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Ableton Live – Pseudo-Stereo

Werkzeuge zur Stereoverbreiterung gibt es zuhauf. Auch Ableton Live ermöglicht dies mit dem Plug-in „Utility“ und seinem „Width“-Regler, der den Anteil des Seitensignals erhöhen kann. Doch bei reinen Monosounds ist dieser Parameter zwecklos. Hier zwei Tricks, wie man mit anderen Mitteln ein breites Ergebnis erreicht. Lade das Plug-in „EQ Eight“, am besten als eigenständige Instanz, auf die gewünschte Spur und setz dort „Mode“ auf „L/R“. Die linke und rechte Seite können nun unabhängig voneinander bearbeitet werden.

Um das allgemeine Klangbild in etwa beizubehalten, empfiehlt es sich, eine Anhebung auf einer Seite mit einer Absenkung auf der anderen Seite wieder auszugleichen. Du kannst ganz einfach mit der Schaltfläche „Edit“ die Seiten wechseln. Schon der Einsatz von ein bis zwei Bändern genügt, um das Signal aus der Mitte zu schieben. Sind die beiden Filterkurven eingestellt, lässt sich der Effekt mit dem Parameter „Scale“ weiter verstärken oder reduzieren. Die Presets „Stereo Effect I/II“ im Ordner „Filter“ arbeiten im Übrigen nach dem gleichen Prinzip, allerdings ist die Klangfärbung bei so vielen Bändern deutlich hörbar. Eine andere Methode wäre durch das Setzen von unterschiedlichen Laufzeiten denkbar.

Sequenzer Tipps_Ableton Live_01
Mit einem EQ Eight im »L/R«-Modus oder einem »Simple Delay« lassen sich Mono-Sounds verbreitern.

 

Zieh dazu ein „Simple Delay“ auf die Spur, und dreh „Feedback“ nach links, „Dry/Wet“ hingegen ganz nach rechts. Die beiden Schaltflächen für den Delay-Modus werden von „Sync“ auf „Time“ umgestellt. Setz die Verzögerung beider Seiten auf den niedrigsten Wert von „1.00 ms“. Sobald nur einer dieser Werte leicht erhöht wird, stellt sich ein verbreitertes Stereobild ein. Wenn du dabei die Schwelle von 20 Millisekunden nicht überschreitest, ist die Verzögerung kaum wahrzunehmen.

Bassdrums mit „Corpus“ bearbeiten

Das von Ableton mitgelieferte Plug-in „Corpus“ eignet sich bestens, um während einer Produktion Sounddesign zu betreiben oder etwas zu dünnen Drums nachträglich zu mehr Körper zu verhelfen. Zieh das Plug-in auf die gewünschte Spur hinter den Klangerzeuger, und wähl den Resonanz-Typ namens „Membran“. Setz den Regler „Dry/Wet“ vorerst auf „50 %“. Das Mischungsverhältnis zwischen dem Originalsignal und der hinzugefügten Resonanz kannst du abschließend anpassen. Um dem Bassbereich ordentlich auf die Sprünge zu helfen, sollte man die Grundfrequenz mit „Tune“ zuerst auf einen Wert zwischen 40 und 60 Hz stimmen. Die beiden wohl wichtigsten Parameter lassen sich komfortabel mit dem X/Y-Pad steuern: „Decay“ gibt die Dauer der Abschwingphase vor, „Material“ hingegen den Dämpfungsgrad der simulierten Membran.

Auch mit dem Regler „Inharm“ lässt sich der Klangcharakter, genauer gesagt, der Anteil der Obertöne, stark beeinflussen.  So kann man Sounds im Stile einer TR-808 bis hin zu Taiko-Trommeln nachempfinden. Experimentiere ebenso mit den Reglern »Ratio« und „Hit“, die sich um das Seitenverhältnis und die Anschlagsposition des künstlichen Klangkörpers kümmern.

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