DAW

Vielleicht sollte man weniger den Rechner als Studiozentrale betrachten als die darauf laufende DAW-Software. DAW steht für Digital Audio Workstation. Früher meinte man mit Workstation spezielle, sehr leistungsfähige Arbeitsplatzrechner. Heute ist DAW im Allgemeinen ein Synonym für die Audiosequenzer-Software.

Im Grunde ist die Entscheidung für eine DAW-Software viel wichtiger als die für ein bestimmtes Computersystem. Wer sich einmal auf ein bestimmtes Programm eingeschossen hat, wechselt nur ungern, denn es wäre mit wochenlanger Einarbeitung und Umgewöhnung verbunden. Dagegen macht es kaum einen Unterschied, eine Crossplattform-Anwendung wie Steinberg Cubase oder Ableton Live auf einem Mac oder einem PC zu verwenden.

Leider sind viele Audio-Anwendungen gar nicht für beide Plattformen erhältlich. Insofern erzwingt die Wahl für eine bestimmte Software mitunter die Entscheidung für ein bestimmtes Betriebssystem. Apple Logic ist nur (noch) für den Mac erhältlich, Magix Samplitude (bislang) nur für Windows.

Auf eine genaue Gegenüberstellung sämtlicher DAW-Programme möchte ich an dieser Stelle verzichten, und verweise auf die Artikelserie „Neun angesagte DAWs im Vergleich“ meines geschätzten Kollegen Axel Latta. Bezüglich der Versionen sind diese allerdings nicht mehr ganz aktuell, da bereits zum Beispiel Steinberg Cubase 7 und Ableton Live 9 in Anmarsch sind. Die Unterschiede der einzelnen DAWs werden aber trotzdem deutlich.

Unterschiedliche DAWs

 

Den aus insgesamt sechs Teilen bestehenden Sequenzer-Vergleichstest kannst du hier kostenlos herunterladen: Sequenzer-Vergleichstest
In diesem Artikel werden folgende Sequenzer miteinander verglichen: Steinberg Cubase 6, Ableton Live 8, Apple Logic Pro 9, Avid Pro Tools 9, Cockos Reaper 3.75, Propellerhead Record 1.5, Samplitude Pro 11, Cakewalk Sonar X1 und PreSonus Studio One.

“Gerade für Einsteiger ist wichtig, dass es nicht allzu lange dauert, bis man sich in der Software halbwegs zurechtfindet und erste Erfolgsergebnisse hat.

Statt einer Gegenüberstellung der DAWs möchte ich ein paar Empfehlungen speziell für den Einstieg in das eigene Homestudio geben. Ich finde es dabei besonders wichtig, dass es nicht allzu lange dauert, bis man sich in der Software halbwegs zurecht findet und erste Erfolgserlebnisse hat. Apple Logic und Steinberg Cubase sind da aufgrund ihrer Komplexität eher kompromisslos. Das sollte aber jeder für sich selbst herausfinden.

Wenn man sich in eine Software einarbeitet, ist es außerdem oft gar nicht von Vorteil, sämtliche Profi-Funktionen im Zugriff zu haben. Als Anfänger kann man nur schwer unterscheiden, welche Funktionen für ein Homestudio essentiell sind und welche nur das Tüpfelchen auf dem I bilden. Praktischerweise bieten die meisten Softwarehäuser Einsteigerversionen mit eingeschränktem Funktionsumfang an (bei durchaus professioneller Grundqualität). Also warum nicht für kleines Geld zu diesen Versionen greifen und erst später – meistens zu einem vergünstigten Preis – auf die Profi-Version upgraden, wenn man a) die Grundlagen erlernt bzw. ein Gefühl für den Workflow entwickelt hat und b) die erweiterten Funktionen tatsächlich zu nutzen versteht und in ihnen auch Verwendung findet?

Noch kleinere Versionen zum Reinschnuppern

Nochmals abgespeckte Versionen erhält man häufig als Bundle-Software beim Kauf eines Audiointerfaces. Typische Software-Beigaben sind Steinberg Cubase LE oder AI, Ableton Live Lite und Presonus Studio One Artist. Völlig gratis gibt’s sogar Studio One Free von der Presonus-Webpage. Hier fehlen zwar einige auch fürs Homestudio sinnvolle Funktionen, doch zum Reinschnuppern reichen auch diese Versionen allemal. Also ruhig mal ausprobieren und schauen, welches DAW-Programm zur eigenen Arbeitsweise bzw. zum jeweiligen Musikstil passen könnte.

Kein Stress bei der Entscheidung

Wichtig ist aber vor allem, dass man sich genug Zeit lässt, bis man sich für ein DAW-Programm für das Homestudio entscheidet. Wie vorhin erklärt hängt damit nämlich möglicherweise auch die Entscheidung des Betriebssystems zusammen.

Übrigens steht es einem natürlich auch frei, einfach in ein Musikgeschäft zu spazieren und sich diverse DAWs zeigen zu lassen, auszuprobieren bzw. dort Fragen zu stellen.

In Sachen DAW-Software möchte ich ansonsten nur den gleichen Rat geben wie für Computer: Nimm das, was deine Mitmusiker verwenden. So könnt ihr Projekte und Skizzen leicht untereinander austauschen und euch bei Problemen gegenseitig Hilfestellung leisten.

 

Autor: Dr. Andreas Hau / Fotos: Archiv

mehr

Anzeige