den Aux-Weg auf Pre Fader/Pre Equalizer.

Routing IV

ODER: Einbinden von Hard- /Software-Effekten in eine rechnerbasierte Aufnahmeumgebung.

Effekte und Software-Mischpulte

Natürlich bieten auch Software-Mischpulte die Möglichkeit, Effektgeräte einzubinden. Das Routing entspricht dort dem eines Hardware-Mixers, denn üblicherweise ist der Aufbau und die Signalführung eines Mischpultfensters an einen Hardware-Mixer angelehnt. Allerdings gibt es zwei wichtige Alternativen, die beide in Verbindung mit einem rechnerbasierten Aufnahmesystem genutzt werden können:

Effekt Plug-Ins

Die naheliegendste Möglichkeit, den Mixer eines rechnerbasierten Aufnahmesystems mit Effekten zu versehen, ist die Verwendung von Plug-Ins. Sie lassen sich einfach in der Mixeroberfläche aufrufen und werden, entsprechend der verschiedenen Routing-Varianten, mit Signalen versorgt – allerdings auf rein digitalem Weg innerhalb des Computers und seiner Host-Software.

Hardware-Effekte

Auch wenn heute die Qualität der Effekt Plug-Ins im Allgemeinen kaum Wünsche offen lässt, bietet es sich doch hin und wieder an, auf bestimmte Hardware-Effekte zurückzugreifen. Gerade professionelle Hallgeräte und hochwertige analoge Signalprozessoren werden bei aufwändigeren Produktionen dank ihrer kompromisslosen Klangqualität gerne in Verbindung mit rechnerbasierten Aufnahmesystemen genutzt.

Das Hardware-Effektgerät wird, je nach Ausstattung, mit den analogen oder digitalen Anschlüssen der Audiokarte verbunden. Um das Signal vom Software-Mixer aus dem Rechner hinaus, durch das Effektgerät und wieder zurück in den Rechner zu führen, muss man, je nach verwendetem Routing, in der Mixeroberfläche die entsprechenden Ein- und Ausgänge der Soundkarte anwählen. Die entstehende Latenz muss dabei ggf. ausgeglichen werden.

Einige aktuelle Effektgeräte (etwa das Lexicon PCM 96) lassen sich über die Firewire-Schnittstelle direkt mit dem Rechner verbinden. Eine zusätzliche Audioverkabelung ist nicht notwendig, der externe Effekt wird von der Host-Software wie ein Plug-In eingebunden.

Eine Mischform stellen Geräte wie die Lexicon MX Serie oder das TC Electronic 350 dar: Sie werden audioseitig in konventioneller Weise analog oder digital mit der Soundkarte verbunden, die Bedienung kann allerdings via USB-Anschluss in Form einer Plug-In Oberfläche im Rechner erfolgen.

Inserts

ODER: Was man über Effekt-Inserts von Mischpulten wissen sollte.

Effekte integrieren über Inserts

Effektgeräte lassen sich auch über so genannte Inserts einschleifen, über die allerdings nicht alle Mischpulte verfügen. Einschleifen bedeutet im Gegensatz zum Aux-Weg, dass der Signalfluss im Eingangskanal noch vor der Klangregelung unterbrochen und das Signal zunächst in den Signalprozessor geschickt wird. Das Effekt-Signal wird dann wiederum über die Insert-Buchse in den Kanal zurückgeführt. Dazu nimmt man ein spezielles Insert-Kabel.

Sinnvoll ist ein derartiges Routing dann, wenn man einen Signalprozessor nur an ein bestimmtes Instrument anschließen möchte. Geräte, die sich für das Einschleifen in dieser Form anbieten, sind zum einen spezielle Effektgeräte wie Phaser oder Flanger. Die klassische Anwendung von Inserts betrifft aber Geräte zur Dynamikbearbeitung wie Kompressoren oder Noisegates, da man hier in der Regel kein Direktsignal braucht.

Durch den Gebrauch der Insert-Buchse wird der Signalweg des Kanals aufgetrennt. Wird das Signal nicht zurückgeführt, bleibt der Channel stumm. Mit einem kleinen Schaltungstrick kann man am Insert-Punkt ein Send-Signal abgreifen, ohne den Signalfluss zu unterbrechen.

Summen-Inserts

Insert-Buchsen finden sich bei vielen Mischpulten nicht nur in den Eingangskanälen, sondern auch in den Subgruppen und in der Summenschiene. Die Inserts in den Subgruppen ermöglichen es, recht einfach ganze Instrumentengruppen (z. B. Schlagzeug; Gesang, Instrumente etc.) mit Effekten zu versehen.

