Steinberg Cubase

Insert-Effekte während der Aufnahme

Ein großer Vorteil der digitalen Arbeitsweise ist in erster Linie das „Total Recall“. Jeder Bearbeitungsschritt lässt sich wiederrufen, egal wie weit das Projekt bereits vorangeschritten ist. Diese Freiheit bringt allerdings auch negative Begleiterscheinungen mit sich. Aufgeschobene Entscheidungen, mit Plug-Ins vollgestopfte DAW-Mixer und unter Umständen eine CPU-Anzeige, die ständig an der Überlastungsgrenze kratzt. Insofern kann es oft praktischer sein, einige Prozessoren schon bei der Aufnahme in den Signalfluss einzubinden.

Praktische Studio-Tools als Insert

Zu den Klassikern gehören Plug-Ins, die das Signal nicht verändern, sondern ausschließlich analytischen Zwecken dienen. Falls etwa ein Gitarrist oder Bassist sein Instrument im Regie-Raum einspielt, besteht ohnehin freie Sicht auf den Computer-Monitor. Warum also nicht gleich einen „Tuner“ im Insert-Slot des Eingangskanals ablegen? Genauso kann ein Frequenzanalyzer recht aufschlussreich sein und seltsame Resonanzen oder Frequenzmüll aufspüren. Cubase liefert die passenden Kandidaten für beide Fälle gleich mit.

Destruktives Recording

Mit etwas mehr Mut kann man sich dann auch an Plug-Ins wagen, die das Signal verändern.

Dieses Konzept ist gerade seit den letzten Jahren wieder hochaktuell, wenn man beispielsweise die Audio-Interfaces der UAD Apollo-Serie betrachtet, die ein direktes „Printing“ von Equalizern oder Kompressoren gleich während der Aufnahme ermöglichen.

Doch auch ohne diese Interfaces funktioniert das! Mit den Software-Emulationen seiner bevorzugten Analog-Klassikern kann man sich seine eigene „virtuelle Konsole“ konfigurieren.

Falls das eigene Audio-Interface bzw. der vorgeschaltete PreAmp keinen Hochpassfilter besitzt, kann man auch per chirurgischen Software-Effekt aufräumen. Braucht man bei einer Gesangsaufnahme wirklich Signalanteile unter 60 Hz? Eher nicht!

Cubase INPUT
Insert-Effekt auf den Eingangskanälen in Cubase: für analytische und/oder klangformende Zwecke

Latenz und Metering checken

Bei der Auswahl der Plug-Ins sollte man allerdings auf einen brisanten Faktor achten: Latenz. Selbstverständlich schaffen der „automatische Verzögerungsausgleich“ in Cubase sowie ein niedriger Pufferwert des Audio-Treibers schon etwas Spielraum. Ebenso wichtig ist auch ein Blick in das Fenster „Plug-In Informationen“, das ab Cubase 8 durch den „PlugIn-Manager“ teilweise ersetzt wurde. Hier lassen sich die Latenzwerte für jedes Plug-In einzeln einsehen. Viele Prozessoren bringen es auf extrem niedrige Werte, oft werden sogar „0 Samples“ Verzögerung angezeigt. Mit dieser Liste kann man im Voraus Plug-Ins ausschließen, die zu hohe Werte besitzen, denn mit einer Latenz von 1024 Samples oder mehr vergeht einem der Spaß in diesem Setup.

Plug-In Manager
Ab Cubase 8 werden Latenzwerte im „PlugIn-Manager“ aufgelistet.

Den zweiten Fallstrick stellt das Metering dar. Filter und Dynamikeffekte können den Signalpegel während dem destruktivem Recording zwar eingrenzen, jedoch schützt dieses Vorgehen nicht vor Übersteuerungen des AD-Wandler selbst. Neben der Pegelkontrolle mithilfe der Bargraphen in Cubase, ist eine Überprüfung der Peak-Meter am Audio-Interface unerlässlich.

Du willst mehr über das Erstellen von Eingangskanälen in Cubase erfahren? Dieses Video geht genauer darauf ein:

 

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