DAW

Die DAW ist das Herz des Studios und Kontrollzentrum eines jeden Recording-Prozesses. Doch wozu genau brauche ich eine DAW? Worauf muss ich bei deren Kauf achten? Und welche DAW ist die richtige für mich? Diese Fragen klären wir hier!

Inhaltsverzeichnis:

Was ist eine DAW?

Vielleicht sollte man weniger den Rechner als Studiozentrale betrachten als die darauf laufende DAW-Software. DAW steht für Digital Audio Workstation. Früher meinte man mit Workstation spezielle, sehr leistungsfähige Arbeitsplatzrechner.

Heute ist DAW im Allgemeinen ein Synonym für die Audiosequenzer-Software, mit der Sounds digital aufgezeichnet und verarbeitet werden. Eine Sequenzer-Software stellt damit ein notwendiges Element jeder Aufnahme-Umgebung dar.

Während Audiosequenzer früher zumeist auf Bandmaschinen aufbauten, sind heute virtuelle Umgebung das übliche Mittel der Musikproduktion.

zurück zur Übersicht

Welche DAW ist für Anfänger geeignet?

Im Grunde ist die Entscheidung für eine DAW-Software viel wichtiger als die für ein bestimmtes Computersystem. Wer sich einmal auf ein bestimmtes Programm eingeschossen hat, wechselt nur ungern, denn es wäre mit wochenlanger Einarbeitung und Umgewöhnung verbunden. Dagegen macht es kaum einen Unterschied, eine Crossplattform-Anwendung wie Steinberg Cubase oder Ableton Live auf einem Mac oder einem PC zu verwenden.

 Producer-Room mit DAW-Arbeitsplatz
Ein kleiner Producer-Room mit DAW-Arbeitsplatz. Softwareseitig arbeitet das Studio mit einem Pro Tools HDX1-System (32 analoge I/Os), Logic Pro, Ableton Live und schlichtweg allem von UAD

Leider sind viele Audio-Anwendungen gar nicht für beide Plattformen erhältlich. Insofern erzwingt die Wahl für eine bestimmte Software mitunter die Entscheidung für ein bestimmtes Betriebssystem. Apple Logic Pro ist nur (noch) für den Mac erhältlich, Magix Samplitude (bislang) nur für Windows. Die Klassiker FL Studio (früher Fruity Loops) und Pro Tools gibt es, wie viele andere Sequenzer, übrigens für alle Plattformen von PC bis iOS-Gerät.

zurück zur Übersicht

Statt einer Gegenüberstellung der DAWs sollen hier ein paar Empfehlungen speziell für den Einstieg in das eigene Homestudio gegeben werden.

Homestudio mit Keyboard, DAW, und Gesangsmikrofon
Mit Mikrofon, Monitoren und einem Audio-PC mit passender DAW ist der erste Schritt zum Home Studio schon geschafft. (Bild: Matthias Zerres)

Gerade für Einsteiger ist besonders wichtig, dass es nicht allzu lange dauert, bis man sich in der Software halbwegs zurecht findet und erste Erfolgserlebnisse hat. Apple Logic und Steinberg Cubase sind da aufgrund ihrer Komplexität eher kompromisslos. Das sollte aber jeder für sich selbst herausfinden.

Wenn man sich in eine Software einarbeitet, ist es außerdem oft gar nicht von Vorteil, sämtliche Profi-Funktionen im Zugriff zu haben. Als Anfänger kann man nur schwer unterscheiden, welche Funktionen für ein Homestudio essentiell sind und welche nur das Tüpfelchen auf dem I bilden. Praktischerweise bieten die meisten Softwarehäuser Einsteigerversionen mit eingeschränktem Funktionsumfang an (bei durchaus professioneller Grundqualität).

Also warum nicht für kleines Geld zu diesen Versionen greifen und erst später – meistens zu einem vergünstigten Preis – auf die Profi-Version upgraden, wenn man a) die Grundlagen erlernt bzw. ein Gefühl für den Workflow entwickelt hat und b) die erweiterten Funktionen tatsächlich zu nutzen versteht und in ihnen auch Verwendung findet?

Ableton Live 10
Die Oberfläche von Ableton Live 10 (Bild: Ableton)

zurück zur Übersicht

Nochmals abgespeckte Versionen erhält man häufig als Bundle-Software beim Kauf eines Audiointerfaces. Typische Software-Beigaben sind Steinberg Cubase LE oder AI, Ableton Live Lite und Presonus Studio One Artist. Völlig gratis gibt’s sogar Studio One Free von der Presonus-Webpage. Hier fehlen zwar einige auch fürs Homestudio sinnvolle Funktionen, doch zum Reinschnuppern reichen auch diese Versionen allemal. Also ruhig mal ausprobieren und schauen, welches DAW-Programm zur eigenen Arbeitsweise bzw. zum jeweiligen Musikstil passen könnte.

Wichtig ist aber vor allem, dass man sich genug Zeit lässt, bis man sich für ein DAW-Programm für das Audio-Hobby entscheidet. Wie vorhin erklärt hängt damit nämlich möglicherweise auch die Entscheidung des Betriebssystems zusammen.

Übrigens steht es einem natürlich auch frei, einfach in ein Musikgeschäft zu spazieren und sich diverse DAWs zeigen zu lassen, auszuprobieren bzw. dort Fragen zu stellen.

In Sachen DAW-Software ist ansonsten nur der gleiche Rat zu geben wie für Computer: Nimm das, was deine Mitmusiker verwenden. So könnt ihr Projekte und Skizzen leicht untereinander austauschen und euch bei Problemen gegenseitig Hilfestellung leisten.

zurück zur Übersicht

Welche Hardware für die DAW?

Wer sich überlegt, mit welchem Programm er Aufnahmen machen will, wird sich früher oder später auch fragen müssen, auf welchen Geräten dieses Programm laufen soll. Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach PC oder Mac, sondern auch die nach den näheren Spezifikationen der Geräte.

Netbook auf einem Keyboard
Auch ein Netbook kann als Audio PC fungieren.

Wenn es um die richtige Hardware für die DAW geht, kann der richtige Weg in zwei Richtungen gehen: Von der Hardware zur Software oder umgekehrt. Du hast bereits einen soliden Windows-Rechner und möchtest die passende Digital Audio Workstation finden? Dann wird es wohl eher nichts mit Logic Pro. In diesem Fall ist die Auswahl noch immer groß: Ob es Cubase, Pro Tools, Cakewalk Sonar oder eine Software eines anderen Herstellers werden soll, bleibt offen. Wie erwähnt musst du dich selbst ausprobieren und deine eigenen Präferenzen in dein Studio setzen.

zurück zur Übersicht

Wenn du dir sicher bist, welche Software deine Aufnahmen begleiten soll, stellt sich die Frage, was deine Hardware hierzu leisten muss: Reicht der Laptop, den du auch für deine Office-Anwendungen benutzt? Ist ein stationärer Studio-Rechner eventuell besser geeignet?

Die Anforderungen an einen Audio-PC sind vielschichtig und alles andere als festgesetzt: Willst du mobil sein, empfiehlt sich ein Laptop oder MacBook. Willst du die Leistung deines Geräts unkompliziert erhöhen, scheint ein stationärer PC vorderhand praktischer zu sein.

Ein paar uneingeschränkt gültige Tipps für den Kauf deines Audio-PCs hat unser Autor Andeas Hau hier festgehalten: Hier findest du unsere Kaufempfehlung: Worauf es wirklich beim Audio-PC ankommt!