Musik mixen

Musik mixen kann man in verschiedenen Zusammenhängen: Ein DJ mixt Musik von verschiedenen Platten (oder CDs oder MP3s) hinter-, über- und ineinander, während bei einem Konzert ein Tontechniker die Signale, die die Musiker auf der Bühne erzeugen, so mixt, dass sie über die P.A. im Raum gut klingen. In all diesen Fällen ist irgendeine Art von Mischpult involviert, genauso wie im dritten Fall von „Musik mixen“, um den es in Sound&Recording vorrangig geht: Musik mixen im Tonstudio oder im Homestudio, also bei der Musikproduktion. Hier nämlich ist das Mixen von Musik ein wichtiger Teil des Produktionsprozesses – meistens genau zwischen Recording und Mastering, allerdings bei vermehrt schmelzenden Grenzen zwischen den Produktionsschritten und Zuständigkeiten.

Konkret bedeutet „Musik mixen“ im Tonstudio oder im Heimstudio an der DAW, dass die verschiedenen Spuren d.h. Instrumente einer Musikaufnahme aufeinander abgestimmt werden, um zusammen gut zu klingen. Wichtige Parameter sind dabei Lautstärke, Filter / Equalizing, Stereo-Panning und Effekte der einzelnen Spuren. Entscheidend für die Qualität eines Mixes ist der Zusammenklang, mehr als die einzelne Spur.

Gehört „Musik mixen“ eigentlich auch zum Musik-Machen? Nun, tendenziell ja. Wie sehr Musik zu mixen und Musik zu machen tatsächlich ineinander übergehen, ist eine Frage des Ansatzes: Will man alle Instrumente möglichst „natürlich“ klingen lassen? Oder gibt man dem Song im Mix erst seinen Klangcharakter? Wenn gewünscht, kann der Charakter der Musik beim Mixen nämlich ganz entscheidend verändert werden – in sehr viele Richtungen. Entsprechend können sich auch die Rollen von Toningenieur, Producer und Musikern je nach Arbeitsweise und Chemie auf der Achse „Kunst – Handwerk – Technik – Wissenschaft“ annähern und überlappen. Sounddesign kennt immer weniger Grenzen.

In Sachen Equipment gibt es inzwischen verschiedene Optionen: Musik mixen kann man am Hardware-Mischpult ebenso wie in der DAW mit Software-Mischpult und Plugins. Schwer zu ersetzen sind hingegen die Schallwerfer: Gute Studiomonitore, die den Klang möglichst unbeeinflusst wiedergeben, sind für stimmiges Mixing ebenso essenziell wie Studio-Kopfhörer. Zudem ist es zur Beurteilung des Musik-Mixes hilfreich, im Mixing-Prozess immer wieder das Zwischenergebnis zusätzlich auf verschiedenen Lautsprechern auch und gerade minderer Qualität abzuhören – ein alter Kassettenrecorder kann hier gebraucht werden, schließlich soll die Musik am Ende auch hier gut klingen.

In Sound&Recording liefern wir Euch übrigens eine regelmäßige Serie zum Thema „Musik mixen“, ist doch klar: Sie heißt „Mixpraxis“, und wir lassen dort maßgebliche Toningenieure, Producer und überhaupt Mixing-Profis ausführlich zu Wort kommen und Tipps geben.

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