Die Inserts der Summenschiene werden in erster Linie dazu eingesetzt, Pegelbegrenzer (Peak Limiter), Kompressoren oder psychoakustische Prozessoren (Exciter) einzuschleifen.

Tuning_FX

ODER: Nur korrekt eingepegelte Effekte können ihr volles Potential entwickeln …

Was man beim Aussteuern von Effektgeräten beachten sollte

Die Anpassung der Aus- und Eingänge von Mischpult- und Effektgerät ist eine beliebte Fehlerquelle. Steuert man z.B. mit einem -10-dB-Ausgang einen 0-dB-Eingang an, verschlechtert sich der Fremdspannungsabstand, und das Rauschen nimmt zu.

Verbindet man umgekehrt einen 0-dB-Ausgang mit einen -10-dB-Eingang, verzerrt das Ganze gerne.

Vor dem Anschließen der Effektgeräte sollte man also gegebenenfalls einen Blick ins Handbuch oder auf die Beschriftung der Buchsen werfen. Fast immer lassen sich die Pegel von Aus- und Eingängen mit Umschaltern auf der Rückseite anpassen.

Digitale Prozessoren

Anpassungsprobleme entfallen natürlich, wenn die Signalprozessoren bereits in das Pult integriert sind. Die aktuellen digitalen Pulte zeigen dabei, wo es langgeht. Die Verkabelung entfällt, hier muss man nur noch den gewünschten Effekt auf den entsprechenden Weg routen. Einmal konfigurierte Routings können gespeichert und bei Bedarf bequem per Knopfdruck abgerufen werden.

Auch die Signalqualität ist in diesem Falle besser, da sich das Ganze auf digitaler Ebene abspielt. Dadurch entfällt die zusätzliche Wandlung zwischen analog und digital am Effekt-Eingang bzw. zwischen digital und analog am Effekt-Ausgang. Außerdem gibt es keine Signalstufen mit Bauteilen, Kabeln und ähnlichen potentiellen Störfaktoren. Gleiches gilt natürlich auch für Software-Signalprozessoren, die in Form von Plug-Ins in computergestützte Harddiskrecordingsysteme integriert werden.

Effektanteil bestimmen

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, wenn man die Möglichkeit hat, das Verhältnis zwischen Originalsignal und Effektsignal zu bestimmen. Nur so lassen sich Effekte nuanciert einsetzen. Die meisten Effektgeräte verfügen über eine Regelmöglichkeit („Mix“ oder „Balance“), über die man den Effektanteil beliebig zum Originalsignal mischen kann (entweder insgesamt oder je Effektprogramm).

Steuert man ein Effektgerät über die Aux-Wege eines Mischpults an, dann ist es empfehlenswert, vom Effektgerät ausschließlich das Effektsignal zu erhalten, da das Originalsignal ja bereits am Mischpultkanal anliegt. Man sollte den Effekt-Mix-Regler des Effektgerätes in diesem Falle voll auf Effekt („Wet“) drehen.

Die Mischung „Original“ und „Effekt“ erfolgt dann am Mischpult selbst:

  • über die Stellung der Aux-Send- bzw. Aux-Send-Summen-Regler in der Master-Sektion des Pultes
  • über die Aux-Return-Regler oder aber über den Fader eines Mischpultkanals, falls man den Effekt-Return auf einen Mischpultkanal gelegt hat.

Verkabelung von Mono- und Stereo-Effekten

Bei den Signalprozessoren muss man nicht nur zwischen Mono- und Stereo-Effekten unterscheiden, sondern es gibt auch Mischformen, die je nach Ausführung ein etwas unterschiedliches Routing erfordern.

Mono-In/Out: Der simple Weg – hier verbinden wir den Mono-Ausgang des Instruments/Mischpult-Kanals mit der Eingangsbuchse des Effektgeräts und verbinden dann den Mono-Ausgang des Effektgeräts mit der Return-Buchse am Mischpult.

Mono-In/Stereo-Out: Komplizierter wird es, wenn das Effektgerät aus einem ankommenden Mono-Signal ein Stereo-Signal zaubert. Hier heißt es dann 1 x (= mono) hinein und 2 x (= stereo) heraus. Für den Anschluss dieser Effektgeräte bieten z.B. die meisten Mischpulte Stereo-Aux-Returns an, über die man den linken und den rechten Stereo-Kanal des Effekt-Signals zurückführen kann – ansonsten hilft nur die Rückführung über Mischpultkanäle, die man im Panorama entsprechend einstellt.

