Vocal-Instrument für Native Instruments Kontakt

Output Exhale im Test

Die Soundschmiede „Output“ mit Sitz in Los Angeles ging bereits mit „Signal“ oder „Rev“ neue Wege und stellte sehr innovative Konzepte virtueller Instrumente vor. Auch das Produktions-Tool „Exhale“ macht hier keine Ausnahme.

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Der Hersteller entwickelte ein Kontakt-Instrument mit sogenannter „Modern Vocal Engine“. Die Sample-Library setzt sich aus Aufnahmen von einzelnen Sängern sowie Chören zusammen, die anschließend von Sound-Designern durch die Mangel gedreht wurden. Das Ergebnis ist ein Klangerzeuger, der sich stilistisch bestens für modernen UK/US-Pop oder elektronische Genres wie Future Bass und Trap eignen soll. Sehen wir uns in einem kurzen Infotest an, was dran ist.

Installation und Einrichtung

Wie bei allen Produkten der innovativen LA-Soundschmiede, erfolgt die Installation auch bei Exhale über den „Output Hub“. Dies ist ein eigenes Software-Portal, welches nach Erstellung eines Nutzer-Accounts alle Downloads verwaltet.

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Der „Output Hub“ während des Downloads

Hat man das 8,5 GB große Paket heruntergeladen, muss man Exhale über die Funktion „Add Library“ in Native Instruments Kontakt hinzufügen. Wer diesen Sampler nicht besitzt, wird mit dem kostenlosen „Kontakt Player 5“ versorgt. Nach einem weiteren Klick auf „Activate“ ist noch die Eingabe der Seriennummer nötig – dann kann es losgehen!

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Nach Hinzufügen der Library in Kontakt ist lediglich ein Klick auf den Button „Activate“ nötig.

Im Betrieb

Die GUI setzt sich aus drei Fensteransichten zusammen: „Main“, „Engine“ und „Macros“. Beginnen wir mit dem „Main“-Fenster. Unten listet ein Browser knapp 500 Presets auf, die man komfortabel mit Attributen wie „Airy, Pad, One Shot, Heavy, Complex“ usw. filtern kann. Sehr hilfreich! Der Inhalt der Liste hängt allerdings auch vom jeweilig gewählten Abspielmodus ab – „Notes“, „Loops“, und „Slices“.

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Die Main-Ansicht von Exhale.

Der Notes-Modus ermöglicht das Spielen von Sounds, indem die Samples chromatisch auf der Klaviatur verteilt werden. Hier findet man eine großzügige Klangauswahl, die von organischen bis hin zu stark verfremdeten Charakter reicht. Ein Notes-Patch setzt sich meist aus zwei unterschiedlichen Sounds zusammen, die man individuell austauschen und bearbeiten kann. Dazu aber nachher noch mehr.

Der zweite Modus namens „Loop“ spielt, beschränkt auf eine Oktave zwischen C2 und C3, verschiedene kurze Phrasen ab. „Slice“, der dritte Modus, greift ebenfalls auf diese Loops zurück, zerlegt diese Phrasen aber automatisch in einzelne Schnipsel bzw. Phoneme. Das Verfahren lässt sich gut mit der „Slice“-Funktion im Simpler von Ableton Live vergleichen. So hat man „Vocal Chops“, wie man sie in Produktionen von DJ Snake, Justin Bieber oder Skrillex hört, sofort zur Hand ohne umständliches Editieren.

In Exhale sind die Loops bzw. Slices praktischer Weise allesamt einer Tonart angehörig. Es kommt aber noch besser, denn die Skala lässt sich mit nur einem Mausklick beliebig ändern – „C Major“, „Eb Minor“… und schon kann es weiter gehen. Diese und viele weitere Eingriffsmöglichkeiten befinden sich im Engine-Fenster.

Unter der Haube: die „Engine“

Wie bereits angesprochen, stehen für jedes Notes-Patch zwei Sample-Player zur Verfügung, die man mit Sounds aus vier Kategorien bestücken darf: „One Shot, Pads, Tape1“ und „Tape 2“.

Die klassischen Ooohs und Aaahs sind natürlich mit dabei, allerdings reicht das Repertoire bis hin zu stark effektieren Vocal-Performances und synthetisch anmutenden Klängen. Die beiden Quellen lassen sich zudem mit je einem dedizierten EQ und einer ADSR-Hüllkurve in das Gesamtkonstrukt einbetten.

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Exhale bringt eine große Auswahl verschiedener Artikulationen mit sich.

Im Anschluss folgt eine ausgiebig parametrisierte Sektion namens „Rhythm“, welche dank diverser Wellenformen, einem Step-Sequenzer und sogar einer Flux-Funktion das Material rhythmisch modulieren kann. Im Engine-Fenster ist ebenso eine umfangreiche Effektsektion vorhanden. 12 Module, wie Delay, Reverb, Saturation oder Filter lassen sich beliebig insertieren.

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Zahlreiche Effekte sind direkt im Instrument integriert. Beliebige Parameter lassen sich den vier Macros zuweisen.

Bisher haben wir die vier Macro-Fader auf der Main-Ansicht ausgelassen. In einer dritten Ansicht namens „Macros“ kann man diesen Fadern beliebige Effekt- und Modulations-Parameter zuweisen. So kann man mit der Maus oder einem angelernten MIDI-Controller schnell mehrere Regler auf einmal bedienen oder Automationen in der DAW aufzeichnen. Sehr schön!

Fazit

Mit über 200 Euro handelt es sich bei Exhale zwar um etwas höher dotiertes Sample-Instrument, das Gesamtkonzept ist jedoch hervorragend.
Die GUI ist relativ selbsterklärend aufgebaut und schon nach kurzer Einarbeitungszeit findet man sich in Exhale zurecht. So kommt man mit wenig Aufwand zu hochwertigen und inspirierenden Sounds mit teilweise sehr außergewöhnlichen Texturen.

Erstmal ist Exhale als erstklassige „Preset-Schleuder“ zu verstehen, deren Klangfutter man bei Bedarf im Engine-Fenster detailliert anpassen kann. Durch die verschiedenen Modi, lässt sich Exhale nicht nur für breite, flächige Sounds einsetzen, sondern Dank der Loop- und Slice-Funktion ebenso zum Erstellen von Lead-Lines.


Hersteller: Output

Produkt: Exhale

Website: http://output.com/products/exhale

Preis: ca. 210,- Euro

 

+++ moderne Klangästhetik

+++ zahlreiche Presets

++ Loop- und Slice-Modus

++ Anpassung der Artikulationen

– keine direkte Import-Funktion eigener Samples

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