Trap-Beats von Julez Jadon

Beat Programming – Trapped!

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Dunkle 808-Bässe, schleppende Kicks und nervöse Hihats – in dieser Folge geht es ein wenig finster zur Sache. Nicht verwunderlich, denn wir beschäftigen uns mit Trap, diesem höchst innovativen und erfolgreichen Mix aus Hip Hop, Dancemusic und Dubstep.

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(Bild: Philipp Levinger)

Das Genre mit den handfesten Frickel-Beats hat seine Ursprünge mitten im Drogensumpf und der Subkultur US-amerikanischer Südstaaten-Metropolen. Somit kein Wunder, dass hier eine härtere Gangart gepflegt wird. Spricht man über die Anfänge des Trap, fallen Namen wie Young Jeezy, Three 6 Mafia oder Lex Luger und Zaytoven. In den frühen 2000ern definieren sie den neuen Style mit Plaudereien aus dem Dealer-Alltag, tief gestimmten 808-Subkicks, harschen Snares, und hektischen Hihats. Darüber liegen bombastisch-finstere „Kino“-Sounds.

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In der aktuellen Trap Musik – auch gerne als EDM Trap bezeichnet – treffen Techno und Dubstep auf die bereits bekannten Elemente und ergänzen sich zu einem äußerst energiegeladenen und Club-tauglichen Mix aus Dance- und Rap-Music, der wiederum großen Einfluss auf aktuelle Mainstream-Entwicklungen nimmt. Trap-inspirierte

Megahits finden sich etwa im Euvre von Beyoncé, Lady Gaga oder Katy Perry. Aktuelle und sehr typische Trap-Vertreter sind etwa Flosstradamus und Diplo (mit EDM-Schwerpunkt) oder Travis Scott, Tory Lanez und Hucci (stellvertretend für Trap mit deutlichen Hip Hop-Anleihen). Genau an dieser Stelle wollen wir mit unserem Beat-Programming Workshop ansetzen.

Zu den auffälligsten Stilmitteln aus dem Hip Hop zählen Tempo (i.d.R. 90 bis 140 BPM), eine Songstruktur, raue 808-Sounds sowie geschnittene und tief gepitchte Vocals. Hoch gepitche Synhties und dunkle Minimal-Melodien sind dagegen dem Techno entliehen, während massive Sub-Bässe, schnelle Hihat-Figuren, plakative Drops und häufige Wiederholungen im Track-Aufbau als Dubstep-Elemente gelten dürfen. Prägendes Stilmittel ist der Halftime-Beat: die Noten eines Taktes werden dabei auf zwei Takte verteilt – die Abstände zwischen den Schlägen verdoppeln sich, das gefühlte Tempo wird halbiert. Mit den entsprechenden Sounds ausgestattet, gewinnt der Beat so an Schwere. Eines der interessantesten Merkmale eines Trap-Beats ist das Zusammenspiel aus Kick und Hihat. Beide zusammen dürfen mittels geschickt gesetzten Triolen und Ghost-Notes einen überaus vertrackten Stolper-Beat bilden, der aber dennoch in sich rund laufen und „grooven“ muss. Als rhythmischer Orientierungspunkt und „Aufräumer“ dient die sehr prägnante, gleichmäßig auf den Offbeats laufende Snare. Unser Demo-Beat macht’s vor.

Beat-Programming-Experte Julez Jadon ist echter Trap-Spezialist und jongliert anerkanntermaßen erstklassig mit entsprechenden Sounds und sämtlichen, Genre-typischen Elementen. „Das Verschmelzen von immer mehr Styles macht diese Musik für mich so unfassbar spannend“, erklärt der Frankfurter Beat-Profi. „Es ist ein sehr lebendiges Genre – so vielseitig, dass es sich immer neu erfindet. Verzerrte Klänge, eher cleane RnB-Chords oder roughes Sampling, alles ist möglich.“ Julez arbeitet ausschließlich „in the Box“. Logic Pro, die Software-Instrumente NI Kontakt und Massive sowie Nexus und Sylenth, ein paar Effekt-Plugins von Slate Digital, Soundtoys, SPL und Sonnox sind nahezu alle Tools, die Julez benötigt. Entsprechend leicht lässt sich der folgende Workshop am eigenen Rechner nachvollziehen. Los geht’s…!

Sound

Halftime-Beat, fette 808-Sounds und orchestrale Atmos – Julez Jardon’s Demo-Beat besitzt alle wesentlichen Merkmale, die eine aktuelle Trap-Produktion mit Hip Hop-Schwerpunkt ausmachen. Klanglich dominieren leicht verschmutzte 808-Drums, das gesamte Sound-Bild bleibt jedoch bewusst klar und transparent. N.I. Kontakt liefert sämtliche Sounds. Das Tempo wird auf 98 BPM gesetzt.

Weiter Infos unter: julezjadon.com

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Welches Programm wird benutzt?

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    1. Steht oben, Logic, geht nur unter Mac.

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