Stereo-In/Out: Hier gilt es zu unterscheiden, ob Effektgeräte für die eingesetzten Effekt-Algorithmen nur die Mono-Summe aus den beiden Eingangssignalen verwenden oder ob es sich hier um „True-Stereo-Algorithmen“ handelt, die die beiden Stereo-Anteile diskret bearbeiten.

Der Vorteil letzterer Variante liegt darin, dass z.B. bei einem „echten“ Stereo-Hall, die Instrumente, die sich links oder rechts im Panorama befinden, auch im Hall ihre Position behalten, während bei Mono-In/Stereo-Out-Effekten alle Instrumente – unabhängig von ihrer Anordnung im Stereobild – über die gesamte Basisbreite des Halls verteilt werden.

Will man die Vorteile dieser True-Stereo-Algorithmen wirklich ausnutzen, sollte man dem Effektgerät auch ein echtes Stereo-Signal zuführen. Dazu opfert man in der Regel einfach zwei Aux-Wege. Hat man auf Mischpult-Kanal 10 z.B. den linken Stereo-Kanal eines zu verhallenden Signals, und auf Channel 11 den rechten, dreht man in Kanal 10 z. B. Aux-Weg 1 auf, in Channel 11 den Aux-Weg 2. Die Aux-Send-Summen-Ausgänge 1 und 2 des Mischpultes verbindet man dann mit den beiden Effekt-Eingängen des True-Stereo-Effektgerätes.

Glossar

DAC

Digital-Analog-Converter. Wandelt ein digitales Signal in ein analoges um.

Plugin

Plugins sind kleine Programme, die die Fähigkeiten des Host-Programms ergänzen. Dies geschieht mit Hilfe einer – ebenfalls in Software realisierten – Schnittstelle, über die das Plugin in das Audio-System des Host-Programms eingebunden wird.

Man unterscheidet zwischen Echtzeit-fähigen und offline arbeitenden Plugins. Die Plugins für die VST- und AU-Schnittstellen (am weitesten verbreitet) arbeiten in Echtzeit. Offline-Plugins sind dank gestiegener Rechenleistung selten geworden. Sie arbeiten mit einer Vorschau: Nur ein kleiner Abschnitt des zu bearbeitenden Materials kann mit der Effekt-Bearbeitung abgehört werden, um die richtigen Einstellungen zu finden, dann muss der Effekt in das Audio-Material eingerechnet werden.

5s Kommentare zu “Basis-Wissen: Mischpulte – Aufbau/Funktionen – Effekt Routing”
  1. Hall, ist es möglich bei einen einfachen Mischpult einen asymetrischen Mikrophoneingang (Klinke) in einen symetrischen umzubauen (mit Adapter von Klinke auf XLR). Es sind 2 Mikroeingänge (R und L) vorhanden mit Stereobuchsen aber nur mono belegt.
    Vielen Dank für eine Antwort. MfG Volker

    Antworten
    • Jörg Sunderkötter

      Nein, das funktioniert nicht. Ein üblicher Adapter Klinke (unsymmetrisch) auf XLR verbindet einfach einen XLR Pin 3 mit Masse; d.h. der Eingang bleibt unsymmetrisch. Ein „richtiger“ Mikrofoneingang sollte immer symmetrisch sein und mit XLR-Buchse ausgestattet sein. Auch weil Phantomspeisung für Kondensatormikrofone zwingend symmetrische Verkabelung erfordert .

      Es handelt sich offenbar um ein sehr altes Pult oder ein einfaches Hobby-Mischpult (für Karaoke o.ä.). Damit ist im (Home-)Studio nicht viel anzufangen. Einfache Kleinmischpulte mit korrektem, symmetrischem Mikrofoneingang gibt’s aber schon für kleines Geld im Handel bzw. auf dem Gebrauchtmarkt.

      Antworten
  2. hallo Volker, hallo Jörg,
    könnte es nicht sein, dass der Klinken-Eingang auch symmetrisch ist, viele Pulte bieten dieses an und werden mit einem Stereo-Jack betrieben ? Bitte Bedienungsanleitung bewz.
    techn.Plan lesen. VG. Leon

    Antworten
Hinterlassen Sie einen Kommentar

Das könnte Dich auch interessieren: