Produkt: Sound & Recording 12/2019
Sound & Recording 12/2019
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Avatone CV-12BLA – Großmembran-Röhrenkondensatormikrofon im Test

Avantone CV-12BLA (Bild: Dr. Andreas Hau)

Unter den preisgünstigen Röhrenmikrofonen gilt das Avantone CV-12 als etablierter Standard. Für eine Special Edition hat sich der Hersteller nun mit Black Lion Audio zusammengetan, denn dieses Unternehmen aus Chicago, das inzwischen eigene Geräte entwickelt, hatte sich in seinen Anfangsjahren einen Namen mit Gerätemodifikationen erarbeitet, die preisgünstigem Equipment zu teurem Sound verhelfen. Herausgekommen ist das CV-12BLA – modifiziert ab Werk!

Wenn das mal kein glücklicher Zufall ist: Sowohl Avantone als auch Black Lion Audio werden hierzulande von Audiowerk repräsentiert. Die Frage, welcher Vertrieb für das gemeinsame Produkt zuständig ist, ist also schnell beantwortet. Verwunderung löst bei mir die Größe des Versandkartons aus: Hat Audiowerk mir etwa zwei Mikros geschickt? Nein, es ist tatsächlich nur eines, das samt Zubehör in einem sehr großen Koffer liegt!

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Das CV-12BLA wird in einem überdimensionierten Koffer in schwarzer Krokodillederoptik ausgeliefert. Die werden doch nicht …? Nein, nach einem Blick in die Begleitpapiere darf ich vermelden, dass für dieses Lederimitat keine Reptilien sterben mussten!
Das Avantone CV-12BLA bietet Low-Cut- und Pad- Schalter; die Umschaltung der Richtcharakteristik erfolgt über einen Drehschalter am Netzteil.
Die Mikrofonschaltung verwendet eine 6072A Doppeltriode aus rus -sischer Fertigung. In der darunter angeordneten Blechdose befindetsich der Ausgangsübertrager.
Die von Black Lion Audio »gepimpte« Elektronik beinhaltet u. a. einen Styroflex-Kondensator (silbern) am Röhreneingang und einen audiophilen Folienkondensator (der große schwarze Zylinder) für die Verbindung zum Ausgangsübertrager.
Die Doppelmembrankapsel mit einem Außendurchmesser von satten 34 mm ist wie klassische AKG-Kapseln randpolarisiert; der innere Aufbau ist jedoch ganz anders.

Inspektion

Im Innern des Koffers schlummert das Mikrofon sicher in einer Holzschatulle. Wie bei Röhrenmikros üblich liegt einiges an Zubehör bei. Da Röhren in aller Regel mehr Energie verschlingen, als die P48-Phantomspeisung zu liefern vermag, wird das CV-12BLA an dem beiliegenden Netzteil betrieben. An diesem befindet sich auch ein Drehschalter zur Wahl der Richtcharakteristik: Kugel, Niere und Acht sowie sechs Zwischenstufen sind verfügbar. Verbunden werden Mikrofon und Netzteil über ein ebenfalls beigepacktes siebenpoliges XLR-Kabel. Zur mechanischen Entkopplung des Mikrofons dient eine aufwendig konstruierte elastische Aufhängung. Dieser »Jetsun shockmount«, wie der Hersteller diese Mikrofonspinne nennt, wurde zusammen mit Black Lion Audio entwickelt und ist auch als Zubehörteil erhältlich. Zu den Besonderheiten dieser Jetsun-Aufhängung gehört, dass sie ohne die üblichen elastischen Bänder auskommt, die gerne mal zum unpassenden Zeitpunkt aus ihrer Halterung rutschen. Außerdem ist die Vorderseite offen, sodass man das Mikrofon bei Bedarf sehr nahe an der Schallquelle positionieren kann.

Das CV-12BLA ist zylinderförmig mit einer Höhe von 237 mm und einem Durchmesser von 46 mm. Der ebenfalls zylindrische Mikrofonkorb sowie das Endstück sind glänzend vernickelt; der Tubus mit der Mikrofonelektronik ist in einem nobel abgetönten Metallic-Rot abgesetzt – »Metallic Cabernet Red« nennt der Hersteller diesen Farbton. Auf diesem Tubus befindet sich oben der Avantone-Schriftzug; weiter unten ist eine Plakette mit dem Black-Lion-Audio-Logo angebracht. Am Übergang zwischen Korb und Body befinden sich zwei Schalter für Tiefenabsenkung (80 Hz, 6 dB/oct) und Vordämpfung (–10 dB). Die Richtcharakteristik wird, wie angesprochen, am Netzteil eingestellt. Auch das Netzteil wurde von Black Lion Audio überarbeitet, was keine schlechte Idee ist, denn eine solide Spannungsversorgung ist Grundvoraussetzung für eine gute Audio-Performance.

In Nierenstellung ist der Frequenzgang recht linear bis auf eine minimale Präsenzanhebung in den oberen Mitten und eine moderate Höhenanhebung bei 10 kHz.
Beim Wechsel der Richtcharakteristik ändert sich auch der On-Axis-Frequenzgang. In Kugelstellung erfahren die Höhen einen kräftigen Boost. Der schaltbare Low-Cut greift bei etwa 120 Hz – etwas höher als angegeben.
In Achterstellung verstärkt sich die Präsenzanhebung, während die Höhen zurückgenommen werden.

Den komplette Artikel findest du in der Studioszene-Sonderausgabe 2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller: Avantone
Listenpreis: 828,58 Euro
Internet: www.avantoneproaudio.com

Unsere Meinung:
+++ markanter Röhrencharakter
++ ausgewogenes Klangbild
++ neunfach umschaltbare Richtcharakteristik
++ hochwertige Spinne
– nicht sehr pegelfest

Produkt: Sound & Recording 11/2019
Sound & Recording 11/2019
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