Legendäre Gitarren-Sounds mit Amplitube 3 nachgebaut

Sounds like – Iron Maiden

IRON MAIDEN FRANKFURT 12th June 2013 by JOHN McMURTRIE
JOHN McMURTRIE
IRON MAIDEN FRANKFURT 12th June 2013 by JOHN McMURTRIE

Es war Weihnachten 1975, als die Band von Bassist Steve Harris gegründet wurde. Sie hatten zunächst keinen Namen, erst etwas später fiel ihm der Name »Iron Maiden« ein. Zunächst war man mit der Suche der richtigen oder, besser gesagt, der passenden Besetzung beschäftigt. Die ersten beiden Alben wurden noch von Paul Di’Anno gesungen, der sehr rau klang. Der Durchbruch gelang dann aber mit Bruce Dickinson, der mit seiner hohen und klaren Stimme den kompletten Gegensatz zu seinem Vorgänger darstellt. The Number Of The Beast hieß das erste Erfolgsalbum, das auch heute noch ein Meilenstein in der Geschichte des Heavy Metal ist. Das war 1982.

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Am Ende desselben Jahres kam Nicko McBrain in die Band. Er hatte sich zu der Zeit schon einen guten Namen ertrommelt. Dave Murray und Adrian Smith zupften eh schon die Saiten in der Band, und so ging der Erfolg weiter bzw. wuchs stetig. Mittlerweile hat Iron Maiden über 90 Millionen Tonträger verkauft, und sie kennen kein Ende, denn ihr sechzehntes Studioalbum The Book Of Souls wurde gerade erfolgreich released.

Es ist der einzigartige Sound, den man bis dahin nicht kannte, der Iron Maiden ausmacht: die druckvolle Stimme von Bruce Dickinson, der knackige Basssound, den Steve Harris mit Flatwound-Saiten auf einem Fender Precision-Bass erzeugt. Er spielt ohne Plektrum und wechselt auch gern mal in höhere Lagen. Dazu gesellen sich die oftmals zweistimmigen Gitarren, meist Grundstimme plus Terz. Außerdem bedienen sich die Jungs gern des Galopp-Rhythmus’ (eine Achtel + zwei Sechszehntel), was immer sehr viel Drive macht. Auch Herr McBrain trommelt einen ganz eigenen Stil, und so machen viele »Kleinigkeiten« eine Band wahrlich Eigen und somit auch erfolgreich, aber vor allem stilprägend.

Seit Adrian Smith wieder zurück in der Band ist, spielen sie mit drei Gitarristen. Der dritte im Bunde ist übrigens Janick Gers. Er und Dave Murray spielen meistens mit Humbuckern gepimpte Strats von Fender. Es gab und gibt auch Signature-Modelle desselben Herstellers. Adrian benutzt auch gern Gibson Les Paul und Gitarren von Jackson. Alle drei benutzen diverse Verstärker von der Firma Marshall. Die Live-Racks werden von keinem Geringerem als Pete Cornish zusammengebaut. Ein wahrer Guru in seinem Bereich …

Das Riff im Amplitube 3

Meine Les Paul wird für dieses Riff ihren bequemen Ständer verlassen müssen. Ich aktiviere den Steg-Pickup und lege mit dem MainRiff in der Mitte los. Der AFD-100 ist eine Emulation von Slashs Marshall-SignatureTopteil. Von der 12-Uhr-Stellung ausgehend taste ich mich langsam nach vorn. Ich schalte den Amp in den #34-Modus, wofür ein ge – tunter Marshall JCM 800 2203 Pate stand, den der »Guns N’ Roses«-Gitarrero in den späten 80ern benutzte. Am echten Amp kann man diesen Gimmick sogar per Fußschalter aktivieren! Gain ist voll aufgerissen, und der Master-Knopf steht auf 2 Uhr.

Spielweisen & Tipps. Die Gitarre wird in E stimmt. Das Riff spiele ich größtenteils mit Downstrokes, nur der zweite Schlag beim offenen Akkord wird nach oben angeschlagen. So bekommt es einen eigenen Drive. Vor allem sollte das Pattern energievoll gespielt werden, damit es schön nach vorn geht! Viel Spaß beim Probieren!

Da mir noch etwas Verbindendes fehlt, schalte ich dem Verstärker den »Overscream« vor. Das Level-Poti ist weiter aufgerissen als Drive, was den Top somit ein wenig in den Hintern tritt. Ich spiele jetzt noch an der Klangregelung vom Amp, bis mir der Sound soweit gefällt.

Vor der 4x12er-Box verrichten ein Shure SM57 und ein Sennheiser MD 421 ihren Dienst. Das Mikrofon aus Wennebostel hat andere Mitten als das Shure und liefert in unserem Fall auch den größeren Soundanteil. Mit dem »Parametric EQ« bekommt das Signal den letzten Feinschliff. Erst mal werden die Tiefmitten breitbandig um 8 dB gezogen. Außerdem befreie ich das Signal vom störenden Wummern, indem ich 162 Hz sehr schmal absenke. Obenrum kann noch eine frische Brise rein, daher hebe ich bei 8 kHz noch einmal um 5 dB an. Als letztes Element in der Kette wird ein Delay bemüht, welches auf Achtel-Noten mit einer Wiederholung eingestellt und in den oberen Frequenzen gecuttet wird. Der Effekt ist mit 16 % Anteil am gesamten Signal eher dezent und soll den Sound auch nur ein bisschen andicken.

Die Stopps, die von der linken und rechten Gitarre gespielt werden, sind im Großen und Ganzen mit demselben Sound belegt, einzig das Delay und die Höhenanhebung fallen weg. Ich habe alle Sounds abgespeichert – sie liegen neben den DI-Files und den Noten/Tabs im Downloadbereich für euch bereit.

Und so klingts: 

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